5. Etappe (7.) Maria Alm - Statzerhaus
Nach einem super Frühstück (wirklich außerordentlich gut) in der Pension Schuster-Krämer ging es auf zum Statzerhaus auf den Hundstein über die Schwalbenwand.
Bei wirklich allerbesten Wanderwetter mit super Weitsicht und Sonnenschein ging es an den schweißtreibenden Aufstieg, eine während dessen gefundene Sonnenbrille konnte später seinem Besitzer, Werner aus Berlin, auf dem Statzerhaus übergeben werden. Nach dem Steinernen Meer war diese Tour wieder außergewöhnlich anders, durchgehend grün bewachsen und mit einer Schar an Insekten versehen. Eine irgendwie an Hummeln erinnernde Art hat uns die ganze Zeit begleitet und nahm unter anderem auf der GoPro, meinem Bein oder Silvias Rucksack platz.
Ameisen und Ameisenhaufen, riesige, waren unter anderem die besonders auffälligen Zeitgenossen dieser Strecke.
Das schöne war gleichwohl auf dem Kammpfad, dass zur einen Seite Richtung Zell am See die diesseitige Bergwelt, u.a. die bereits erwanderte Schmittenhöhe mit ihren riesigen Lawinenzäunen und auf der anderen Seite zum Gebirgskamm des Steinernen Meeres, die Kalkhochalpen bewundert werden konnten. Auf der Strecke zwischen dem Schönwieskopf und dem Ochsenkopf wurden wir plötzlich auf ein Gewitter aus dem Tal hinter Kaprun aufmerksam, unter anderem da es plötzlich sehr windig und kühl wurde, nun aber Fersengeld - denn es waren noch knapp über zwei Kilometer und einige HM zu überwinden.
Glücklicherweise konnten wir den Hundstein und das Statzerhaus noch rechtzeitig erreichen und dabei am Gipfelkreuz auch noch ein Foto schießen, von einigen schon vorher mehrmals getroffenen Wanderern und uns, dann ab in die gute Stube und schon ging draußen die Luzie ab.
Der Empfang der Hüttenwirte war sehr herzlich und wir wurden umgehend mit Getränken versorgt und in das Bettenlager eingewiesen.
Diesmal war wieder keine Dusche und nur eiskaltes Wasser zur Körperhygiene vorhanden, doch diese Hütte hatte einen ganz besonderen Flair, der nicht zuletzt durch die langjährigen (49 Jahre) Hüttenwirte und die besondere Geschichte der Hütte geprägt war. Hier wird ein Brauch, der sich dieses Jahr zum 500 Male jährt, gepflegt, das Rangeln! Zwei Buben kämpfen, rangeln - ohne zu schlagen - bis einer auf dem Bauch liegend verliert. Wie der Hüttenwirt Hans erläutert werden i.d.R. zwei tausend Leute erwartet, dies Jahr sicher mehr und es geht bei der Rangelei natürlich, wie immer, um eine Frau die der Bub aus Maria Alm und auch der aus Taxenbach zur Maid haben wollten.
Ganz nebenbei ist das Unwetter, während des hervorragend Abendessen, vorbeigezogen und der Himmel ist wieder aufgerissen, die Sonne scheint mit voller Kraft, die Bergwelt um uns herum wird in voller Pracht und mit famoser Fernsicht in Szene gesetzt.
Wir verbringen einen sehr geselligen Abend mit Hans und einigen Alpenüberquerern, Katharina, Thomas, Werner und auch Gerhard und Heidi, die mittlerweile ihre 9. Alpenüberquerung absolvieren und das im stolzen Alter von Mitte Siebzig. Zum bevorstehenden Sonnenuntergang wird noch schnell ein Gruppenfoto am Gipfelkreuz geschossen.
Bis dato der schönste Hüttenabend.
Die anschließende Nacht jedoch, war die schlimmste! Neben mir lag der Vater von Jana, welche sicher hauptberuflich Sägewerksmitarbeiter ist. Trotz zigfachen Anstoßen in der Nacht, ging die Säge nicht aus.
Das Frühstück wieder ganz gut, durch das Graubrot mit Kümmel und dann hinunter nach Rauris über Taxenbach und die Kitzlochklamm. Gerhard und Heidi verabschieden wir, da die beiden Richtung Großglockner aufbrechen, zwei herzensgute Menschen die wirklich zu bewundern sind - wir sind froh die beiden kennengelernt zu haben.
Einige Fotos des Weges...