Südafrika 2019 - Teil 17
20. Dezember 2019
Herrschaften und Oukies!
Was haben wir heute gemacht? Den Südafrikanern beim Urlaub machen zugeguckt!
Nach dem Frühstück montierten wir die Go-Pro ans Auto und drehten ein paar Runden durch die Gemeinde.
Sobald die Saison hier beginnt, verwandelt sich das verträumte Fischerörtchen in einen gut erschlossenen Ferienort, welcher alles bietet, was sich der Südafrikaner von einem gelungenen Urlaub wünscht.
Zahlreiche Wassersportmöglichkeiten, sowie Angelsport und Radfahren sorgen für ausreichend Abwechslung und lassen keine Langeweile aufkommen. Es wird gesportelt was das Zeug hält.
Das Klima in Still Bay ist mild, wobei vom her Meer immer eine frische Brise weht. Die Sommer im Durchschnitt mit 20 bis 28 Grad sind sehr angenehm. Das mag es auch an anderen Stellen geben, doch hier gibt es einen unschlagbaren Vorteil: 99,99 % der Einwohner sind Pigment benachteiligt.
Es gibt keine Schwarzen und schon gar keine Townships - weit und breit. Die Bediensteten sind maximal coloured - und die wohnen hauptsächlich im etwa 17 Kilometer entfernten Melkhoutfontein. Und auch dieser Ort ist aufgeräumt und pittoresk.
So gibt es hier, bei den sonst so sicherheitsfanatischen Südafrikanern, keine meterhohen Zäune, keinen Stacheldraht, keine 10 Wachhunde - kein nix!
Was für ein Unterschied zu Knysna, wo die dicken Villen auf Thesen-Island mit eigenem Bootsanleger stehen, und am Hang dahinter das ausufernde Township auszumachen ist.
Ganz im Gegenteil: hier zeigt man was man hat! Man trägt Schmuck und teure Handtaschen, man lässt das Auto offen herum stehen und man zahlt im Spar-Markt an der Kasse mit der schwarzen Kreditkarte.
Vor den Häusern stehen 6-Zylinder, Oldtimer, Strandbuggies und noch andere PS-starke Spielzeuge. Damit fährt man dann zum Strand und am Strand hin und her.
Die Kinder sitzen vorne auf der Motorhaube, oben auf dem Dach, hinten auf dem Pick-up oder im geöffnete Kofferraum. Jedenfalls ist die Beförderung nicht dem Gesetz entsprechend - da bin ich mir sicher!
An der Tankstelle, an der wir heute ebenfalls aufgetankt hatten, haben wir uns extra noch ein Eis gekauft und beobachteten das interessante Treiben dort. Es wurden Schlauchboote, Schwimminseln und anderes Zeugs zum Aufpumpen angeschleppt. Nur der Abtransport bei dem einen oder anderen bereitete anschließend Probleme.
Wir fuhren die Küste ab und bewunderten die tollen Villen, die oftmals reetgedeckt an den Hängen und in den Dünen stehen. Es wird gebaut auf Teufel komm raus - und natürlich extravagant gebaut.
Es kommt uns vor, wie auf Sylt - nur die Edelboutiquen fehlen. Hier geht man auf den Kunstmarkt oder in die Art-Galerie und statt Nobel-Italiener oder Sterne-Gastronomie wird natürlich gebraait.
Dennoch tut sich im Gastronomie Angebot einiges. Hervorzuheben sind ganz klar Dave´s Kitchen und Ghians. Bei ersterem ist keine Alkohollizenz vorhanden und man bringt sich seinen "Stoff" mit.
First Language ist natürlich Afrikaans hier. Englisch muss man immer erst anfragen.
Jetzt müssen wir schon wieder die Koffer packen, denn morgen geht es an den südlichsten Punkt auf dem afrikanischen Kontinent.
Es grüßen
Angie, Micha und der Hasenbär














