Kaiserbildnis
Dieses Tondo ist das einzige Kaiserbildnis, das als antike tabula picta (angemalte Holztafel) überliefert ist, es befindet sich heute in den staatlichen Museen in Berlin. Das ist ein 'Familienbildnis', heute auch berühmt, weil dort jemand ausradiert wurde, die Verdammung bleibt im Bild.
Das Tondo wäre ein mögliches Vergleichsobjekt für die Darstellungen in der notitia dignitatum, also für die dort auf dem Tisch aufgestellten Bildnisse, also etwa für diese Darstellungen, der Nachbesserung aus dem Münchener Codex:
Die bekannten Consulardyptichen sehen z.B. so aus:
Es ist also schwierig, aber nicht völlig unmöglich, zu sagen, was für ein Objekt genau dort auf die Tafel gestellt ist. Das untere Dyptichon soll um 500 entstanden sein, es befindet sich heute im Louvre. Ich tippe, wie Dellbrueck, eher darauf, dass die notitia dignitatum 'prunkvolle Aktenordner'/ codicilli konsularischer, der höheren Beamten als gemalte Bildtafeln zeigt. Insoweit scheint es mit auch zweifelhaft anzunehmen, das sei ein Objekt mit einem Kaiserportrait. Ein codicillus kann es freilich sein, das ist auch die Bezeichnung für ein Ernennungsschreiben, in dem (doppelten) Sinne für ein Diplom oder für eine Bestellungsurkunde. Wie tabula picta bezeichnet codicillus sowohl das Schreiben als auch das Objekt, auf oder in dem (Klappobjekt) geschrieben wird. Das ist eine Verkleinerungsform für Codex, das ist ein Codexchen oder ein Codexlein.
Den Consul erkennt man auf Bilder u.a. dadurch, dass er die mappa circensis im Fäustchen hält. Das ist seine Geste in der Sekunde, bevor er den Circus, den er zu finanzieren hatte, eröffnet. Schmeißt er sie auf den Boden, soll eröffnet sein.













