Da bahnt sich ein Hammer in der Volkswirtschaftslehre an: Sollte sich der Anfangsverdacht bestätigen, könnte das international am häufigsten zitierte Paper von Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff zur Untermauerung der allgemeinen Sparpolitik mit methodischen Fehlern behaftet sein. Reinhart/Rogoff hatten einen Schwellenwert von 90% des BIP herausgearbeitet, ab dem die staatliche Gesamtverschuldung negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum hat. Sollte sich das als Ergebnis fragwürdiger Methoden herausstellen, bräche damit eine der theoretisch-akademischen Säulen für die Austeritätspolitik unter anderem Deutschlands, allgemein der Eurozone und insbesondere Großbritanniens weg.
Tatsächlich aber standen Reinhart und Rogoff mit diesem Ergebnis nicht allein: In einem anderen Blogpost vom vergangenen Juli ("Kritische Schwellen öffentlicher Verschuldung") hatte ich zwei weitere Paper von EZB und BIZ kommentiert, die zu vergleichbaren Ergebnissen mit zudem fast identischen Schwellenwerten gelangt waren.