crit race bike for gorilla by Kolb-Rahmenbau.ch Via Flickr: Columbus Spirit
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Ein Randonneur entsteht II
Bald geht es auf die Rahmenbauer-Tour und die Herstellung des Randonneurs ist fast abgeschlossen, die Endmontage ist im Gange... Eins steht schon fest: Stefan hat ein wahres Schmuckstück gebaut!!
c-cycles Racer by c-cycles Via Flickr: Frame: main tubes & chain stays are Columbus Zona ÜOS, seat stays are Tange, all fillet brazed. All braze-ons & dropouts are made of stainless steel Wheels: Chris King R45 hubs / Sapim spokes / Pacific PAC 35 carbon rimms Tires: Compass Cayuse Pass 26mm Group set: Campagnolo Record 11s Bottle cages: King Cage Stainless Headset: Chris King 1 1/8" Ahead Stem & handlebar: Syntace F139 120mm & Deda Superleggera Saddle & seatpost: Flite & Deda Superleggera
c-cycles Adventurer by c-cycles Via Flickr:
“TB001″: Die Rahmennummer meines allerersten Velorahmens. Nun ja, die Dreistelligkeit der Nummer ist vielleicht etwas gar hoch gegriffen, aber man weiss ja nie und muss sich alle Optionen für die Zukunft offen halten...
Ja, endlich wurde ein Traum wahr und ich nahm selber an einem Rahmenbaukurs von Röbi Stolz und Stefan Bellini teil. Dabei ging mir so manches Licht auf, nach und nach konnte ich viele Dinge, welche mir im Jahr zuvor auf meiner Rahmenbauertour begegnet waren, richtig einordnen. Und wertschätzen! Erst durch das Zuschauen, selber Denken und Machen begann ich ansatzweise zu verstehen, welche Fülle an Wissen in diesem Handwerk steckt.
Ein Fahrradrahmen, so ein einfach aussehendes Ding, ist letztlich eine materialisierte Ausbalanicerung zwischen unendlich vielen Optionen und allgegenwärtigen Einschränkungen auf verschiedensten Ebenen. Beides muss überblickt, abgewägt und genutzt werden. Dazu gehört enormes Fachwissen, hochentwickelte Handfertigkeiten und stets: Gefühl und pragmatische Imporvisation. Denn (Mass-) Rahmenbau geht nie nach Schema F, sondern richtet sich immer individuell nach der oder dem BenutzerIn.
Ich entschied mich für einen sehr klassischen Einstieg mit einem gemufften Rahmen, aus dem dann ein Stadtrenner entstehen soll. Ich kann mich schon jetzt nicht mehr davon trennen, wohl ist viel Herzblut ins Lot miteingeflossen...
Zu Besuch bei Stefan, dem Erbauer meines Tourenrades für eine kleine Fotosession. Zusammen mit Röbi befand er sich gerade in der heissen Endphase eines Rahmenbaukurses. Die beiden Meister betreuten vier Schüler bei der Realisierung ihres persönlichen Fahrradtraumes. Unter der Leitung von Röbi Stolz bietet Fahrradbaukurse.ch einen fundierten Einstieg in die Welt des Rahmenbaus. Es gibt wohl nicht viele Kurse weltweit, welche derart tief in die Materie eindringen und wo die Teilnehmer so direkt vom enormen Wissen der Kursleiter profitieren. Mit Herzblut und Gründlichkeit zeigt Stefan den Schülern die Handgriffe und hilft oder korrigiert, damit jedes Projekt seinen glücklichen Abschluss findet. Das individualisierte Kurskonzept erfordert eine enge und zeitintensive Begleitung. Davon profitieren beide Seiten, meint Stefan. Er bleibt durch die Kurse auf unmittelbarer Tuchfühlung mit der “Verbraucherseite” und kann so sein Verständnis für alle möglichen Kundenwünsche schärfen.
Ein Randonneur entsteht.
Erster Termin in der Werkstatt: Der Stolz-Randonneur entsteht am Reissbrett, alle Details, welche die Konstruktion und die Materialwahl beeinflussen, müssen nun eindeutig definiert werden. Dazu unterzog ich mich zuvor einer akribischen Befragung durch Stefan Bellini, der meinen Rahmen von A-Z bauen wird.
Die Grunddaten hat Röbi Stolz zwar schon für meinen ersten Renner erhoben und wie ein Patientendossier sorgsam aufgehoben, wie er dies bei allen Kunden zu tun pflegt (denn viele sind Wiederholungstäter..). Nun ging es darum, das genaue Einsatzgebiet des Velos zu bestimmen, um Sitzposition und Vorlieben bei der Ausstattung zu definieren. Mein Randonneur soll ein sportliches Velo für leicht- bis mittelbepackte Reisen in relativ gut erschlossenen Gegenden sein. Ich werde damit auch auf meine Rahmenbauer-Tour gehen.
In der Werkstatt zeichnet Stefan den Rahmen ausgehend vom alten Plan 1:1 auf dem Reissbrett von Hand. Dies erlaubt es ihm und dem Kunden, einen direkten Eindruck des Endresultats zu erhalten, was bei einer 3D-Simulation, wie sie heute gängig ist, weniger der Fall ist. Zudem werden jetzt alle massgebenden Bauteile definiert. Mein Tourenrenner wird aus einem Stahlrahmen inkl. Stahlgabel in Auftragslötung (filled brazed) bestehen, die Sitz- und Kettenstreben aus unlackiertem Chromstahl. Mir geht es nicht in erster Linie um Gewichtsoptimierung, sondern um komfortable Fahreigenschaften, Stabilität, Langlebigkeit und Flexibilität bei Montageoptionen. Das eigene Velo auf einem greifbaren Plan zu sehen, gibt einem schon mal ein gutes Gefühl!