Subtexte in Videospielen – Call For Papers
Digitale Spiele sind Kulturgut. Diese Feststellung spiegelt wider, dass Videospiele von uns Menschen gestaltet werden und Produkte unserer heutigen Welt sind - sie bilden unsere Gesellschaft ab. Gleichermaßen werden Spiele natürlich nicht nur entwickelt, sondern vor allem gespielt - sie wirken auf unsere Gesellschaft zurück. Diese Tatsache ist für uns keineswegs trivial, sondern eine zentrale Eigenschaft von digitalen Spielen.
In Videospiele haben sich längst Subtexte eingeschrieben - implizite Aussagen und Bedeutungen, die Themen unseres gemeinschaftlichen Lebens sowie unsere individuellen Bedürfnisse betreffen. Sie sagen etwas aus über Stereotypen, über unser Miteinander und unser Gegeneinander, sowie über unsere Normen, Werte und Vorstellungen.
Eine Gesellschaft, die digitale Spiele spielt und entwickelt, hat die Verantwortung, über diese Subtexte differenziert zu reflektieren. Das gilt unter anderem für jene, die den Entwicklungsprozess von Videospielen direkt gestalten, etwa Entwickler, Ausbilder und Forscher. Um diesem wichtigen Thema Raum zu verschaffen, hat der Forschungscluster GAME (u. a. Bremer, Brandhorst) der HTW Berlin gemeinsam mit der Stiftung Friedensbildung am 23. September 2013 ein Symposium veranstaltet, zu dem neben VertreterInnen der Presse, der Kirche, des Studienganges Game Design sowie der AAA-Games-Industrie unter anderem auch ExpertInnen im Bereich der Kriegsforschung, der Friedensarbeit, der Literaturwissenschaft, der Spiele-Forschung, der Psychologie, der bildenden Kunst und der politischen Bildung anwesend waren.
Das Ergebnis dieser Expertenrunde: Spiele sind Zeichensysteme, in welchen Bedürfnisse, Wahrnehmungen, Vorstellungen und Verarbeitungen unserer echten Welt repräsentiert sind. Sie sind aber auch zeichengenerierende Systeme, die unsere echte Welt beeinflussen und mit gestalten. Sie sind nicht rein virtuell, sondern reell und wichtig für das Zusammenleben. Und vor allem: Sie sind „reich“ an nicht reflektierten Subtexten.
Sollen Videospiele zu Recht im Kreis unserer künstlerischen und kulturellen Ausdrucksformen Bestand haben, gilt es auch die eingeschriebenen Subtexte bewusst zu gestalten. Aus diesem Grund wurde im Symposium besprochen, dass der Forschungscluster GAME zusammen mit der Stiftung Friedensbildung im Jahr 2014 eine internationale Konferenz ausrichtet, die sich dediziert den Subtexten in Videospielen widmet.
Wir wollen Menschen aus allen Bereichen des Lebens zusammenbringen, um uns gemeinsam über die Perspektiven, Herausforderungen und vor allem den Potentiale von Subtexten in Videospielen auszutauschen. Hierzu können ab dem Winter 2013 drei Arten von Beiträgen eingereicht werden: Papers, Talks und Games.













