Nun das nächste Studioupdate... Ich bin schon wieder weiter als auf diesen Bildern, aber ich hatte ja gesagt, dass ich chronologisch nachliefere - was ich hiermit tue!
Wir befinden uns im Regieraum. Was sieht man ?
Nun zunächst das komplette Ständerwerk aus Holzbalken, stehend auf dem schwimmenden Boden. Die senkrechten Balken sind jeweils nur über einen Punkt Sylomer (3 cm dick) an der Rohwand angelehnt und dann auf dem schwimmenden Boden verschraubt. Das hatte ich ja schon mal beschrieben. So sieht also die Raum-in-Raumkonstruktion des Regieraums aus - das bedeutet: Der innere Raum steht "frei" im äußeren Raum. Das hat 2 Gründe: 1) Schallemisionen nach außen minimieren, 2) Übertragung in den Aufnahmeraum und umgekehrt vermeiden. Durch die hohe Masse der äußeren Wand, die Luftschicht und die dann folgende innere Wand, ebenfalls mit ausreichend Masse, sollte das gut gehen. Zwischen die Holzbalken der inneren Wand wurden wieder Alu-UW- und -CW-Profile gestellt. Darin hält einmal die Mineralwolle, eine Dampfsperrfolie verklebt das ganze Luftdicht und dann werden die Rigipsplatten darauf verschraubt.
Warum die Dampfsperre ? Na... im Studio darf geatmet werden und Feuchtigkeit zieht gerne in die Mineralwolle. Feuchtigkeit ist ein Schallisolationskiller... das soll verhindert werden ;)
Wer genau hinschaut, erkennt auch, dass ich die Deckenbalken nun doch mit Winkeln gesichert habe... Beim Betrachten der Baupläne des Hauses ist mir nämlich aufgefallen, dass hier 2 Decken übereinander eingezogen wurden... mit einer Gesamtdicke von etwas mehr als 40 cm. Da kann ich mir diese "Schallbrücke" leisten. Wenn man diese Verschraubung überhaupt so nennen kann... Ich habe halt überlegt: Will ich keine Schallübertragung in die Wohnung über dem Studio oder das der Musiker und ich erschlagen werden ? Ich hänge am Leben .... daher. ;)
Was kann man noch sehen ? Da ich Tageslicht behalten möchte, habe ich jetzt ein 1x1 m großes Fenster in die Wand eingesetzt. So komme ich nach wie vor ans Fenster in der Rohwand und kann meine Klimaanlage durch Lüften entlasten ;) Außerdem... außen kalt, innen warm... da war mir die Schimmelgefahr zu groß :)
So... beim nächsten Fotoupdate gehe ich mal näher an einige Detail ran.
Wer sich für Akustikbau und Studiokonstruktion im speziellen interessiert, dem sei folgendes Buch ans Herz gelegt: "Studio Akustik" von Andreas Friesecke. Es geht darin sicherlich auch theoretisch zu und es werden nicht alle Details einer Studioplanung im Detail besprochen, aber es ist zumindest ein guter Wegweise, was überdacht werden muss und wonach man im Detail im Netz forschen sollte. Wer etwas zu Absorbern und Diffusoren sucht, wird darin fündig. Schöne Sache sind die Exel-Berechnungstabellen für verschiedene Rauminformationen wie Raummoden oder Nachhallzeit. Dies ersetzt zwar Messungen und Ohren nicht, aber man kann schon mal checken wohin die Reise möglicherweise geht.
Ach so... was ist das denn ? Verstehe ich nicht ! Wie kommt denn diese Werbung auf die Wand ? Na ja... wo es schon mal da steht: Checkt es aus ;)