Review zum Sigma 70-300mm f4-5,6
Sigma, willst Du mich verarschen? Dieses riesige Tele-Objektiv für weniger als 100€? Irgendwo muss da doch ein Haken sein! Also entweder ist die Verarbeitung eine einzige Katastrophe, oder die Bildqualität entspricht der einer krepligen Webcam…
Nun, weder noch. Aber genaueres gibt es jetzt hier in einem ersten Review auf diesem Kanal, welches in 5 Punkte gegliedert ist.
Das Objektiv kommt in einer sehr minimalistischen Verpackung, die bis auf ein kleines Faltblättchen mit den nötigsten Informationen keinerlei weiterführende Dokumentationen besitzt. Aber gut, ich will auch Fotos machen und nicht lesen. Die Verarbeitung scheint auf dem ersten Blick recht solide zu sein, was auch am recht hohen Gewicht von knapp mehr als einem halben Kilogramm liegen kann - bei genauerem Hinschauen bemerkt man allerdings, dass die Gegenlichtblende schon ziemlich billig aussieht, aber hey, sie erfüllt ihren Zweck. Dann bemerkt man, dass sich die Brennweite am Objektiv doch recht schwer einstellen lässt, und nicht wirklich smooth. Ganz im Gegensatz zum Fokus, der gerade für mich als Filmer interessant ist, dieser lässt sich wirklich extrem weich einstellen und läuft flüssig, da gibts wirklich nichts zu meckern. Ein wenig Bedenken bereitet mir das Objektiv nur, wenn es seine maximale Größe erreicht hat - dann wackelt das Innenstück doch ziemlich bedenklich hin und her, und wirkt allgemein nicht wirklich stabil. Naja, bisher hatte ich damit noch keine Probleme, hoffen wir das es so bleibt.
Der Objektivbajonett aus Metall macht einen sehr soliden Eindruck, jedoch lässt sich das Teil nicht ganz so flüssig an den Body schrauben, wie es wohl eigentlich sollte…
Ich besitze das Objektiv schon einige Wochen, und haben somit auch schon Tests in verschiedenen Situationen durchführen können. Bezüglich der Bildqualität war ich zunächst wirklich überrascht, wie scharf die Bilder sind. Auch wenn man näher liegende Objekte fotografiert, hat man im Hintergrund eine sehr schöne Unschärfe, die man selbst mit offenblendigen Festbrennweiten nicht unbedingt besser hinbekommen würde.
Zugegeben, der Autofokus lässt sich immer in bisschen feiern, bis er die richtige Schärfe gefunden hat, aber irgendwo muss man bei diesem Hammer-Preis eben Abstriche machen. Da ich mich recht selten mit Sportfotografie beschäftige ist ein schneller Autofokus für mich auch nicht zwingen notwendig, und wenn ich doch mal beim Fußball ein paar Fotos mache ist es auch ausreichend. Für Aufnahmen von richtig schnellen Sportarten würde ich dieses Objektiv allerdings nicht verwenden.
Das Objektiv hat eine Blende von 4.0-5.6, was für ein Teleobjektiv gar nicht so schlecht ist - aber auch nicht wirklich überragend. Wer viel im Dunkeln fotografiert, wird mit diesem Objektiv nicht ohne Stativ arbeiten können.
Um dem ganzen noch eins draufzusetzen, bekommt man für 100€ hier auch noch zusätzlich ein Makro-Objektiv. Sowie man das Objektiv auf eine Brennweite von mindestens 200mm eingestellt hat, kann man über einen Schalter den Makro-Modus aktivieren. Auch wenn dieses Gimmik auf keinen Fall die Qualität eines richtigen Makro-Objektives erreichen wird, ist es doch ein nettes Feature, was auch nicht jedes Objektiv zu bieten hat.
Wie schon an mehreren Stellen angedeutet spricht der Preis hier wirklich sehr für den Kauf des Objektives - denn für nicht einmal 100€ bekommt man hier eine richtig scharfe Linse mit einem schönen Bokeh, einem akzeptablen Autofokus, einem Makromodus und einer Brennweite, die sich sehen lassen kann - von 70-300mm hat man als Fotograf eine große Entscheidungsfreiheit, wie viel man aufs Bild draufbekommen möchte. Deswegen gibt es hier eine klare Kaufempfehlung!