Kein autofreier Sonntag in Starnberg - warum?
Von außen sieht das recht einfach aus: Sperrung der Innenstadt - da braucht es doch nur das Aufstellen von ein paar Sperrbarken an mehreren Stellen. Das ist aber nur die kleinste organisatorische Aufgabe. Die wäre auch kurzfristig zu lösen gewesen.
Auch ist der Autofreie Sonntag am 11.9.2022 in diesem Fall keine Vorgabe eines Gesetzgebers, sondern eine freiwillige Initiative. Das heißt, dass die Stadt Starnberg bzw. jede andere Gemeinde sich um das Organisieren und das Einhalten aller Regelungen im Zuge von Sperrungen etc. zu kümmern hat und nicht das Landratsamt Starnberg, der Freistaat oder der Bund.
Und wenn sich schon jemand aufregt, weil er für ca. 4 Stunden aufgrund einer sonntäglichen Veranstaltung in einer einzigen Straße nicht zu seinem Parkplatz kommt, kann man sich ausmalen, welches Potential sich entfalten würde, wenn man für einen noch längeren Zeitraum ein ganzes Innenstadtgebiet sperrt.
Früher mussten für Sperrungen bei weitem nicht so viele Regeln eingehalten und Vorarbeiten getätigt werden. Da gab es einfach weniger zu beachten. Auch haben sich früher mehr Bürgerinnen und Bürger an die aufgestellten und nicht kontrollierten Regeln gehalten. Gerade was Straßensperrungen angeht, sind die Fälle, wo einzelne Anwohner oder Verkehrsteilnehmer die Sperrbaken gesperrter Straßen einfach zur Seite schieben, um doch in den gesperrten Bereich einzufahren, schlichtweg vorhanden. Sollen die dann toleriert werden? Ist das Gebiet dann noch autofrei?
Jetzt kann man sich natürlich auch fragen, warum in den letzten Jahrzehnten immer mehr Regeln und Vorgaben festgelegt wurden, die es zu beachten gilt? Vielleicht, weil wir alle mit 0-Risiko durch Leben gehen wollen und Verantwortung gerne auf die öffentliche Hand abladen, die sich dagegen dann wiederum abzusichern hat?
Es ist eben alles nicht mehr so einfach wie früher.












