stefan george
Warum sah Stefan George in Stauffenberg einen Mythos vollendet?
STEFAN GEORGE sah in Claus von Stauffenberg die physische und geistige Reinkarnation des staufischen Adelsideals, das für ihn die höchste Blüte deutscher Geschichte verkörperte.
Der Name „Stauffenberg“ allein weckte in George die Assoziation zum Kaiserreich der Staufer, welches er als visionäres „Geheimes Deutschland“ jenseits der modernen Massengesellschaft beschwor.
In der aristokratischen Haltung und der kühlen Disziplin des jungen Grafen erkannte der Dichter jene heroische Form, die er den Kaisern in seinem Gedicht „Die Gräber in Speier“ zugeschrieben hatte.
George betrachtete Stauffenberg als einen der „Erscheinenden“, der dazu berufen war, die sakrale Reichsidee der mittelalterlichen Herrscher in eine geistlose Gegenwart hinüberzuretten.
Die Identifikation ging so tief, dass George in Stauffenberg den ritterlichen Vollstrecker einer neuen geistigen Ordnung sah, der die Macht nicht aus Gier, sondern aus einer ahnenreichen Verpflichtung heraus ausüben sollte.
BASTIAN · VAN · DIETZ













