Ringvorlesung // MITTWOCH // 04.12.19 18:00 Uhr // Aula FB Design# /
Anne-Kathrin Schulz und Marion Simon | Theater im Digitalen Zeitalter
Seit 2010 ist die Sehnsucht des Schauspiel Dortmund, ein gegenwärtiges und
wagemutiges Schauspiel für ein Publikum des 21. Jahrhunderts zu schaffen, ein
Volkstheater für die Digitale Moderne.
„Der Live Code: Krieg und Frieden im Globalen Dorf“, „Die Borderline
Prozession“, „Die Agonie und die Ekstase des Steve Jobs“, „Die Parallelwelt“
u.v.m.: Theaterstücke, die die Gegenwart und ihre technisch-gesellschaftlichen
Entwicklungen im Fokus haben. Seit 2010 forscht das Schauspiel Dortmund
inhaltlich und formal an den Grenzen von Theater und Installation, Performance,
Coding, Game und neuer Medienkunst. Anne-Kathrin Schulz und Mario Simon
vom Schauspiel Dortmund geben Einblicke in Dortmunder Theaterarbeiten zum
Menschsein im Digitalen Zeitalter: Auf die Demokratisierung des Blicks, auf
Träume und Problemstellungen, auf Versuche, die menschlich-technische
Evolution in Theaterabenden zu thematisieren und auf das Ausprobieren von
Techniken, die neue Narrationen möglich machen.
Und sie berichten natürlich über die Akademie für Theater und Digitalität, die
Mitte 2019 in Dortmund ihre Arbeit aufgenommen hat!
Anne-Kathrin Schulz ist Autorin, seit 2010 Dramaturgin am Schauspiel Dortmund sowie seit September 2019 Vertretungsprofessorin am Fachbereich Design der FH Dortmund.
Nach ihrem Studium des Szenischen Schreibens an der Universität der Künste Berlin arbeitete sie am Schauspielhaus Bochum und am Deutschen Theater Berlin, 2001 wurde ihr Theaterstück „Unter Land“ am Jungen Theater Göttingen aufgeführt, 2002 „Silly Songs“ am Deutschen Schauspielhaus Hamburg (Förderpreis der Freunde des Deutschen Schauspielhauses). Seit Sommer 2010 ist Anne-Kathrin Schulz Dramaturgin am Schauspiel Dortmund, wo sie u. a. mit
Regisseuren Kay Voges, Claudia Bauer, Peter Jordan, Leonhard Koppelmann, sputnic, Adolf Winkelmann und Jörg Buttgereit zusammenarbeitet. Im Oktober 2016 wurde ihr Theaterstück „Die Schwarze Flotte“ von Kay Voges uraufgeführt, 2017 folgte „Memory Alpha oder Die Zeit der
Augenzeugen“ (Regie: Ed. Hauswirth). 2017 gehörte Schulz zu den Preisträger_innen des Dortmunder Kritikerpreises.
Mario Simon studierte nach dem Abitur Germanistik, Literatur- und Kulturwissenschaften, Film- und Medienwissenschaften sowie Philosophie an der Universität Bonn, der TU Dortmund und in Hagen.
In Bonn arbeitete er von 2010-2011 im Forschungsprojekt „Mediatisierte Welten“ – Deliberation im Netz: Formen und Funktion des digitalen Diskurses am Beispiel des Microblogging-Systems Twitter“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Für das Schauspiel Dortmund arbeitete Mario Simon erstmals bei „Einige Nachrichten an das All“ (Regie: Kay Voges, Beste Inszenierung NRW Theatertreffen 2013, 2. Platz Experimental Film Sunset Filmfestival Los Angeles). Seit 2013 ist er fest im Ensemble, seit 2014 als Videokünstler und Leiter der Videoabteilung. In dieser Funktion
arbeitete er mit Kay Voges (u.a. „Die Borderline Prozession“ und „Die Parallelwelt“), Claudia Bauer, Jörg Buttgereit und Klaus Gehre („Minority Report“) –sowie mit dem Regiekollektiv sputnic am ersten Live-Animationsfilm der Welt, „Die Möglichkeit einer Insel“ und Marcus Lobbes bei „Ich,
Europa“. 2017 wurde Mario Simon mit dem Nachwuchsförderpreis des Landes NRW ausgezeichnet. Seit 2019 ist er Leiter der Medienabteilung der Akademie für Theater und Digitalität.