Heute geht es mal nicht um einen Kirchenbau, sondern zum Einen um den Skulpturenschmuck der Katholischen Hofkirche in Dresden, mit welcher ich mich im letzten Eintrag befasst habe, und zum Anderen um die Darstellungen der vier Evangelisten.
Lorenzo Mattielli versah die Außenwand der Kirche mit mehreren solcher Nischen und füllte diese mit den vier Evangelisten mitsamt ihren jeweiligen Symbolen und Darstellungen von Bischöfen und Kirchenvätern wie beispielsweise Augustinus von Hippo. Ich habe natürlich auf meinem Spaziergang alle fotografiert. Letztendlich habe mich jedoch dazu entschieden Matthäus als Blickfang für diesen Beitrag zu nehmen. Wie die drei anderen Apostel, wird auch er als Augenzeuge vom Leben, Wirken und Sterben Christi bezeichnet. Mit seiner Kundgabe beginnt das Neue Testament. Er wird zwar als Märtyrer von der griechischen und römischen Kirche verehrt, erlitt aber wahrscheinlich gar keines. Über sein Aussehen wird lediglich festgehalten, dass er einen Bart getragen haben soll - wie wir es auch anhand der Skulptur von Mattielli erkennen können.
Die Evangelistensymbole wurden erst zur frühchristlichen Zeit (ab dem 4. Jh. n. Chr.) hinzugefügt. Seitdem gelten diese als Identifikationsfiguren für die Apostel. Die ältesten bildlichen Darstellungen befinden sich in einem Fresko in der Markus- und Marcellinus-Katakombe (um 340 n. Chr.). Die Zuordnung sieht wie folgt aus: Markus = Löwe, Lukas = Stier, Johannes = Adler und Matthäus? Tja da gehen die Meinungen auseinander, ob es nun ein Mensch oder ein Engel ist. Da alle Tierwesen beflügelt dargestellt werden, müsste es ja ein Mensch sein, welcher ebenso Flügel erhalten hat. Mattielli verwendet, anders als zB. in der ottonischen Buchmalerei (Bamberger Apokalypse um 1000/1020) eine Putte, also eine beflügelte Kindergestalt, welche man auch von Raffaels Sixtinischen Madonna her kennt. Neben der Identifikationsfigur dient selbstverständlich auch die Schriftrolle (wie im Beispiel von Matthäus hier) oder aber ein Pergament oder Buch, sowie ein Federkiel als Attribut der Evangelisten.
Übrigens ist diese starke Dynamik in der Körperhaltung der Figuren und das Zusammenspiel mit verwendeten Objekten (wie die Aufnahme der Bewegung der Schriftrolle von der Putte) ein typisches Merkmal barocker Kunst. In der Malerei wird dies noch untermauert von dem Chiaroscuro also dem starken Hell-Dunkel Kontrast, welchen wir von Künstlern wie Caravaggio oder Peter Paul Rubens kennen.












