Keine Pyrolysepizza bei 500
Nach dem Abendessen stehe ich in unserer Küche und mir fällt auf, wie schmutzig der Backofen mal wieder ist. Der Rest der Familie ist verreist oder sicher im Kinderbett verstaut. Ich beschließe daher, dass dies ein guter Moment ist, mal die Pyrolysefunktion der neuen Herd-Backfenkombination auszuprobieren. Dabei wird der Ofen auf 500°C aufgeheizt, wodurch auch hartnäckiger Schmutz, also eingebrannte Fett- und Speisereste, zu Asche verbrennen sollen.
Da ich noch nie so eine Pyrolyse durchgeführt habe, sollte ich eigentlich einen Blick in die Bedienungsanleitung werfen. Bestimmt sind eine ganze Reihe wichtiger Warnhinweise zu beachten. Ich bin aber zu faul, und google stattdessen in der Küche stehend einfach mal "AEG Backofen Pyrolyse". Umgehend finde ich ein YouTube-Video, in dem ein begeisterter Nutzer den kompletten Vorgang aufgekratzter Stimme und wackeliger Handykamera dokumentiert.
Sein Ofen sieht etwas anders aus als unserer, aber das Programmsymbol für die Pyrolyse ist dasselbe. Der Ofen im Video verriegelt sich sogar automatisch während des anderthalbstündigen Vorgangs und zu beachten ist wohl nur, dass vorher alle Grillroste und Bleche herausgenommen werden müssen.
Ich drehe also den Programmknopf so, dass das Pyrolysesymbol (welches wohl rieselnde Asche darstellen soll) ausgewählt ist. Zum Starten kommen eh nur zwei Knöpfe infrage, ich drücke den, über dem |→| im Display blinkt und dort erscheint dann auch ein Countdown, der von 1:30 h rückwärts läuft.
Während des Vorgangs bleibt das Ofeninnere erleuchtet, aber außer, dass es in der ganzen Küche ein wenig warm wird, passiert weiter nichts. Gegen Ende der anderthalb Stunden stelle ich etwas verwirrt fest, dass der Countdown jetzt Minuten und Sekunden anzeigt. Die Tür ist auch bei unserem Gerät verriegelt und bleibt es auch, bis die Temperatur auf ungefährliche Werte gesunken ist. Tatsächlich ist der Ofen schön sauber geworden, aller Dreck ist zu grauem Staub zerfallen, den man nur noch mit einem feuchten Lappen aufwischen muss.
Und vermutlich ist das mit der Verriegelung eine gute Sache, weil es nicht nur Kinder fern hält, sondern auch experimentierfreudige Naturen wie mich, die sonst versucht wären, Dinge mit Molekularküche und Minutenpizza auszuprobieren.