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Games-Förderung ist in Deutschland bisher einzig auf Länderebene ein Begriff. Doch welche Angebote gibt es in welchen Regionen? Wie unterscheiden sie sich in Zielsetzung und Angeboten? Diese und andere Fragen stellen wir in unserer kleinen Serie, deren Auftakt heute die hanseatischen Vorreiter aus Hamburg machen.
Stell dich bitte kurz vor!
Mein Name ist Achim Quinke. Ich bin ehrenamtlicher Leiter der Initiative gamecity:Hamburg – dem größten Netzwerk der Games-Branche in Deutschland. Wir sind eine Public-Private-Partnership, das heißt dass sich die Freie und Hansestadt Hamburg sowie die lokale Industrie in der Initiative engagieren. Hauptberuflich leite ich Quinke Networks, eine Agentur für PR, Business Development und HR für die Games-Branche.
Wie ist Hamburg im Bereich Games-Förderung aufgestellt? Welche Stelle bietet welche Art von Förderung an?
gamecity:Hamburg fördert die Games-Branche hier im Norden seit 2003 intensiv und ist zentraler Ansprechpartner für alle Belange der Spieleindustrie im Norden. Förderung ist für uns mehr als Finanzierung: Wir unterstützen da, wo die Branche unsere Hilfe braucht. Entsprechend sind alle unsere Projekte gemeinsam mit den Unternehmen in Hamburg entwickelt worden. Um ein paar Beispiele zu nennen: Unser Gamecity Port ist eine Immobilie für Start-Ups zu besonders günstigen Mietkonditionen.
Im Gamecity Lab an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften arbeiten Studierende gemeinsam mit der Industrie an neuen Game-Konzepten. Dort kann man übrigens auch einen Games-Master machen, der mit unserer Hilfe an den Start ging. Unsere Gamecity Treffs sind Markplatz und Networking-Plattform für Games-Macher aus ganz Deutschland und Europa.
Auf Messen wie der gamescom organisiert gamecity:Hamburg Gemeinschaftsmessestände für Hamburger Unternehmen. Natürlich beraten wir Start-Up’s auch individuell und kostenlos. Auch für ganz pragmatische Hilfe wie Arbeitsgenehmigungen für den russischen Programmierer sind wir Ansprechpartner. Unsere Gamecity Prototypenförderung war 2006 die erste seiner Art in Deutschland. Das Programm war – wie bei öffentlichen Geldern üblich - zeitlich befristet und liegt derzeit auf Eis. Wir arbeiten jedoch bereits an einer Neuauflage.
Welche Rolle spielen Netzwerke wie gamecity Hamburg, Hamburg@Work?
Hamburg als sich als Spielestandort in den letzten Jahren hervorragend entwickelt und gamecity:Hamburg hat sicherlich einen Anteil daran, da wir uns kontinuierlich um günstige Rahmenbedingungen für Gründer und Wachstum kümmern. Im Netzwerk von gamecity:Hamburg sind rund 2.000 Personen engagiert. Wir sind Teil von Hamburg@work, der lokalen Standortinitiative für die Medien- und IT-Wirtschaft.
Was ist die Zielrichtung der Förderung? Was für Projekte und Unternehmen will Hamburg unterstützen? Was soll erreicht werden?
Das Ziel ist klar: Wir wollen Arbeitsplätze in der Hamburger Games-Branche schaffen und lassen uns daran messen. 2003 waren etwa 850 Menschen in der Games-Branche tätig – heute zählen wir über 4.000 Arbeitsplätze in Hamburg. Worauf achten wir? Wir bringen gemeinsam mit den Unternehmen pragmatische und realistische Projekte auf den Weg und bauen keine Luftschlösser. So entstehen nachhaltige Jobs, die Hamburg langfristige Steuereinnahmen sichern.
Zudem achten wir auch die Vernetzung der Games-Branche mit anderen Bereichen der Medienwirtschaft, da hier zusätzliche Wertschöpfung entsteht. Und bei allen harten Fakten darf die Kreativität und der Spaß nicht zu kurz kommen – denn auch das sichert Hamburgs Vorsprung.
Wie steht aus deiner Sicht Hamburg im bundesweiten Vergleich da?
Kein anderes Bundesland kümmert sich derart intensiv um die Game-Branche wie Hamburg und in keiner anderen deutschen Stadt arbeiten mehr Menschen in diesem Wirtschaftszweig. Wir freuen uns, die Nummer 1 in Deutschland zu sein und dennoch würden wir es begrüßen, wenn sich auch andere Bundesländer stärker für die Spiele-Industrie einsetzen würden. Angekündigt wurde in der Vergangenheit vieles aber umgesetzt wurde bislang zu wenig. Wir müssen weg von der Kirchturmpolitik in Deutschland, denn im internationalen Wettbewerb zählt „Made in Germany“ und nicht „Made in Hamburg, Hannover oder Frankfurt“.
Was würdest du jungen Teams, Startups und Indie-Entwicklern raten, die Finanzierung für ihr Projekt suchen?
Je früher der Dialog beginnt, desto besser! Wir helfen gerne, ein wenig Licht in den Finanzierungsdschungel zu bringen, denn Finanzierung ist ein weites Feld und es gibt zahlreiche Möglichkeiten. Öffentliche Gelder sind da nicht immer der Königsweg. Ferner ist ein gutes Partner-Netzwerk von herausragender Wichtigkeit. Mit dem Knüpfen von Kontakten können Start-Ups also gar nicht früh genug beginnen.
Webseite der gamecity:Hamburg
gamecity:Port - Gründerhaus für Gameentwickler
HAW Hamburg - GamecityLab
Über den Autor
Claas Paletta leitete vor seinem Wechsel zu Bigpoint über vier Jahre die PR-Arbeit und das Business Development von Daedalic Entertainment.