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이게 사실인가요? 만약 그렇다면, 불쌍한 어머니…얼굴이 모자이크 처리되지 않았네요 😥😓
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wowww 😋
#1971 #Throwback #USPS My Daddy shaking hands with then #DallasPostmaster #JimLusby with #GeorgeBoylson in the center. My Daddy used #CPR to save a fellow #PostalWorkersLife who had a #HeartAtrack and fell over his desk. Here he is receiving a #CertificateOfAppreciation for the #Resusciation of #JohnDyer -- My Daddy's actions spurred the #DallasPostalService AT THAT TIME on to introduce #cprtraining to #PostalEmployees - #ProudOfMyDaddy Always ❤️❤️#DoddFamilyTree #dallaspioneerfamily1846 (at Usps/main Post Office)
Leben retten? Kann Jede(r)
Bitte wenigstens ab “TL;DR:” Lesen!!!
Lange nix mehr geschrieben. Sehr frei nach Rick James: “Procrastination is a hell of a habit…” Aber wenn man Medizin studiert UND Hobbys hat, muss man leider oft die Prioritäten anpassen.
Folgenden Text hatte ich schon lange vor zu schreiben. Die Notwendigkeit dieses Wissen weiter zu geben wurde mir aber vor kurzem nochmals durch ein sehr eindrückliches Erlebnis wieder bewusst: Ich durfte das erste mal außerhalb des Krankenhauses dabei helfen, in einer fremden Wohnung, einen Fremden Menschen von den Toten zurück zu holen. Mein Beitrag dazu beschränkte sich auf das etliche male trainierte Durchführen von Thoraxkompressionen, das Vorbereiten der Intubation und das Absaugen von diversen Flüssigkeiten bevor zu viel davon in die Lunge läuft. Was aber viel wichtiger war um das Leben von Frau B. zu retten, war die schnell begonnene sogenannte “Laienreanimation” durch den Lebensgefährten und den Nachbarn. Diese wurde nämlich nicht nur sehr früh nachdem Frau B. regungslos zusammengebrochen war angefangen, sondern auch sehr gut durchgeführt, bis die Kolleginnen vom Rettungsdienst übernehmen konnten.
Wer von euch hat einen Führerschein? Wer von denen die einen haben, kann sich denn an seinen “Erste-Hilfe-Kurs” erinnern? Ja, genau der Kurs bei dem ihr einen langen Tag (in dem Alter kurz vor dem 18. Geburtstag vermeintlich verkatert) in einem viel zu warmen Raum voller fremder Menschen einem Typen vom *bitte Rettungsorganisationsnamen hier einfügen* zugehört, oder auch nicht zugehört habt, der euch erklären wollte, wie man “Lebensrettende Sofortmaßnahmen” durchführt. Vermutlich gab es da auch so eine Puppe auf der ihr mal schnell ein paar mal drauf rumdrücken solltet und bei der ihr die Mund-zu-Mund-Beatmung üben konntet. Na, könnt ihr euch erinnern?
Die meisten werden sich jetzt schon daran erinnern. Aber erinnert ihr euch auch daran was ihr zu tun habt oder tun könnt, wenn plötzlich jemand zusammensackt und regungslos liegenbleibt? Zugegeben, wer beschäftigt sich schon gerne mit dem Tod oder schwerwiegenden medizinischen Notfällen, wenn einem doch dabei die eigene Vergänglichkeit so schnell bewusst wird? Leider ist das in unserer Gesellschaft immer noch eine Art Tabu-Thema und wenn man Leute darauf anspricht, reagieren einige sogar aggressiv auf die Frage “Wissen Sie, was sie tun müssten, wenn vor ihnen jemand zusammenbricht und nicht mehr atmet?" Aber das hat leider den Effekt, dass bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand in Deutschland in weniger als 25% der Fälle eine Laienreanimation durchgeführt wird. Mit fatalen Folgen für die Patienten.
Aber fangen wir mal mit dem wirklich informativen und wichtigen Teil des Textes an. Wenn ihr sonst nichts von all dem hier lesen wollt, wenigstens das hier:
TL;DR:
Angenommen eine Person liegt vor euch und bewegt sich nicht mehr, habt ihr folgendes zu tun:
1. Eigenschutz beachten!
Ist das eine Situation in der ich mich Selbst gefährden würde, wenn ich demjenigen helfe?
Ja? -> Entweder man kann die Gefahr beseitigen oder sich wenigstens ein absichern (Unfallstelle absichern) oder man ruft wenigstens die 112 an und sagt, wer man ist, was passiert ist, wo der Notfall ist und wartet auf Rückfragen bzw. Anweisungen.
Nein? -> weiter zu Punkt 2.
2. Angucken! Ansprechen! Anfassen! (Ein vielleicht unpassender aber umso einprägsamerer Vergleich, Das Disco-Schema: Erst Blickkontakt, dann Ansprechen, dann dezent Körperkontakt herstellen, so klappt der Flirt beim nächsten Club-Besuch)
Angucken: Liegt die Person mit offenen Augen da? Sieht man von Weitem schon Atembewegungen? Wie sieht die Gesamtsituation aus?
Ansprechen: LAUT und DEUTLICH: HALLO, ALLES IN ORDNUNG?
Anfassen, wenn die Person auf oben genanntes nicht reagiert: Mal kräftig an der Schulter rütteln. Wenn das nicht reicht, mal mit den Fingerknöcheln kräftig auf dem Brustbein (Der Knochen mitten auf dem Brustkorb) reiben. Das nennt sich dann "einen Schmerzreiz setzen” oder auf deutsch “ein bisschen wehtun”.
Keine Reaktion auf das alles? SPÄTESTENS jetzt solltet Ihr oder am besten jemand in der nähe den Rettungsdienst anrufen (112). Weiter zu Punkt 3.
3. Atmung checken!
Dafür sollte die Person auf dem Rücken liegen. Den Kopf solltet ihr, so weit es ohne zu viel Gewalteinwirkung geht, nach hinten in den Nacken kippen. Das kann man machen, indem man mit einer Hand das Kinn so weit wie möglich nach oben schiebt und man dann mit der anderen Hand den Kopf an der Stirn festhält, damit er nicht zurück kippt.
Dadurch wird der Zungengrund gespannt und kann nicht mehr samt der Zunge nach hinten rutschen und den Rachen verlegen und somit die Atemwege abdichten.
Jetzt legt ihr am besten eure wieder frei gewordene Hand (war vorher noch am Kinn) und legt diese auf den Brustkorb der Person.
Mit eurem Ohr geht ihr nun so nah wie möglich an den Mund und die Nase der Person und schaut in Richtung Brustkorb.
Somit könnt ihr hören, sehen und fühlen ob die Person noch Atmet. Zählt in Gedanken entspannt von 10 abwärts. Wenn ihr in dieser Zeit keinen Atemzug bemerkt solltet ihr sofort mit Punkt 4. beginnen.
4. Drücken! Drücken! Drücken!
Aber wie?
Mitten auf den Brustkorb liegt einer eurer Handballen, der andere Handballen auf dem Rücken der ersten Hand, die Arme durchgestreckt, kniet ihr so nah wie möglich neben der Person. Die Kraft sollte vor allem aus eurem Rumpf kommen. Man kann sich das in etwa so vorstellen: Man lehnt sich aktiv auf dem Brustkorb auf bis dieser 5-6cm weit eingedrückt wird, verwendet am besten sein Eigengewicht als zusätzliche Hilfe und richtet sich dann mit Hilfe seiner Rückenmuskulatur wieder soweit auf, dass man keinen Druck mehr auf den Brustkorb ausübt. Und das immer wieder. Jedes mal gleichmäßig den Brustkorb eindrücken und wieder vollständig entlasten.
Wie schnell?
Mit einer Frequenz von 100 bis 120 mal in der Minute. Das ist ca. 2 mal die Sekunde (Ja, das ist recht schnell). Im Kopf könnt ihr euch Yellow Submarine, Stayin’ Alive oder auch Highway To Hell dazu vorstellen, diese Lieder haben ungefähr das passende Tempo.
Und was wenn…?
Nix wenn, einfach drücken bis der Arzt (Oder eben der Rettungsdienst) kommt!
Ja, es kann passieren das Knochen brechen und das wird es auch. Die Kollegin vom Rettungsdienst und Ich haben Frau B. auch das Brustbein und ein paar Rippen gebrochen, nachher ist das zwar nicht angenehm für die Patienten, aber sie sind dafür auch nicht tot.
Wechsel!
Wenn man nicht alleine ist, sollte man nach spätestens 2 Minuten tauschen, da sich nachweislich nach 2 Minuten die Qualität der Thoraxkompressionen verringert.
5. Beatmen?
Die Reanimationsleitlinien der European Resusciation Council betonen in ihrer neuesten Version aus dem Jahr 2015, dass eine Reanimation am besten mit einer Beatmung durchgeführt wird. Gleichzeitig besteht aber das Problem, dass genau dieser Teil an der Reanimation für viele potentielle “Laienreanimateure” derjenige ist, der am meisten für Hemmungen dagegen sorgt im Ernstfall einzugreifen. Da es am wichtigsten ist, sauerstoffreiches Blut aus dem Rest des Körpers in das Gehirn zu bringen, sollte das durchführen der Thoraxkompressionen im Vordergrund stehen.
Also halte ich es Kurz:
Man sollte 30 mal Drücken, dann zwei mal versuchen zu beatmen. (30zu2) Danach sofort wieder weiterdrücken.
Dabei wie beim “Atmung checken” den Kopf weit nach hinten kippen.
Entweder den Mund der Person weit öffnen und mit seinem eigenen weit geöffneten Mund umschließen und dabei die Nase zuhalten. (Mund-zu-Mund-Beatmung)
Oder den Mund der Person schließen und dessen Nase mit seinem eigenen Mund umschließen. (Mund-zu-Nase-Beatmung)
Beatmet wird wie wenn man normal ausatmet, einfach ein gleichmäßiger, kurzer und nicht tiefer Atemzug.
Wer wegen der Angst sich mit irgendwas anzustecken oder einfach aufgrund von Ekel (absolut verständlich) dies nicht möchte, sollte wenigstens die Thoraxkompressionen durchführen. Als kleine Hilfe gegen zu viel Körperkontakt kann man sich kleine Beatmungshilfe-Folien als Schlüsselanhänger verpackt kaufen.
Wichtigste Fakten auf einen Blick:
Eigenschutz beachten und Hilfe rufen!
Prüfen: Ansprechbar? Erweckbar? Atmung?
Drücken: 120/Minute, 5-6 cm tief, jedes mal voll entlasten!
Rhythmus: 30:2 (Thoraxkompressionen:Beatmungsversuche)
Mein zugegeben nicht so kurzes TL;DR ist hiermit zu ende.
But wait, there’s more!
Hab noch einige Zusatzinfos im Gepäck die ich im Laufe der nächsten Tage als Nachtrag liefern werde:
Was kann ich außerdem tun?
Wie kommt es zum Herz-Kreislauf-Stillstand?
Wieso prüfen wir nur die Atmung?
Warum ist die Thoraxkompression so wichtig?
Was passiert nachdem der Rettungsdienst die Versorgung des Patienten übernommen hat?
Was hatte Frau B. und wie geht es ihr?
Vor allem aber, interessieren mich Eure Fragen!
Wer einen Tumblr-Account hat, rechts Unten findet ihr die Fragen? Kommentare? Anregungen? Kritik?
Ansonsten per PN auf Facebook oder ihr schreibt mir eine Mail an marktrix(at)freenet.de
Weiterführende Links:
https://www.einlebenretten.de/
https://www.erc.edu/
http://www.grc-org.de/
Grüßle und bleibt Gesund!
Mark