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Thom-Asse
Prédire n'est pas expliquer. Er, René, ist einer der Thom-Asse schlechtin. Nachdem Heiner Mühlmann Leon Battista Alberti durchgelesen hat und die Stadt Florenz durchgegangen ist, geht er 10 Jahre nach Paris und liest dort René Thom.
Thom steht hier an einer Tafel, auf die er u.a. gezeichnet hat, was nach Cornelia Vismann Akte/n auszeichnet. Sie beschreibt das als wanderndes Objekt der Kanzleikultur. Leon Battista Alberti nennt dieses Objekt ein velum. Warum zeichnet Thom einen Schleier gratis auf die Tafel? Weil er Schleierforschung macht, die dem Dogma großer Trennung nicht unbedingt Folge leistet.
Die vergleichende Schleierforschung irritiert, weil sie im Sinne der kannibalischen Metaphysik irrisiert, biegt, kurvt und Schritt für Schritt von Scharia über Scientia, Skifahren und Palazzo Schifanioa zur Autopoiesis kommt, und das auch noch gratis und gratiös. Eben dachte man doch, dass Aby Warburg anders als Niklas Luhmann sei und dass Fabian Steinhauer etwas anderes als Thomas Vesting oder Ralf Seinicke etwas anderes als Ino Augsburg tun würde. Das machen sie auch.
Aber das Andere ist nicht total anders. Thom ist der Schreiber der Chaos-Theorie. Chaos, so hat uns gestern Mauricio im Seminar Reading Vismann erläutert, ist der griechische Begriff für O, den offenen Mund, der offen ist, wenn er perplex ist, schreit oder gähnt. Wir gähnen, wir gehen, wird sich zeigen, wohin. Chorus: Wohin? Ins Kinorecht! Fragt mich letztens doch wirklich ein Kenner der Medienverfassung, wer denn dieser Albert Hellwig wäre und was das mit Dieter Grimm zu tun hätte. Funny! Yesterday my life was full of pain.
Bruno Lima
1.
Walter-Kolb-Preisträger, dazu Otto-Hahn-Medaille oben drauf. Bruno Lima ist einer der MitOrganisatoren des Seminars Reading Vismann 2. Er ist das erfolgreichste Mitglied der Frankfurter Schule, Abteilung Benjamin, die ihn als Schüler nicht aufgenommen hat. Dann eben als Lehrer. Sein Buch hat etwas von dem, was die Kritische Systemtheorie Oberfläche nennt. Das Buch ist, wie die Baseler Archäologie sagt, oberflächlich... aus Tiefe! Die Abteilung Benjamin nimmt überhaupt niemanden als Schüler auf, sondern alle als Benjamin, als Walter des Jüngsten. Alle sind dort Kinder, sürreal, besonders die Lehrer, weil sie so schön lange geübt haben, fünfjährig zu sein. Alles wird, alles weird but wireless pLan, alles soll fünfjährig sein, alles soll plastisch sein. I've seen the future and IT will be in itAlien.
2.
Hauptsache itAlien. Wovon das Projekt Re-Artikulation einer Geschichte und Theorie juridischer Kulturtechnik träumt? Unter anderem von Bücher wie dem, das Bruno Lima gemacht hat. Das Buch hat deutlich wahrnehmbar Odem/ Atem. Lima agiert, wie Vismann das in Babel, einem Buch für Werner Hamacher von Gaius schreibt. Er agiert akzentuiert. Er agiere akzentuiert, schreibt Vismann von Gaius. Google den Akzent und frag'Meta, welche Wesen den Akzent walten lassen. Man sagt, das seien die Musen, wie Mnemosyne eine sein soll. Lima agiert so, wie Warburg das von Pathosformeln sagt: wahrnehmbar passioniert. Dass Bruno Lima das Seminar mitOrganisiert, das ist eine Ehre für das MPI.
3.
Es bringt nichts, die Form oder den Inhalt zu fokussieren und zu fixieren. Man muss das Schreiben ändern und auf den Zug/ die Caria/ die Caritas/ die Grazie freier Trennung/ Assoziation und Austauschmanöver bringen. Das hat Bruno Lima schon immer getan. Darum macht der die anderen Walter-Kolb-Preisträger, die Stadt Frankfurt und das MPI sehr glücklich bis ein bisschen Stolz. 2007 gab es für den Bildregeln den Walter-Kolb-Preis. Hat man einmal so eine Trophäe 🏆 ergattert, hofft man, dass das Preisen zunimmt. Ich habe keine Preise mehr bekommen, aber bei jeder Preisverleihung dieses Preises fiebere ich und hoffe, dass die Frauen und Männer besser und immer besser schreiben, damit dieser Preis jedes Jahr wertvoller wird. Helena Lindemann, hurra, Maximilian Pichl, hurra, Bruno Lima Superjackpot, vermutlich hat sich meine alte und inzwischen verstaubte und vergilbte Urkunde im Wert vervierfacht, als Bruno den Preis bekam. Nachts alleine am Schreibtisch im Mondlicht nenne ich ihn einen richtig regsamen Vismannianer. Das Buch has a strong touch of 'Geschichte and Eigensinn' (Oskar Negt/ Alexander Kluge).
et in weimar ego
1.
2010 war ich mitten in der Habilitation mit dem Thema Medienverfassung. Am 28.8.2010 starb an einem Samstagmorgen, nur eine Woche plus einen Tag nach Christoph Schlingensief, der an einem Freitagmorgen starb, Cornelia Vismann.
Mir war nicht aus eigener Erfahrung klar, wieviel Wasser und wieviel Salz in einem Menschen sitzt, bis diese Wochen mir davon etwas gezeigt haben. Das war die Brandung eines ohnehin flutenden Jahres, in dem ich selbst auch mit etwas zu tun oder zu knabbern und knuspern hatte. Es war einer lieben, sanften, sensiblen, guten Freundin zuerst und dann das erste mal (!) auch mir aufgefallen, dass ich aus Rom komme, einer Stadt mit vorgeschobenen Linien, die polis/ polos/ polus ist.
Zwei Wochen nach dem Montag nach dem Samstag klingelte das Telephon. Friedrich Balke rief an und fragte, ob ich den Lehrstuhl für die Geschichte und Theorie der Kulturtechniken vertreten möchte. Mitten in der Habilitation zum Thema Medienverfassung, die an einen juristischen Fachbereich geschrieben wurde, habe ich mehr oder weniger sofort, aber ohne mehr und weniger, nämlich unbedingt maximal akzentuiert ja, ja gesagt. Das war ein JAJA über den Tod zweier Menschen und den Verlust einer guten, sensiblen, sanften, lieben Freundin hinweg, die mir alle das Leben sind und die ich immer wissen und missen werde. Das ist der Lauf der Dinge.
Den Lehrstuhl hatte Cornelia Vismann vertreten, für Bernhard Siegert. Die Aufgabe bestand darin, jemanden zu verteten, von dem die Leute bis heute sagen, sie sei tot. So habe ich es verstanden, so verstehe ich das möglichst absichtlich, auch wenn man das nicht vollständig absehen kann. Andere verstehen es anders. Man kann die Toten nicht stellvertreten, das sehe ich auch so. Schon dass die Toten Angehörige bleiben und dann in sortierte Gräber gelegt werden, ist ein Zumutung. Mir scheint, dass Pietät da leicht und mit schweren Folgen missverstanden wird. Ich vertrete aber nicht die tote Cornelia Vismann und wir sind uns nie angehörig, nicht ein Zipfel gehörig gewesen. Ich vertrete ein Nachleben, das eine lange, aber viel zu kurze Zeit Via Cornelia (Rom, googelt it, Hauptsache itAlien) ging. Dass mir die Texte von Cornelia Vismann oder über Cornelia Vismann hochgeladen sind, das ist der Lauf der Dinge.
2.
Et in Weimar ego hieß, was Lehrstuhlvertretung oft heißen. Man soll sofort die großen Veranstaltungen übernehmen, die sonst keiner machen will. Keiner wollte eine Einführung in die Medienwissenschaft oder die Mediengeschichte machen, also dachte man, dass das am besten derjenige macht, der am wenigsten davon weiß, der Anfänger, der Steinhauer. Der ist zwar Jurist und Juristen wollte man eigentlich nicht, sondern Medienwissenschaftler, aber was tut man nicht alles für die Anfänger, seien es Professoren oder die, die man leicht infantil Studis nennt obwohl es Leute sind, die hochgewachsen die Geschlechter teilen.
Ich konnte mich nicht seriös im akademischen Sinne vorbereiten, das wußten auch die Seriösen im Background und Backoffice, aber wozu habe ich in der medientechnischen Spezialdisziplin anti-akademischer Punkismus bei Bazon Brock promoviert? Also habe ich einfach Den Lauf der Dinge von Fischli und Weiss vorgeführt und später über Gaius, die mancipatio, Sklaven, Stifte und Postsäulen und den Wertverfall von Papier gesprochen, da können Juristen was zu sagen. Reicht doch. Der Film selbst reicht. Man braucht nicht viel, immer reicht nur eins. Wenn dieser eine Film nicht die beste Einführung in die Mediengeschichte ist, dann kündige ich sofort. Die beste Freundin, die ich Weimar gewonnen habe heißt Franziska Kleemann, die eine weise Ratgeberin bis heute ist. Sie war Anfängerin wie ich Anfänger war. Und wie pochende Herzen und runde Köpfe immer bleiben. Tok, Tak, Tik, Tuk und Tek.
3.
Via Cornelia ist eine antike römische Straße, die nicht in Nord/Süd-Richtung verläuft, sondern in West-Ost-Richtung verläuft. Entweder beginnt sie am Vatikan oder sie endet dort, in jedem Fall ist Westrom der östliche Pol dieser Linie. Ja was denn sonst?
Welche Straße soll man sonst Via Cornelia nennen? Welcher Verkehrsweg, wenn nicht der, der seit der Antike so verläuft, soll via Cornelia verlaufen?
Man unterschlägt immer etwas, wenn man etwas unterscheidet. Cornelia Vismann hat rüber gemacht, unter anderem über die Alpen von Norden nach Süden, um die Via Cornelia einmal zu sehen. Um so mehr gilt es, itAlien.
Valerius Maximus und Titus Livius schreiben reizend und gründlich (intensiv archiviert und recherchiert), dass über die Via Cornelia die Vestalinnen, wüst kochende und herende Priesterinnen versetzt wurden. Nach Caere, Klar. Mich überrascht hier gar nichts. Keine Krise kann mich schocken. Der Ort hieß in der Frühzeit Kaiserie und später Caisra. I believe it sofort. Via Cornelia ist eine breite Gasse gewesen. Die Brasilianer im Troja Brasiliens, die wiederum das Recife Roms spiegeln, nennen so einen Weg lado, genau der richtige Weg für Lady Justice Cornelia.
Caera kann man mit Caixa/ Cache übersetzen, denn das ist eine Hafenstadt, Landungmöglichkeit, dort kescht man die Schiffe, die Matrosen, die Fische und die Vestalinnen. Ich weiß, ich Fischli! Wozu bin ich den römisch? Dorthin wurden die vestalischen Nymphen versetzt, dort vernetzt, nachdem sie aus Rom versetzt wurden. Caere, Kaiserlei, Kreisverkehr, Kreistadt am anderen Ende der Via Cornelia, nicht an dem Ende, wo der monströse Kreischhügel namens Mons Vaticanus liegt, ist eine Hafenstadt und wird es immer bleiben, so lange die Archen schiffen. Chaisrie, Chaire, Caisra oder auch Cisra, so heißt die Hafenstadt in etruskischen Quellen (sic!) mit entsprechenden Quallen oder Medusen, mit noch in kleiner Form kapitalen Schlangenbuchstaben (unter anderem s) geschrieben. Who's afraid of letter? Caera ist der Stuhl, den man zur besseren Unterscheidung vom heiligen Stuhl nicht den heiligen Stuhl nennt. Das hat den praktischen Vorteil und die praktische Nebenwirkungen, dass man dann auch Ost und West auseinanderhalten kann, denn der heilige Stuhl liegt im Osten dieser Straße und der Stuhl, den man nicht heilig nennt, der liegt im Westen dieser Straße.
Via Cornelia ist die Chausse (Chose/ Causa/ Sauce/ Schoß/ Schloß). Sie pendelt zwischen Kaiserie und Vatikan, chair du monde und santa sede, der seinen Namen freilwillig von den Säuglingen hat, die sich mit ihrem letzten Schrei besonders brüsten. Welchen Weg sonst soll' man bitte schön Via Cornelia nennen, wenn nicht diesen?
Wenn das nicht der passende Name schlechthin ist, kündige ich sofort!
4.
Eine Möglichkeit der juridischen Kulturtechnik, die man Lesen nennt, besteht darin, das Wissen zu begehren. Die andere Möglichkeit besteht darin, das Begehren zu wissen. Man kann Texte lesen, um zu erfahren, was man vom Text begehrt. Keine schlechte Möglichkeit, und selbst wenn: die Laster machen es versiert etc. Wie lesen die Leute zum Beispiel Kulturtechnik und Souveränität von Cornelia Vismann? Sie schreiben es auf, dann erfährt man etwas davon. Man liest es, dann erfährt man etwas davon.
Kulturtechnik und Souterrainität
Personen, Dinge und... Action! Auf jeden Aufsatz von Vismann, der zitiert wird, kommt einer, der nicht zitiert wird. Auf jeden Versuch, Vismann zu fixieren kommt ein Scheitern, was immerhin Chancen bietet. Auf jeden Versuch, Vismann als eine darzustellen, deren Denken ans Ende gekommen wäre oder sich erschöpft hätte, kommt ein Lachen, ein Wachen, ein Rasen, ein Regen. Auf jeden Schritt, sie tot zu behandeln, bebt ein Nachleben. Vismann wäre keine römische Dame, wenn sie nicht selber die anarchische Hetäre wäre, der sie in ihrem Beitrag zur Baseler Archäologie (Vom Griechenland) ein Denkmal gesetzt hat.
Was in Tübingen aus Vismann gemacht wurde: alles mögliche, aber nichts mit Babylon und Pfingsten, nichts mit regnenden Zungen und distinktem Geist, nichts mit Mondacht, Milchspeise, Offenbarung und Berg Sinai. Mein Verdacht: man hat das Treffen in Tübingen auf das falsche Datum gelegt.
Reading Vismann 2
1.
Das Thema dieses Buches sind die Grill- und Grundrechte.
Das Cover dieses Buches war ein Thema des Vortrages "Die Nachfolgerin" (Weimar 2014) aus dem fröhlich zauberhaft anfangenden und fröhlich zauberlos endenden Kapitel et in weimar ego. Alles was entsteht, ist Wert dass es zugrunde geht.
Das war einer der Vorträge, die man mit einem Bild aus Gaius Institutionen als actio, mancipatio oder venditio sich vorstellen kann. Er warb um Erwerb und gab ein Kupferstück. Der Vortrag handelte von diagonaler Wissenschaft und ist schief gegangen, was zu erwarten war. Er führte zwar zu der medienwissenschaftlich interessanten Stelle, nämlich der zweiten und sekundären Stelle, aber auf einer Berufungsliste, und darum nicht dazu, dass die Geschichte und Theorie juridischer Kulturtechniken nochmal sechs Jahre in Weimar bekommen hat. Der Ausschreibungstext hatte schon auf Initiative aller ausser einem Bewerber das Thema Recht gestrichen. Er war bei der Sitzung persönlich anwesend und ihm fiel die Kinnlade runter, aber als zukünftiger Bewerber hätte es noch blöder ausgesehen, wenn er am Ausschreibungstext mitgemischt hätte, also Stoa. Und dann doch lieber elitär wie der Sniper und Rätekiller Kantorowicz mit seiner Lehre, dass alles das, was nicht hier statt findet, da stattfindet, und dann doch lieber mit der anthropologischen Erfahrung, dass alles das, was hier vorkommt, auch da vorkommt, nur in anderer Reihenfolge. So bekam die Geschichte und Theorie juridischer Kulturtechniken eben mehr Zeit in Basel und mehr Zeit in Recife um schließlich für sieben fette Jahre da zu landen, wo Vismann mit dem Aktenbuch angefangen hatte, wenn der Anfang die Einreichung eines Buches ist: am MPI in Frankfurt. Das ist detour, das ist Umweg, das ist Latours black box, das ist juridische Kulturtechnik, das ist Kreuzen, kontrafaktisch operieren. Das kann nicht nur schief gehen, das muss schief gehen, aber nicht total schief, denn dann wäre es schon wieder gerade.
2.
Im Kreuzverhör verraten die Frager mindestens so viel, wie die Befragten. Das Kreuzverhör ist riskant und Anwälte lernen, nur die Fragen zu stellen, deren Antwort sie schon einkalkuliert haben. Das können unterschiedlich, sogar widersprüchliche Möglichkeiten sein, aber strategisch einkalkuliert sollen sie alle sein. Das ist total einfach, wenn man als Anwalt nichts zu verlieren hat und Ambiguität auspielen will. Dann ist jeder Widerspruch guter Spruch. Hat man zu verlieren, wird es schwieriger. Hatte der Votragende was zu verlieren, seinen Job. Die Kommission hatte nichts zu verlieren ausser den Bewerber, aber es gab noch andere. Gerade darum hat der Vortragende im Kreuverhör mehr über die Kommission erfahren als sie über ihn, blöde Situation. Mit welchem Widerstand Vismann nach Weimar gekommen ist, das wurde in dem Vortrag grell deutlich. Und nicht nur da. Vor dem Votrag sagten Ratgeber, das sei aber toll, dass der Vortrag von Vismann handeln würde. Nach dem Vortrag sagten die gleichen Ratgeber, das sei absurd gewesen, über Vismann zu sprechen ob ich denn nicht gewußt hätte, wir umstriten ihre Position in Weimar war. Eine fröhlichere Wissenschaft als in Bremen finden wir allemal., in Weimar erst recht, auch so schreibt sich das Kapitel et in weimar ego.
Der Vortrag handelte von einer Kontrafaktur, einer Umstellung. Auf dem Cover werden zwei Worte verwendet (viel mehr) die im Inneren des Buches, im Text, ein Wort sind (vielmehr). Ah, oh: Dehnungsfugen! Das eine ist eine Steigerung, das andere eine Korrektur, das muss sich nicht widersprechen, aber es kann. Nanu, was denn jetzt? Steckt jetzt der liebe Gott oder der Teufel im Detail? Im Detail ist alles anders (Stolleis) aber doch nicht total anders. Ist Vismann Frage ein Apell zur Negation oder zur Affirmation des Recht oder zur negativen Affirmation (nach Bazon Brock: Dienst nach Vorschrift und alles, was regeln solange befolgt, bis die Regel bricht; ooops, i did it against).
2.
Es liess sich auch nach Gespräch bei Merve nicht klären, ob die Umstellung mit oder ohne den Willen Vismanns erfolgte. Eine Geschichte und Theorie juridischer Kulturtechniken rekonstruiert so etwas nicht, weil die Phänomenologie des modernen Subjektes nicht akzeptiert wird oder man nicht vom Persönlichkeitsideal des Autors der gar einen Staatsrats ausgeht, der ein zuverlässiger Stellvertreter seiner Meinung wäre. Das alles kann man tun.Sie rekonstruiert dennoch das Ensemble, die Schreibszene, die windigen Verläufe, weil das die Fragestellung ist, weil man das will und es einen treibt. Vismanns Begriff des Begehrens ist nicht mit dem Klagebehren der ZPO und nicht mit dem Klagebegehren der Psychoanalyse identisch, überlappen kann es sich. Das ist ein Begehren, das durch Rom geht, dort verkehrt und nach Rom pendelt, also auch Verkehren und Verzehren im Sinne Aby Warburgs ist. Warburg ist als jemand lesbar, der alles das, was daran Passion ist, auch in Aktion kippen lassen will. So lese ich auch Vismann wegen ihres Satzes zur Notwendigkeit der Formulierung neuer, operabler Unterscheidungen aus dem Aufsatz den sie Kulturtechnik und Souterrainität (Kellerlöchrigkeit) hätte nennen können aber dann doch Kulturtechnik und Souveränität genannt hat, um den Leuten entgegenzukommen. Gib ihnen den kleinen Finger, dann nehmen sie die ganze Hand. Ist fraglich, ob man's will. Moskau 1993: will man das? Frankfurt 2025: will man den Leuten entgegenkommen?
Vielmehr/ viel mehr
Mit großer Freude mache ich darauf aufmerksam, dass nächste Woche Mittwoch Reading Vismann Season 2 Episode 2 statt findet. Wir konnten Maurício Gonzalez Rozo, genannt Ross und Rosso für den Impuls gewinnen. Ich werde auch impulsiv werden, und wie! Wir haben vielmehr/ viel mehr zum Cover eines Buches etwas zu sagen.