Schlaf war mir immer wichtiger als Schule; außer ein einziges Mal, als ich wirklich eine Nachtschicht einlegen wollte. Eine Nacht vor der Rechnungswesenschularbeit, auf der ich positiv sein musste, fing ich an zu lernen. Weil ich keinen Ausweg fand, schrieb ich anstatt der Buchungssätze einen Brief an die Professorin. 3 Seiten darüber, dass es mir Leid tut, kein Intereesse für Rechnungswesen zu haben; dass sie bitte nicht denken soll ich sei dumm nur weil meine Leidenschaften ganz wo anders sind. Dass die Schule mir nicht liegt, ich eigentlich ganz andere Sachen machen möchte aber ich nicht weiß, wie ich das anstellen soll und niemanden enttäuschen will.
Diesen Brief legte ich in die leere Schularbeit und ab da begannen meine Sitzungen, Gespräche und Mails mit dem Direktor. Half auch nichts, wie man sieht. Irgendwann konnte ich den Mut fassen und die Entscheidung fällen, die mir schon viel früher am Herzen lag.
Warum mir das jetzt einfällt? Weil ich heute eine Nachtschicht einlegen muss. Dieses Mal aber sehe ich wirklich Sinn dahinter. Es ist anstrengend, ich bin extrem müde, aber es bleibt uns nichts anderes übrig als an dem Projekt zu arbeiten. Alleine gegen den Schlaf zu kämpfen wär ja langweilig. Schön, dass Markus und ich in jeder Hinsicht zusammenarbeiten und uns trotz Erschöpfung und Verzweiflung noch ein “Ich liebe dich” ins Ohr flüstern können.
Übrigens, das mit China wurde heute konkret. Markus telefonierte mit der Regie und steht mit dem Produzenten in Kontakt. Der hat uns nach unseren Reisepässen gefragt bezüglich Visum. Außerdem wollen sie, dass - wenn wir kommen - schon früher in Peking sein sollen. Wenn das wirklich wahr werden sollte, dann pack ich mein Leben nicht mehr.
So, und jetzt... weiter an die Arbeit.