Lucanus - Rottaler Stallion
The Rottaler is one of Germany’s oldest breeds, but it is critically endangered. There are only 80 individuals left.

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Lucanus - Rottaler Stallion
The Rottaler is one of Germany’s oldest breeds, but it is critically endangered. There are only 80 individuals left.
Am ersten oder zweiten Tag unseres Aufenthaltes im Hotel Birkenhof in Bad Griesbach kam mir morgens eine Frau mit einem Rennrad unterm Arm auf der Treppe entgegen. Sie schien eine Ausfahrt vorzuhaben und war so geschäftig, dass ich mich nicht traute, sie anzusprechen. Ich war erst einmal verwirrt, denn mit Rennradfahrer*innen hatte ich hier oben auf dem Hügel und in dieser Gegend nicht unbedingt gerechnet. Abends beim Abendessen dann sah ich die Frau wieder, dieses Mal aber in Gesellschaft einer ganzen Gruppe von Leuten. Jede und jeder von ihnen hatte etwas an sich, was darauf schließen ließ, dass sie alle Rad fahren, und ich nahm mir vor, sie bei nächster Gelegenheit einfach einmal zu fragen, wer sie sind und was sie in Bad Griesbach machen. Die Gelegenheit bot sich bald, denn eines Abends saßen die Gruppe und wir an benachbarten Tischen beim Abendessen. Ich sprach den Mann an, den ich als den „Leader“ ausgemacht hatte. Er erzählte mir, dass die Gruppe vier Monate lang immer zweimal die Woche zusammen Rennrad gefahren war, dabei nach einem Konzept das Trainingslevel stetig gesteigert hatte und jetzt eine Woche hier in Bad Griesbach zum Abschluss einige Ausfahrten von so um die 100 Kilometern unternehmen würde. Das Ganze hatte wohl etwas mit der Schwäbischen Zeitung zu tun und auf den Trikots hatte ich den Schriftzug „ProSport“ ausgemacht. Natürlich machte mich das neugierig. Ich googelte ein wenig und fand das: https://meine.schwaebische.de/move/ Das musste es sein. Es war eine lustige Truppe, die jeden Tag zusammen fuhren, aber auch beim Frühstück und Abendessen zusammen saßen. Sie hatten offensichtlich viel Spaß. Und waren immer total bei der Sache, wenn es ums Radfahren ging. Sie hatten ihre Rennräder dabei und bewahrten sie sicher auf ihren Zimmern auf (deswegen auch die Begegnung auf der Treppe am ersten Tag). Wenn ich sie so sah, dachte ich, dass das ein tolles Konzept ist, so ein Hardcore Rennradtraining zusammen mit einem gemeinsamen Abschluss in einer schönen, aber auch fordernden Gegend. Denn tatsächlich ist es ja im Rottal auch mal flach, meistens aber geht es hoch und runter, und das nicht zu knapp. Und zwar war das Wetter in der Woche wunderschön, aber es war auch sehr heiß und ich schätze, dass gerade die Ausfahrten in den Nachmittag hinein, wenn es immer heißer wurde, sicher nicht nur ein Vergnügen waren, vor allem, wenn am Ende unweigerlich ein etwa zwei Kilometer langer Anstieg zurück ins Hotel in Aussicht stand. Das tat aber offensichtlich der Freude keinen Abbruch, denn sie waren immer unterwegs und immer bei der Sache. Am Ende erzählten sie mir, dass sie etwa 420 Kilometer Rad gefahren waren. Wow, Chapeau! Mein Sohn und ich kamen gerade mal auf die Hälfte. Na ja, mit geliehenen Mountainbikes und einfachem Drauflosfahren vielleicht auch nicht so schlecht. Das Konzept Move gibt es offensichtlich schon länger und es sind etwa 120 Leute, die dabei mitgemacht haben und wohl noch zusammen Rad fahren. Ein bisschen schade, dass von den Fahrten nichts auf Strava zu finden ist, ich glaube, da würdet Ihr auch gut hinpassen. Und das Konzept auch. Für mich war es eine große Freude, Euch kennen zu lernen. Ich wünsche Euch immer gute Fahrt und Kette rechts. Meine Kontaktdaten findet Ihr hier, vielleicht hat ja jemand Lust, lose mit mir in Kontakt zu bleiben. Denn man sieht sich ja bekanntlich immer zweimal im Leben. Wenn ich was falsch geschrieben oder nicht richtig verstanden habe, bitte Nachricht! Und schickt mir doch mal das Foto, das ich von Euch gemacht habe. Wenn Ihr einverstanden seid, werde ich das Titelfoto dieses Beitrages dann gegen das Foto austauschen.
Blick auf die Rott Tag 3 des Radfahrens in und um Bad Griesbach. Nach dem anstrengenden „Durcheinander”am Tag zuvor sollte es heute geordnet und vor allen flach zusehen. Dazu bietet sich der Rottal-Radweg an. Der verläuft über 10 Kilometer von West nach Ost im Großen und Ganzen entlang des Flüsschens Rott, nach dem hier bei Bad Griesbach die Gegend benannt ist: das Rottal. Zuerst einmal, musste aber das Rad von meinem Sohn repariert werden. Es machte an der hinteren Bremse. Auffällige Schleifgeräusche und die Bremsbacken mussten ein wenig justiert werden. Mir mutmaßen, dass am Tag zuvor ein Teil der Strecke zumindest zusätzlich zu den Steigungen auch noch mit dem Widerstand der schleifenden Bremse bewältigt werden musste. Blöd, aber jetzt haben wir es ja gerichtet. Wir fuhren von der Therme aus den Hügel hinunter und bogen dann unten nach rechts, also nach Westen, auf den Rottal Radweg ab. Der hat zugegebener Maßen Licht und Schatten. Licht bedeutet, dass die Route durch die Auen des Rottals führt, entweder auf eigenen Wegen oder auf wenig befahrenen Straßen. Schatten bedeuten längere Stücke entlang der Bundesstraße 338, die nicht wirklich schön sind. Im Großen und Ganzen ist es aber eine eingängige, für hiesige Verhältnisse flache Strecke. Wir fuhren bis Pfarrkirchen, kehrten dort kurz ein und fuhren die gleiche Strecke zurück. Mit natürlich anderen Eindrücken auf der Rückfahrt als auf der Hinfahrt. Ich hatte mir auf der Hinfahrt ein paar schöne Stellen zum Fotografieren gemerkt. Die Strecke und die Bilder seht Ihr hier: Nicht so schlecht. Beim nächsten Mal geht es nach Osten. In Richtung Österreich.
Mein Verhältnis zum Mountainbike als problematisch zu bezeichnen, wäre vielleicht ein Tick zu viel. „Es ist keine große Liebe“ ein Tick zu wenig. Vielleicht hatten wir nicht genügend Gelegenheit, uns aneinander zu gewöhnen. Als ich anfing, Rad zu fahren, also: richtig Rad zu fahren, hatte ich auch schon einmal ein Mountainbike. Als mir das geklaut wurde, kaufte ich mir ein neues. Aber ich hatte noch nie großen Falle daran, durch den Wald zu Brettern und für die eher langen Strecken, die mir so liegen, ist ein Mountainbike eher ungeeignet. Jedenfalls waren es meine. Denn nach spätestens 60 km tat mir wirklich alles am Körper weh. Bisweilen hatte ich Lust, die letzten Kilometer einfach nur noch zu schieben. Und deswegen verlieh ich mein Mountainbike auch ohne Murren und Knurren an einem Freund und tauschte es später sogar gegen sein Rennrad ein. nicht zuletzt das ist der Grund, warum ihr hier so wenig über diese spezielle Gattung von Rädern gelesen habt in der Vergangenheit. Und nun stand ich dann nach der Odyssey zum Fahrrad da mit einem Sohn, der noch nie Mountainbike gefahren war, und zwei Mountainbikes. Na toll! Um frei nach Frank Zappa zu sprechen: this was Axels first confrontation with the Mountainbike (for quite some time). Also fingen wir erst mal einfach an. In einer Radtourenkarte, die in unserem Hotel auslag, gab es eine relativ einfach aussehende Tour von knapp 17 Kilometern hier rund um Bad Griesbach. Und siehe da, das klappte sehr gut (Zappa sagte: naturally, we went easy on him). Und mein Sohn war einigermaßen begeistert, wie ich auch. Die Räder schnurrten auch am zweiten Tag, an dem es schon etwas schwieriger und weiter wurde. Die Fahrt morgens führte über einige unbefestigte und steile Stücke, die uns ziemlich herausforderten. Der Knaller aber die Fahrt nachmittags, auf die mein Sohn bestand, wohl weil ihm die knapp 30 Kilometer morgens nicht ausgereicht hatten. Wir hatten uns eigentlich vorgenommen, auf dem Hügel, auf dem die Thermenlandschaft in Bad Griesbach etwas außerhalb des eigentlichen Ortes liegt, zu bleiben, etwas herumzufahren und die Gegend zu erkunden. Ganz ohne Route, einfach nach Karte. Komoot ermöglicht so etwas ja im „Aufnahme“-Modus. Also auf‘s Geradewohl los. Schon bald kamen wir aber vom Plan ab, als es über einen unbefestigten Weg erst sanft, dann steiler bergab ging. Wir fuhren ganz nach unten. Ich war froh, dass wir Mountainbikes hatten, so viele Schottersteine, Rillen, und Unebenheiten die Strecke hatte. Und so ging es dann weiter. Wir suchten und fanden Nebenstrecken, die mehr oder weniger befestigt waren. Einige stellten nicht viel mehr als zwei Spuren im Gras dar. Die Steigungen zum Teil fast unbezwingbar steil, vor allem noch auf dem Schotter-Untergrund. Die Abfahrten einigermaßen halsbrecherisch. Es war in der Hitze total anstrengend, aber die Aussichten über das Rottal und die wirklich einmaligen Eindrücke, etwa von ein paar alleinstehenden, aber voll tragenden Apfelbäumen auf der Höhe entschädigten für alles. Und die Anstrengung tat auch gut. Am Ende ging es dann dort wieder hinauf, wo wir am Anfang runter gefahren waren. Es war heiß und schwül und anstrengend. Aber wir kamen zwar nass geschwitzt und ausgepumpt, aber zufrieden und glücklich zurück ins Hotel. Eine kalte Dusche, eine satte halbe Stunde im heißen Wasser der Poseidon Therme und die Druckluft Massagedüsen auf allen verspannten Körperteilen brachten uns wieder auf Vordermann. Eines war klar: auf anderen Rädern hätten wir die Strecken nie bewältigen können. Mountainbike und ich: guter Start, so kann es weiter gehen.
© Carina Klinger 2013 deviantArt • tumblr • instagram
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