#brechen des Schweigens
Eine andere Ansicht auf das Thema "Stimme geben" hat die Poetin Audre Lorde, welche sich mit dem Thema des Schweigen Brechens als Form von "sich einer Stimme geben" auseinandergesetzt hat.
Im ersten Moment war ich erstmal verwirrt, denn auf diesen Ansatz des Stimme Gebens in dieser Form wäre ich nicht gekommen. Ich habe immer was lautes, schrilles aufschreiendes assoziiert, Bewegungen und Revolutionen, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und aktiv gegen eine andere Instanz „kämpfen“.
Das Schweigen selbst bedeutet ja, „nicht [mehr] reden; nicht antworten; kein Wort sagen“ (Duden, o. D.), jedoch auch verstummen und sich gegen das sprechen zu entscheiden. Das Schweigen ist meist, finde ich, eine Entscheidung, die das Individuum mehr oder weniger selbst trifft. Auch wenn äußere Einflüsse einen dazu drängen, liegt die Entscheidung oft bei einem selbst. Das einzig wichtige dabei ist, dass man sich auch über die Konsequenzen dessen bewusst wird.
Ein Schweigen zu brechen bedeutet es, „etwas bisher geheim Gehaltenes verraten“ (redensarten-index, o. D.). Schlichtweg sich zu etwas zu äußern, was einem verboten wurde beziehungsweise über etwas reden, wozu niemand anderes etwas gesagt hat. Ich denke dabei an Opfer von schlimmen Verbrechen, die den Mut gefasst haben, sich dazu zu äußern. An Menschen die trotz Tabus sich für etwas einsetzen, worüber keiner bisher ein Wort verlieren wollte. Im Allgemeinen sind dies also Menschen, die für sich oder eine Sache einstehen. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr fällt mir auf, dass dies eindeutig bedeutet sich oder jemand/etwas anderem eine Stimme zu geben, wobei ich meiner anfänglichen Aussage nun widerspreche. Diese Personen machen sich stark und lehnen sich gegen etwas auf, was bisher niemand tat und das machen, was für sie wichtig ist. Umso mehr bin ich nun von dem Gedanken des Schweigen Brechens als Akt des für sich Einstehens überzeugt.














