Scheitholz richtig gelagert
Egal ob als romantisches Lagerfeuer, als gemütliche Wärme aus dem Schwedenofen oder zur zentralen Wärmeversorgung mit einer Stückgutheizung: Das Verbrennen von Scheitholz ist sicher die natürlichste Art der Wärmegewinnung und nicht umsonst seit Jahrtausenden ein Teil unseres Lebens.
Entscheidenden Einfluss auf die Qualität der Verbrennung hat dabei die Lagerung des Scheitholzes. Denn im Gegensatz zu den „modernen“ Biomasse-Brennstoffen, wie Pellets oder Hackschnitzeln, wo ausgeklügelte Lösungen für die Lagerung an der Tagesordnung sind, stehen Scheitholznutzer vor der Frage: „Wie lagere ich richtig?“ Wir geben dazu einige Tipps und räumen mit Lager-Mythen auf.
Warum muss ich Holz überhaupt trocknen lassen?
Frisch geschlagenes Holz hat einen Wasseranteil von rund 50 Prozent. Verbrennt man es in diesem Zustand, entstehen neben umweltschädlichen Emissionen auch aggressive Ablagerungen, die Heizung und Kamin beschädigen können. Sogar ein Kaminbrand kann die Folge sein.
Wie hoch darf der Wassergehalt im Brennholz noch sein?
Hochwertiges, lufttrockenes Brennholz hat noch einen Wassergehalt von 15 bis 20 Prozent.
Wie lange muss ich Holz lagern, damit es ausreichend trocknen kann?
Das hängt von einer Reihe von Faktoren, wie der Länge der Scheiter, die Art der Lagerung und natürlich der Holzart, ab. Bei korrekter Lagerung und optimalen Bedingungen, das haben Trocknungsversuche des Technologie- und Förderzentrums (TFZ) in Straubing ergeben, kann schon nach sechs Monaten Lagerung ein Wassergehalt von 20 Prozent bzw. bei einer Lagerung über neun Monate von 15 Prozent erreicht werden. Sind die Bedingungen nicht optimal, dauert die Brennholztrocknung jedoch häufig ein Jahr und länger. Wer also mit Brennholz heizt, sollte vorausschauend planen.
Kann man Brennholz auch zu lange lagern?
Ja! Trockenes Scheitholz sollte auch verbraucht werden, da der Brennwert durch natürliche Abbauprozesse sinkt. Die Forscher sprechen von einer Verringerung um rund drei Prozent jährlich.
Wie lagere ich Brennholz richtig?
Im Idealfall wird Holz gespalten gelagert, da hier die Gefahr einer Besiedelung durch holzabbauende Pilze („Verstockung“) niedriger ist und die Trocknung schneller von statten geht.
Wichtig ist auch, das Holz nicht in geschlossenen Räumen zu lagern oder es in undurchlässige Plastikplanen zu wickeln. Stattdessen sind sonnige und windexponierte Lagerorte zu bevorzugen.
Der Untergrund sollte möglichst trocken sein, wobei das Holz keinesfalls direkt auf dem Boden aufliegen darf. Ein Abstand von zehn Zentimetern lässt sich beispielsweise mit Rundhölzern erreichen.
Wer sein Brennholz entlang einer Hauswand unter einem Vordach lagern möchte, sollte hier ebenfalls mindestens zehn Zentimeter Abstand zum Gebäude einhalten um die Luftzirkulation nicht zu unterbrechen.
Selbstverständlich sollte Brennholz vor Nässe durch Regen oder Schnee geschützt werden. Ist dies nicht durch ein (Vor-)Dach möglich, kann man auch eine Folie nutzen. Dabei sollte der Luftaustausch jedoch nicht gestört werden.
Fazit: Wer sich bei der Brennholzlagerung an einige Regeln hält, heizt nicht nur effizient und umweltbewusst sondern schützt auch seine Heizanlage. Mehr dazu finden Sie auch im HDG Lexikon im Internet unter: http://www.hdg-bavaria.com/service/holz-lexikon/wissenswertes-scheitholz/.