whenever I see a YouTuber go to Germany I get nervous because I think they’ll talk shit about my country and only *I* am allowed to talk shit about my country… Lol

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#daumendrücken #deutschland #schlaaaaaand #vorwärtsjungs #dasrundemussinseckige
wow i just realized how much i love germany
Gauchogate und deutsche Debattierweisen
Dieser Beitrag zielt eher auf die Debatte über Gauchogate ab als auf den Vorfall selbst, aber zunächst sage ich kurz, wie ich das Ganze gesehen habe, damit's vom Tisch ist: Ich fand's irgendwie schade, weil die Mannschaft sich während der WM total fair verhalten hat, was man z.B. in ihrem Verhalten gegenüber der brasilianischen Mannschaft nach deren Niederlage gesehen hat. Generell, d.h. egal unter welchen Umständen, finde ich es einfach unnötig, nach einem Sieg noch über den Verlierer herzuziehen. Man kann stolz auf seine Leistung sein und sich über den eigenen Sieg freuen, keine Frage. Nur warum das Niedermachen des Gegner dazu gehören muss, ist für mich unverständlich.
Nun zur Debatte. Vielleicht ist es typisch deutsch zu nörgeln. Genauso gut ist es aber auch typisch deutsch, Kritik generell gar nicht erst hören zu wollen und sofort zu verteufeln. Gleichwohl ist es typisch deutsch, eine Kleinigkeit zu einer mittleren Katastrophe aufzublasen. Irgendwie hat sich hier gerade keine Seite mit Ruhm bekleckert. Einige Argumente fand ich entweder nicht nachvollziehbar oder einfach nur übertrieben:
Das ist eine private Veranstaltung des DFB und daher auch kein öffentliches Politikum.
Ja, der DFB ist tatsächlich ein privates Unternehmen (oder eben ein verdammt großer und reicher Verein). Und der DFB hat auch die Party am Brandenburger Tor veranstaltet, d.h. er ist dafür verantwortlich. Aber wer jetzt auf diesem Aspekt verharrt, der ignoriert willentlich und wissentlich die Bedeutung, die Fußball als Nationalsport in Deutschland hat, insbesondere die Spiele der männlichen deutschen Nationalelf. Das ist eben nicht nur privat. Sonst hieße es nämlich "Die deutsche Nationalmannschaft des Deutschen Fußballbundes ist Weltmeister geworden!" und nicht "Deutschland ist Weltmeister!" Anders als andere Sportarten ist Fußball in Deutschland ein quasi öffentliches Kulturgut, und die Nationalelf repräsentiert im Ausland daher nicht nur den DFB, sondern auch Deutschland. Und damit ist nicht nur die WM, sondern auch die Siegesfeier am Brandenburger Tor eine öffentliche Veranstaltung. Die Eintragung ins Stadtbuch und diverse andere politischen Gesten drum herum (z.B. Poldis Empfang in Köln) bestätigen das.
Das ist doch Tradition im Fußball, das soll man nicht so eng sehen.
Also Traditionen sind zwar schön und gut, aber eben nicht unantastbar. Und Gesellschaften haben so die Angewohnheit, sich weiter zu entwickeln, so dass gelegentlich auch liebgewonnene Traditionen auf den Prüfstand kommen. Zum Beispiel haben wir seit geraumer Zeit keine Todesstrafe mehr, dabei war das eine Tradition so alt wie die Zivilisation selbst! Nein, ich will damit nicht Fußballlieder auf eine Stufe mit der Todesstrafe stellen, das war lediglich ein Beispiel für Traditionen, die wir abgeschafft haben, ohne dass es uns geschadet hat. Aber um beim Fußball zu bleiben: Der hat sich auch geändert. Die Regeln ändern sich, die PR ändert sich, das Verhalten innerhalb und außerhalb des Spielfelds ändert sich - warum sollten Fangesänge da die eiserne Ausnahme bilden?
Das Lied ist rassistisch.
Auch wenn ich es unnötig fand, sich über die Argentinier lustig zu machen, so ist Gaucho meines Wissens nach kein rassistischer Begriff. Und ich würde auch die Befürchtung eines neuen deutschen Nationalismus, der jederzeit wieder in den Faschismus umschwenkt, eher woanders sehen als bei diesem speziellen Lied, z.B. beim Wiedererstarken rechter Parteien bei der letzten Europawahl (und das nicht nur in Deutschland). Ja, wir haben Probleme mit Rechtsradikalismus in Deutschland. Dieses Lied gehört meiner Meinung nach allerdings nicht dazu. Es war einfach nur taktlos.
Das waren die drei, die mich am meisten gestört haben. Ansonsten hätte ich noch eine Bitte: Generell ist eine Debatte darüber, was erlaubt ist und was nicht, bzw. was schlechter Geschmack ist und was nicht, eine gute Sache. Wir müssen darüber reden, welches Verhalten angemessen ist und welches nicht, auch im Siegestaumel über einen gewonnenen WM-Titel. Es wäre also schön, wenn Kritik nicht direkt zurückgewiesen wird, ohne wenigstens mal kurz zu überlegen, ob da etwas Wahres dran sein könnte. Außerdem finde ich es in einer Debatte auf Augenhöhe fehl am Platz, wenn die einen, statt auf die Argumente der anderen einzugehen, lieber diese lächerlich machen. Damit wird die ganze Kritik lächerlich gemacht und als grundlos dargestellt. So kann eine Debatte auch nicht funktionieren. Die anderen wiederum könnten auch ein bisschen weniger pessimistisch sein. Nicht jede Taktlosigkeit, jedes Fehlverhalten bedeutet gleich die Rückkehr zum Dritten Reich.
Welcher Song passt heute besser?
This is the day of the battle for life We're fighting fire with fire We're coming out of the shadows alive Sometimes to win you gotta dare to lose your inhibitions Sometimes to fly you gotta dare to try without permission This is the day of the battle
Great, Argentina won. Now we can beat them on Sunday. It is going to be delightful!
#Aufdeutschland #schlaaaaaand #whiskey #7:1 🇩😊
We're kicking ass.