Es gibt Beziehungen,
in denen ein Mensch sein Leben leise ablegt
wie einen Mantel am Eingang.
Nicht aus Schwäche,
sondern aus Liebe, Verantwortung, Pflicht.
Dieser Mensch verschiebt Träume,
stellt Bedürfnisse hinten an,
lebt in Pausen,
zwischen Aufgaben und Erwartungen.
Und dann gibt es den anderen.
Er behält sein Leben.
Seine Freiheit.
Seinen Raum.
Seine Selbstverständlichkeit.
Er lebt weiter,
als wäre nichts geopfert worden.
Als hätte niemand etwas abgegeben,
damit sein Alltag leicht bleibt.
Das Unrecht
liegt nicht im unterschiedlichen Leben,
sondern darin,
dass das Opfer unsichtbar wird.
Denn wenn einer alles gibt
und der andere nichts bemerkt,
entsteht kein Wir
sondern ein Ungleichgewicht,
das sich Liebe nennt
und Erschöpfung erzeugt.
Philosophisch gesehen
ist das keine Partnerschaft.
Es ist die stille Übergabe eines Lebens
an jemanden,
der seines nie aus der Hand gegeben hat.











