Von: St.Mo.
Telliskivi Creative City – Tallinn.
Vorhandene Gebäude und Strukturen als nutzbares Ressourcenlager zu erkennen, könnte zu einem wichtigen kommunalen Aufgabengebiet werden. Dies könnte eine Aufwertung von ungenutzten innerstädtischen Industriearealen mit sich bringen, die als Ressourcenlager und Verwertungsstätten einer neune Funktion zugeführt werden. (M. Böttger, S. Carsten, L. Engel (2016): Spekulationen Transformationen)
Ein Beispiel können wir uns an Estland nehmen. Der Kreativcampus Telliskivi, unweit von der Innenstadt von Tallinn, gehört zu eben jener Verwertungsstätten über die M. Böttger schrieb. Ateliers, Studios, Kreativ-Unternehmen und Büros, kleine Designgeschäfte, Gaststätten und Fotogalerien siedelten sich ab 2009 in dem umgenutzten Industriegebiet an und feiern seit dem gemeinsam Festivals, teilen ihre regionalen Produkte auf Märkten und tauschen ihre Kreativität in Galerien und Ausstellungen aus. Besprüht mit farbenfrohen Graffitis ist von den ehemaligen Lokschuppen kaum etwas wiederzuerkennen.
Ein Sprung nach Vorn – 2050. Neue Technologien und die Globalisierung haben Herstellungsketten und Produktionsprozesse verändert. Kunden wollen schnell bedient werden. Wo immer es möglich ist werden Produkte nicht mehr verkauft, sondern verliehen und nach erreich ihres Lebenszyklus zurückgegeben. Alles soll billiger, länger und haltbarer werden, sowie anpassbarer an Kundenbedürfnisse sein. Von den kleinen Designläden ist kaum noch etwas wiederzuerkennen. 3D-Drucker dominieren die kleinen Räume und machen möglich, dass die Bedürfnisse der Kunden auf jede Art und Weise erfüllt sind. Industrien, die einst aus den Städten verdrängt wurden, können sich wieder in den Städten sehen lassen. In dem Kreativcampus Telliskivi kann nun neben Ateliers, Studios und Gaststätten zusätzlich Produktion und Konsumtion, Lernen und Ausprobieren, Herstellen und Entwickeln räumlich an einem Ort angeboten werden.
(Foto: Michal Wünsche, unter: http://www.blogfotografie.de/)















