Lisa
Wie schon in den vorhergegangenen Artikel erwähnt, habe ich Lisa in Jaipur getroffen und sie ist dann mit mir nach Setrawa gekommen. Sie ist ebenfalls eine Freiwillige und lebt in Mysore, eine Stadt in der Nähe von Bengalore. Im April hatte sie mich mal gefragt, ob sie mich besuchen kann. Sie fand es interessant, wie man in einem Dorf in der Wüste lebt. Dazu noch als Europäerin, in einer Gegend, die selbst von Indern als sehr traditionell beschrieben wird. Ich hatte das mit meiner Familie besprochen und es ging klar. Zu dem Zeitpunkt war die Rede von einer Nacht. Danach sollte es weiter nach Jodhpur gehen. Es waren dann zwei Nächte geworden und den Mittwochmorgen bin ich dann zusammen mit ihr nach Jodhpur gefahren.
In Jodhpur hat Lisa in ein Hostel eingecheckt und zusammen haben wir uns dann noch die Umgebung des Clocktowers angeschaut. Ich sollte noch für meine Familie ein paar Dinge mitbringen. Und auch ich habe mich nach einem Rock oder einer Hose umgeschaut. Am Mittag wollten wir eigentlich was essen gehen. Doch wir haben nur ein Restaurant gefunden, wo es nur Non-Veg Essen gab, also mit Fleisch. Das war das erste Mal in Setrawa, dass es absolut nichts Vegetarisches außer „plain rice“ gab. Also sind wir wieder gegangen. Als Lösung haben wir uns eine Wassermelone gekauft und uns in den Schatten gesetzt. Dort haben wir unsere Melone gegessen. Gegenüber war eine Apotheke. Die Menschen, die dort saßen haben uns schon die ganze Zeit beobachtet und ich habe auch verstanden, dass sie sich über uns unterhalten haben. Ich und auch Lisa haben uns nichts dabei gedacht, denn inzwischen ist es für uns Normal geworden, dass man uns beobachtet. Dann habe ich jedoch mitbekommen, wie die Herren Fotos von uns gemacht haben. Da hat es mir gereicht und ich habe ihnen meine Meinung dazu erzählt. Die dümmste Antwort auf die Frage, warum sie einfach Bilder von uns machen, war, dass wir dort säßen. Die würden von keiner indischen Person ein Foto machen. Nur weil wir eine hellere Hautfarbe haben als sie, heißt es aber noch lange nicht, dass man einfach Bilder von uns machen kann. Als ich sie dann in Hindi aufgefordert habe, dass Bild zu löschen, haben sie erstmal so getan, als ob sie kein Hindi sprächen. Die gesamte Zeit haben sie sich aber vorher in Hindi unterhalten. Schon sehr komisch. Ich habe mir dann gedacht, wenn nicht Hindi dann eben Marwari. Da haben sie mich mit ganz großen Augen angeschaut und konnten urplötzlich sogar Englisch sprechen. Auf jeden Fall habe sie de Bilder dann gelöscht. Ich muss dazu sagen, dass man beobachtet wird und auch nach einem Selfie gefragt wird, kommt öfters vor. Abe so eine Dreistigkeit habe ich zuvor und auch danach noch nicht erlebt. Am Abend bin ich dann mit dem Bus heimgefahren und Lisa ist in Jodhpur geblieben. Das war ein Wiedersehen mit Lisa. Das nächste Mal werden wir uns in Wiesbaden auf dem Nachbereitungsseminar treffen. Ich habe das Wochenende und die zwei Tage mit ihr in Setrawa genossen.









