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sumpin' nu: kapitalismus jetzt.
Damion Davis - Querfeldein (Review)
Damion Davis ist wahrlich ein Multitalent. Neben seiner Karriere als Rapper betätigt er sich als Schauspieler (Wholetrain oder Blutzbrüdaz), moderierte schon dasSplash! Festival, tourte mit dem Goethe-Institut und ist nebenbei noch einer der renommiertesten Live-Künstler des Landes. Das alles ist dem Berliner aber scheinbar noch nicht genug und so kümmerte er sich mit seinem Kumpel SilentTone erstmals um die Produktionen rund der Hälfte der Tracks seines mittlerweile vierten Studioalbums. Für die andere Hälfte zeichnete sich Mortis One verantwortlich. Das musikalische Talent von Damion Davis geht, das wissen Kenner seiner Musik bereits, weit über die HipHop-Grenzen hinaus.
Als ehemaliger Sänger einer Metal-Band, waren auf all seinen bisherigen Veröffentlichungen gewisse Rock-Einflüsse stets präsent und auch Elemente aus anderen Musikgenres (beispielsweise Funk oder Reggae) wurden verwendet. Bei Querfeldein hat sich daran auch überhaupt nichts geändert, das macht schon der Opener Galerie klar. Damion’s Rapskills gehören mit zu dem Besten was Deutschrap hierzulande zu bieten hat. Mit seinem Texten schafft er auf erstaunliche Weise einprägende Bilder im Kopf der Hörer, mit den Instrumentalen wird er zu jeder Zeit spielerisch fertig. Objektiv gesehen spricht also viel für ein sogenanntes "Überalbum" und einzelne Songs verstärken diesen Eindruck zudem. Wie er wie bei Ohne meinen Sohn stellvertretend für alle Väter, die ihre Söhne nicht bei sich haben können, den ganzen Schmerz, Trauer und Frust darüber in einen einzigen Track packt, kann einem nur Respekt abnötigen. Auch die Skater-Hymne Mann über Bord, das dynamische An mir vorbei oder S.O.T.P. inklusive genialem Instrumental rocken richtig. Damion Davis ist Berliner durch und durch und als solcher ist er überhaupt nicht davon begeistert davon, dass die Hauptstadt immer mehr Gentrifiziert wird. Die Atmosphäre auf dem gleichnamigen Song dürfte in etwa genau Damion’s Innenleben darstellen, wenn er über das Thema denkt. Anfangs noch relativ sachlich, schreit er in der Hook seinen ganzen Frust heraus: „Keine Geräusche für Musiker-Ohren, für mich sind Bauarbeiten wie Naturkatastrophen, wie Blut am Boden, wie Supernoven, Leute die für Ebenholz den Urwald roden.“ Viel ruhiger ist der musikalische Nachtspaziergang Hellwach, der zwar schon einige Jahre alt ist und bereits auf Cutheta’s Producer-LP zu hören war, dafür aber gewiss nicht weniger gefällt. Kurz gesagt, einen Totalausfall wird man auf Querfeldein nicht finden, dafür sind Damion Davis' Fähigkeiten und sein Gespür für gute Musik einfach zu ausgeprägt. Dennoch hat man oft das Gefühl, dass vielleicht noch ein Tick mehr möglich gewesen wäre, nicht jede Hook hätte gesungen werden müssen. Anstatt zahlreicher Einflüsse aus den unterschiedlichsten Genres hätten bei den Instrumentals ruhig noch etwas mehr BoomBap-Bretter von Mortis One sein dürfen. So wirkt das Album Querfeldein eher wie eine Aufreihung größtenteils starker, jedoch zusammenhangsloser Songs, einen roten Faden sucht man vergebens. Daran, dass die LP überdurchschnittlich gut ist, besteht natürlich trotzdem kein Zweifel. Wenn man dann noch Damion’s Live-Qualitäten bedenkt, kann man erraten, dass er in der kommenden Festival-Saison ziemlich ausgebucht sein wird. Viele Songs der Platte sind merklich darauf ausgerichtet worden und werden live auch ordentlich rocken, so viel ist sicher.
Fazit: Das Berliner Multitalent Damion Davis liefert mit seinem vierten AlbumQuerfeldein genau das, wofür ihn seine Fans lieben. Viele unterschiedliche musikalische Einflüsse, gepaart mit seinen unbestritten herausragenden Fähigkeiten am Mic. Zwar wirkt das Album nicht gerade rund, sondern eher wie eine Aufreihung für sich autonomer Songs, Skip-Kandidaten gibt es aber glücklicherweise trotzdem nicht. Auf die bald beginnende Festival-Saison darf man sich auf jeden Fall schon jetzt freuen, da wird Damion auch dank der neuen Songs sicher ein Highlight unter vielen sein.
Bewertung: 4,5 von 6
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Die Bestesten - Ein Beat Für Die
Please, someone listen to this! It's ill as fuck.
Der Zug ist die Leinwand, auf die wir malen, damit sie unseren Text transportieren. Damion Davis