7 AM , party all night, #Primsrock bound, still bringing The A-Game. (hier: Berlin Herzbergstraße)

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7 AM , party all night, #Primsrock bound, still bringing The A-Game. (hier: Berlin Herzbergstraße)
Guten Morgen, liebe Leut! Weil ich nicht mehr schlafen kann (und sie sowieso nicht mehr alle habe), dachte ich mir, was kann man morgens um 7:30 Uhr machen, wenn nicht eine CD-Kritik? In diesem Falle muss man aber Kritik ganz klein schreiben, weil es eigentlich auf eine CD-Lobhudelei hinauslaufen wird, muharharhar! Wovon ich rede? Na, von Captain Risiko! Das ist eine junge Band aus Türkismühle (ja, ich habe gut aufpasst :3), deren Mitglieder auf der Bühne immer dasselbe Holzfällerhemd tragen und ziemlich sympathisch rumtanzen. Gegründet haben sie sich im Jährchen 2012 und seitdem machen sie die Festivals und Jugendzentren rund ums Saarland unsicher! Sie bezeichnen sich selbst als „siamesischer Vierling“, was man wohl gut verstehen kann, wenn man sie einmal live gesehen hat. Und auch der „betrunkene Seemann“ bleibt nicht auf der Strecke! Aber wer das alles genau nachlesen möchte, und das kann ich nur empfehlen, der sollte mal auf ihrer Website vorbeischauen! Den Link hefte ich ans Ende meines Artikelchens. Vorband waren die Jungs schon für Rasta Knast, All For Nothing, Bambix und Radio Havanna! Vom Protest zur Paralyse Erster Eindruck: Wenn man das Album zum ersten Mal in der Hand hält, dann fällt zumindest Oberflächenfetischisten wie mir auf, dass die CD-Hülle aus Pappe ist und nicht aus Plastik. Das gefällt mir sehr gut, auch wenn sie nicht so stabil sind wie andere, sie fühlen sich besser an und man hat nicht ständig Angst irgendwas zu zerstören, wenn man den Deckel aufklappt. Zum Artwork lässt sich sagen, dass zunächst einmal dick und fett der Name der Band oben steht, in dem wundervollen Logo, dass sie sich ausgesucht haben. Der Albumtitel steht rechts unten ganz, ganz klein in der Ecke, für meine Mutter war das schon schwer zu lesen, aber mit der Brille ließ sich das auch beheben. Und dann steht er da. Captain Risiko selbst. Mit zensierten Augen und lächerlich ausgearbeiteten Bauchmuskeln steht er uns gegenüber, in einer Halle voller Lumpen. Das passt auch supi zum Inhalt, aber dazu später. Aufgeklappt sieht man rechts die CD vor sich und links ein Foto des siamesischen Vierlings, sowie eine Vorstellung der illustren Runde. Leider fehlt mir hier ein Booklet (ich lese gerne Texte mit, wenn ich die CD zum ersten Mal höre, diese sind aber nur online einzusehen…). Die Rückseite zeigt wie üblich die Songs und deren Platzierung auf der CD. Auch ohne diese zu hören, wird doch deutlich, dass Captain Risiko mit Titeln wie „Fuckmachine“ eine ordentliche Portion Humor mit in die Angelegenheit bringen. Die Musik: Doch dann passierte es. Ich hab todesmutig die Platte eingelegt und… Das Intro hat mir die Sprache verschlagen. Zu viel will ich da nicht verraten, aber irgendjemand kann da ganz toll sein R rollen. Weiter ging es dann mit einem meiner Lieblingssongs, „Pharmaindustrie“, der sich mit „Es Brennt“ und „Zahltaug Mauzi“ wunderbar in das Genre Polit-Punk einordnen lässt. Deutscher Polit-Punk? Das kannte ich bis jetzt nur von wenigen Bands und ehrlich gesagt erschien es mir auch immer schwer, richtig gute, deutsche, politikbezogene Texte zu schreiben, die nicht zu offensichtlich oder zu subtil waren. Captain Risiko haben das eindeutig geschafft! Musikalische Einflüsse wie Turbostaat oder Muff Potter sind klar zu erkennen und liebzuhaben. Auch wer Pascow gutheißen kann, sollte sich einmal von dieser CD beschallen lassen. Neben dem Polit-Punk hat sich aber auch ein kleines Liebesliedchen auf die Platte verirrt. Man sieht also: Ja, Captain Risiko sind tatsächlich wandelbarer als ein Chamäleon. Von Gesellschaftskritik zu Herzschmerz, das kann nicht jeder so gut. Mit zwei Gitarren, einem Bass und einem Drumset packen die vier es, uns in eine angenehme, tanzbare Welt zu entführen, aus der man gar nicht wieder raus will. Ja, seit ich sie beim Rockem gesehen habe, habe ich mir meine Lieblingslieder wohl jeden Tag mindestens eine Stunde reingezogen – und genau auf eines möchte ich noch einmal genauer eingehen: Es Brennt Allein das Intro regt zum Eskalieren an, und dann noch dieser Text! Ja, hier kritisiert tatsächlich mal jemand wieder seine „Klick-Generation“. Und angesichts bestimmter Zeilen wie: „Wer glaubt an uns denn heute noch?“ oder „Arbeiten und stets geduckt, sonst schrumpft bald das Sozialprodukt!“ denke ich, dass jeder sich in diesem Song ein bisschen wiederfinden kann. Wie viele von uns wollten früher denn Rockstar werden und sind die Lehramtsstudenten von morgen? Deshalb kann ich Benni nur recht geben, wenn er mir voll Elan zu ruft: Es Brennt! Fazit: Wie schon gesagt, wer deutschen Polit-Punk gut findet, der wird auch dieses Album und diese Band gut finden. Dafür, dass es ihre erste CD ist, kann man auch einen Mangel an booklettichkeit verzeihen, denn der Rest ist wundervoll gemacht. Und bei einem Preis von 8€ ist sogar das Preisleistungsverhältnis extrem gut. Insgesamt habe ich also nichts zu meckern und überreiche dem Album einen kleinen, goldenen, „Das-muss-man-einfach-in-seinem-CD-Regal-stehen-haben“ – Amp! PS: Die Kritik zur neuen Platte, die ich bei der Pre-release auf dem Primsrock kaufen durfte, kommt morgen. Freut euch schon mal einen Ast, ach was, einen ganzen Wald :D becky
http://www.captainrisiko.de/ (<-- schön besuchen!!)