Wynter fällt allmählich dem Eragon-Syndrom zum Opfer: Die meisten Kapitel beginnen damit, dass sie aufwacht.
Das Bankett muss eine unangenehme Angelegenheit gewesen sein, lauter höfisches Getuschel und Getue. Razi saß den ganzen Abend mit Leichenbittermiene am Tisch und sah wie der kaltherzige, berechnende Usurpator aus, für den die Leute ihn halten; herzlichen Glückwunsch, Junge, das hast nun davon.
Momentan steht der Prinz wider Willen (ich dachte, dazu gibt’s bestimmt eine 50er-Jahre-Schmonzette mit Romy Schneider oder Lilo Pulver oder so; nee, das ist eine Operette!) in Lorcans Schlafzimmer und erklärt ihm, er müsse noch mindestens einen Tag im Bett bleiben, sonst würde er sterben, und wer kümmerte sich dann um Wynter?
Besagte Person steht halb hinter der Tür und lauscht noch ein bisschen weiter. Lorcan kriegt seine Medizin – heute mal Haschisch –, befindet, dass sie wie Pferdescheiße schmeckt (woher weiß er denn, wie Roßbolla schmecken?), und fragt, ob Chris ihm wieder Gesellschaft leisten könne. Unweigerlich erwähnt er dabei, dass er glaube, Chris und Wynter hätten was am Laufen.
Razi deutet an, dass Chris vom Hof verschwinden wird, sobald sich eine Gelegenheit ergibt. Dann hätte Jonathon nichts mehr gegen Razi in der Hand (und ihn töten könnte er auch nicht, er braucht ja einen Erben). Lorcan sagt, dass er nicht will, dass Wynter verletzt wird, und fragt Razi dann rundheraus, ob Chris ein Dieb sei. Die fehlenden Mittelfinger, wir erinnern uns. Razi verneint und macht sich selbst Vorwürfe, weil er Chris in Gefahr gebracht habe, yada yada. Mitten im Satz kommt ihm eine Idee und er bricht ab und starrt in die Ferne.
(Lorcan entdeckt derweil seine Tochter im Türrahmen, die ihn missbilligend mustert, wie jede fünfzehnjährige Tochter, deren Vater in ihrem Beisein über ihren neuen Freund spricht.)
Razi gibt ein paar Halbsätze von sich, die ziemlich hoffnungsvoll klingen, dann stürmt er davon, seine Reitpeitsche in der Hand. Lorcan und Wynter bleiben etwas verdattert zurück.
In der Bibliothek heult einer der Lehrlinge wie ein Schlosshund und Wynter sieht sich den Vorwürfen ausgesetzt, ihren eigenen Vater zu vergiften und Razis – ähm – Hure zu sein. Weil sie angeblich mit ihm getanzt hat und Lorcan seit Tagen nicht gesehen wurde. Wie die Lehrlinge darauf kommen? Der Vetter des Lehrlings wurde mitsamt seiner ganzen Familie verhaftet, weil seine Frau die Schwester der Frau von Jusef Marcos war.
Bisschen übertreiben tut Jonathon ja schon. Sippenhaft, also wirklich.
Aber nun glauben die Lehrlinge – und anscheinend auch sonst jeder – dass Razi persönlich dahintersteckt. (Weil er eine dunklere Hautfarbe hat und nach Mekka betet, nehme ich an. Das Thema ist ja leider nur zu aktuell.) Und Wynter würde ihn dabei unterstützen.
Wynter sagt Meister Huette, dass sie mit ihrem Vater reden wird, und verlässt am zweiten Tag in Folge die Bibliothek, ohne auch nur einen Moment ihrer Arbeit nachgegangen zu sein.
Donald Trump: Families Of Terrorists Are Fair Game Because They 'Know What Is Happening' (WITH VIDEO)
Donald Trump: Families Of Terrorists Are Fair Game Because They ‘Know What Is Happening’ (WITH VIDEO)
Image courtesy Michael Vadon, available under a Creative Commons-Noncommercial license
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&;Siamo innocenti&;: Die in Italien wegen Mordes verurteilte Amanda Knox hat im Internet eine Unschuldsbotschaft verbreitet. Hinter ihrer PR-Aktion steckt eine ausgeklgelte Strategie.