Mischungskreuz
Haben: zwei Lösungen bekannter Konzentration
Wollen: definierte Menge mit gewünschter Konzentration
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Mischungskreuz
Haben: zwei Lösungen bekannter Konzentration
Wollen: definierte Menge mit gewünschter Konzentration
Flüssige Arzneiformen
Suspensionen
= flüssige äußere Phase + 0,5-40% Feststoffpartikel (max. 100μm Teilchengröße), möglichst geringe Löslichkeit um Kristallwachstum zu verhindern
vor Gebrauch schütteln!
Stabilität abhängig von
Größe der Teilchen
Benetzbarkeit
Differenz der Dichten
Fließeigenschaften
Stabilisierende Zusätze: Gelbildner und Tenside
Sedimentationsgeschwindigkeit wird verringert je
kleiner die Teilchen
kleiner der Dichteunterschied
höher die Viskosität
Aufsteigende Sedimentation
-> weil größere Teilchen zuerst sedimentieren
->überstehende Flüssigkeit bleibt getrübt
-> Contra: Caking möglich -> nicht redispergierbar
Absteigende Sedimentation
->Entstehung von Flocken durch Agglomeration
->überstehende Flüssigkeit klar
->leicht redispergierbar
Emulsionen
=zwei nicht mischbare flüssige Phasen, z,B, Milch
vor Gebrauch schütteln!
Öl-in-Wasser-Emulsion (anfälliger gegenüber mikrobiellem Befall!)
Wasser-in-Öl-Emulsion
irreversible Phasentrennung-> "gebrochene" Emulsion= schlechtgeworden
Linimente
Lösungen
=Flüssigkeit + gelöster Feststoff/Flüssigkeit/Gas = homogen
Lösungsmittel und zu lösender Stoff sollten selbe Polarität aufweisen!
Echte Lösungen= Teilchen kleiner 1nm, nicht trennbar
Kolloidale Lösungen= Teilchen 1nm-1μm
Halbfeste Arzneiformen= Salben
Unterscheidung Lösungs-, Emulsions-, u. Suspensionssalben
Zweck:
Schutz der Haut
lokale Behandlung
perkutane Verabreichung, Transport über Lymph- od. Blutsystem
Allgemein: Hydrophile Grundlagen für akute Behandlung, Lipophile für chronischeres/ im späteren Behandlungsverlauf
Salben
= einphasige Grundlage
Je höher der Anteil ungesättigter Fettsäuren, desto flüssiger! Ungesättigte oxidieren leicht -> kühle, dunkle und gut verschlossene Lagerung, Zusatz von Antioxidantien hilfreich
Hydrophob -> kleinste Menge Wasser einarbeitbar, sind feuchtigkeitsUNdurchlässig (Pro: Penetration in tiefere Hautschichten, Contra: Hautatmung unterdrückt)
Wasseraufnehmend -> gewisse Menge Wasser einarbeitbar, meist mit Emulgatoren
Hydrophil -> mit Wasser mischbar
Cremes
= mehrphasige Zubereitungen = lipophile + wässrige Phase
Hydrophob -> äußere Phase lipophil (Wasser-in-Öl-Emulsion)
Hydrophil -> äußere Phase wässrig (Öl-in-Wasser-Emulsion)
Amphiphil -> universell einsetzbar
Gele
= gelierte Flüssigkeit
Hydrogele= aus Wasser, Wirkung: hydratisierend und kühlend
Oelogele= aus Paraffin
Pasten
= Mischung Pulver + Fett
-> sekretbindend, deckend, hautschützend und wundheilungsfördernd
Feste Arzneiformen
Pulver
Einfache Pulver -> ein Wirkstoff
Zusammengesetzte Pulver -> mehrere Arzneistoffe
unabgeteilte Pulver -> keine stark wirksamen Stoffe, z.B in einer Dose
abgeteilte Pulver -> stark wirksame Substanzen, z.B. in Kapseln
Manuelle Herstellung
Ziel= gleiche Korngröße aller Bestandteile, homogene Mischung Mischung sollte im Verhältnis 1:1 erfolgen -> Ausgehen von Bestandteil kleinster Menge, Einarbeiten von nächstgrößerer Menge in Portionen
Kapseln
Tabletten
Nichtüberzogen
Überzogen -> Dragee (Zuckerüberzug) oder Filmtablette
Vorteil eines Überzugs: Geruchs-/Geschmacksmaskierung erleichtertes Abschlucken Stabilität gesteuerte Wirkstofffreisetzung
Granulate
Puder
Zäpfchen
Preisberechnung für Arzneimittel - Österreichische Arzneitaxe
Preis setzt sich zusammen aus:
Preis für die Menge an verwendeter Arzneispezialität= Einkaufspreis (für angegebene Menge) mal 2, darf den Verkaufspreis aber NICHT übersteigen! Mindestens 30c
Preis für die Menge an verwendetem Hilfsstoff= je nach Menge, mindestens aber 30c (Ausnahme destilliertes Wasser= mindestens 5c)
Preis für die Arbeit= laut Rechenbehelf
Preis für das Gefäß= laut Rechenbehelf
Zuschlag 15%
Umsatzsteuer 10%
Alles obenstehende wird auf ganze Cent gerundet (=kaufmännisch)
Gesamtpreis wird nach untenstehendem Schema gerundet
Ist die exakte "Menge in Gramm" nicht im Rechenbehelf gelistet, nimmt man die nähst höhere Angabe heran.
z.B.: 120g -> Preis für 150g
Rezept für eine magistrale Zubereitung
"Rangordnung" der Angabereihenfolge:
Remedium cardinale = Hauptwirkstoff
Remedium adjuvans = unterstützender Arzneistoff
Remedium corrigens = Geschmacks/ Geruchs verbessernd
Remedium constituens = formgebendes Mittel (z.B. Salbengrundlage, Aqua purificata), wird immer auf Gesamtgewicht angefüllt ("ad")
Angaben von Wirkstoffen (NICHT Arzneispezialitäten) auf Latein im Genitiv (-us/-um -> -i)
Angaben in Gramm, ohne Zusatz "g", 0 hinter ganze Gramm
wenn Stoff für bestimmte Konsistenz nötig ->"q.s."= quantum satis= soviel wie nötig, statt Grammangabe
wenn zwei Stoffe in selber Menge rein sollen -> Zusatz "aa"= ana partes aequales
= 15g Rem. Card., 15g Rem. Adj., 10g Rem. Corr., 35g Rem. Constit.
Dispensiermethode
->Angabe der Menge pro Einzeldosis
"Da tales doses Nr."
Dividiermethode
->Angabe der Gesamtmenge
"Divide in partes aequales Nr."
Beispiel vollständiges Rezept nach Dividiermethode
Rezept
= Verschreibung = Privaturkunde (=Dokument), zur Ermächtigung des Arzneimittelbezugs aus einer öffentlichen Apotheke in der gesamten Europäischen Union.
Rezeptpflichtig sind Stoffe, die gesundheitsschädlich wirken könnten.
Allgemeine Gliederung eines Rezepts:
Inscriptio = Name und Kontaktdaten des Tierarztes, Ausstellungsdatum
Invocatio= Recipe = Rp. = Nimm
Praescriptio= Name Arzneimittel und Wirkstoffe, Darreichungsform, Stärke, Packungsgröße, Anzahl Originalpackungen (=OP)
Signatura= Dosierungsanweisung, ev. Warnhinweise & Wartezeiten
Destinatio= Name und Kontaktdaten des Tierbesitzers, Identität des Patienten
Nomen medici= Unterschrift des Tierarztes
Gültigkeitsdauer von Rezepten
Rezept verliert Gültigkeit:
wenn nicht innerhalb 1 Monats eingelöst (gilt auch für Suchtgifte)
nach 12 Monaten, auch wenn im ersten Monat eingelöst
Antibiotika: nach 5 Tagen
Abgabe von Arzneispezialitäten
Arznei mit "erleichteter Abgabe", kein Vermerk auf Rezept -> pro Verschreibung 6-malige Abgabe möglich
Arznei mit "erleichteter Abgabe", Vermerk "NR =ne repetatur" -> 1-malige Abgabe möglich
Arznei mit "Wiederholungsverbot/ Abgabebeschränkung", kein Vermerk -> 1-malige Abgabe möglich
Arznei mit "Wiederholungsverbot", Vermerk "repetatur" -> 2-malige Abgabe möglich
Arznei mit "Wiederholungsverbot", Vermerk "repetatur x" -> x+1-malige Abgabe möglich
Beispiel Rezept für eine Arzneispezialität
Caniphedrin ist hier der Name der Arzneispezialität, Ephedrinhydrochlorid ist der Wirkstoff D.S. = dar, signa = gib, beschrifte Dokumentation: Rezept (od. Kopie) ist 7 Jahre lang aufzubewahren
Beispiel Rezept für ein Suchtgift
Besonderheiten:
Suchtgiftvignette (enthält Sicherheitsmerkmal, fortlaufende Nummerierung und Barcode), darf bei Vermerk "Notfall" fehlen (muss dann mit Kuli geschrieben werden)
Mengen in Ziffern und Worten
genaue Gebrauchsanweisung
Unterschrift mit Vor- und Nachname
Dokumentation: Kopie/ Scan ist 3 Jahre lang aufzubewahren
Beispiel Rezept für ein Suchtgift für den eigenen Praxisbedarf
Bezug nur aus inländischen öffentlichen Apotheken möglich
Tageshöchstmengen
in §16 Suchtgiftverordnung geregelt wenn Tageshöchstmenge unzureichend -> Vermerk "praescriptio indicata", nicht zulässig für "pro ordinatione"-Rezepte
Dokumentation: Vormerkbuch mit Lieferscheinen/ Belegen, selbst ausgestellten Rezepten -> Bezug, Bezugsquelle und Abgabe muss ersichtlich sein