Es ist schlüssig, durch Bauwerke wie Weihestätten, Tempel oder Kirchen eingefasste Orte als sakrale Räume zu bezeichnen, da hier eine Abgrenzung vom umliegenden profanen (Stadt-)Raum fast immer eindeutig durch bauliche Aspekte wie Tore oder Schwellen erkennbar gemacht ist. Doch ist die Idee von sakralen Räumen viel umfassender in der Menschheitsgeschichte auszumachen als bloß in architektonischen Festschreibungen. So soll einem „hierarchisierten Ensemble“ gleich dem irdischen Ort ein himmlischer Raum übergeordnet sein, der sich wiederum einer überhimmlischen Sphäre entgegen setzt, welche mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gänzlich fiktiv ist, jedoch im kollektiven Verständnis der Gesellschaft durchaus real existiert; also als virtuelle Instanz den Menschen einen „Ortungsraum“ bietet, wie Foucault ihn nennt. Dieser Raum selbst oder auch seine Teilräume werden als beseelt wahrgenommen.
Die Säkularisierung der (westlichen) Welt bricht dabei keineswegs mit diesen Prinzipien, sondern eröffnet lediglich neue Wege, den physischen Raum durch virtuelle Räume in sakraler Tradition zu überhöhen:





