Walter Grab (1927-1989): Geheimnis des toten Flügels, 1952, Oel auf Holz
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Walter Grab (1927-1989): Geheimnis des toten Flügels, 1952, Oel auf Holz
Crystal gazing, the burning house (2023) - Fionna Finnegan
Die Traumreise in die Schattenwelt
Mein müder alter Geist hat noch ein wenig Amateurliteratur geträumt. Vielleicht gibt es ja jemanden, der mit dem Ergebnis etwas anfangen kann. Im folgenden Verweise zum Text:
80 Vorsichtig schleiche ich den Gang entlang. Es ist ein grob von Hand in den braungrauen Fels gehauener Tunnel, der von flackernden Fackeln
Auf dieser Seite gibt es lediglich etwas Amateurliteratur. Ich habe meine Gründe dafür, den folgenden Text in dieser Form ins Netz zu stelle
Unica Zürn - But how long must she sing in the darkness until she is at last allowed out into the light of day?
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Das Ich in Fragmenten
Nora Berta Unica Zürn wurde am 6. Juni 1916 in Berlin Grunewald geboren und verbrachte ihre Kindheit in der elterlichen Villa, bis sich ihre Eltern 1930 schieden und ihr Haus verkauften. Ihr Vater, Autor und ehemaliger Kolonialbeamter Ralph Zürn, war auf Grund seiner Arbeit die meiste Zeit Abwesend, während ihre Mutter durch ihre konservativen Strukturen Druck auf sie ausübte. Mit 15 Jahren verließ sie das Gymnasium, um Geld als Schreibkraft zu verdienen, denn schon früh wuchs in ihr der Traum, genau wie ihr Vater, Schriftstellerin zu werden. Unica litt bereits als Kind unter starken Angstzuständen und Stimmungsschwankungen. Sie war ein sehr empfindsames, introvertiertes und leicht verletzbares Kind, was dazu führte, dass sie sich in ihre inneren Welten zurückzog. Sie fühlte sich oft anders als andere Kinder, unverstanden und alleine. Ihre Fantasien und Träume machten sie in der Schule zu Außenseiterin.
1942 heiratete sie Erich Laupenmühlen und gemeinsam bekamen sie zwei Kinder. Zürn fühlte sich in ihrer Ehe allerdings nicht wohl, da sie sich ein Leben außerhalb der klassischen Rolleneinteilung wünschte. Aus diesem Grund lies sich sich 1949 scheiden und überließ das Sorgerecht ihrem (Ex) Mann.
In der Zwischenzeit verdiente sie sich ihr Geld durch das Schreiben von Geschichten für Hörspiele und Zeitungsartikeln. Trotz dessen, dass es finanziell bei ihr nicht gerade sehr gut lief, schaffte sie es, innerhalb von zehn Jahren hundertzweiunddreißig Geschichten und acht Hörspiele zu schreiben sowie sich das Zeichnen beibringen zu lassen.
1953 lernte sie den Künstler Hans Bellmer kennen, mit dem sie eine innige Beziehung einging. Sie zog mit ihm nach Paris und fing an Zeichnungen und Anagramme anzufertigen. 1957 geriet sie in Kontakt mit einigen Pariser Surrealisten und begann sich selbst mehr mit dem Surrealismus zu beschäftigen.
Anfang der sechziger Jahre brach bei ihr eine paranoide Schizophrenie aus, wodurch sie 2 Jahre in einer psychiatrischen Klinik Centre hospitalier Sainte-Anne in Paris verbrachte. In den nächsten Jahren folgten immer wieder Krankenhaus Aufenthalte, da erneut halluzinatorische Episoden auftauchten. Das zog sich bis 1970, als sie eine offene Psychiatrische Klinik Château de la Chesnaie de Chailles besuchte und sich ihr Zustand das erste Mal seit Anfang des Ausbruchs ihrer Erkrankung merklich verbesserte.
Am 18. Oktober durfte sie die Klinik für ein paar Tage verlassen, mit dem Vorwand eine ruhige Nacht unter Gefährten zu verbringen.
Am Tag darauf nahm sie sich das Leben. Unica Zürn sprang am 19. Oktober 1970 aus dem Fenster ihrer Wohnung in Bellmer und starb vereinsamt in Paris.
Bekannt wurde sie erst nach ihrem tragischen Tod, besonders durch ihre surrealistischen Bilder, welche Fragmente von Frauenkörper zeigten, welche kindlich und deformiert dargestellt wurden. Bellmer äußerte: ,,Sie wollte Prozesse der Verwandlung darstellen.”
Bei ihrem Krankheitsbild wirkte der Surrealismus wie Benzin in einer schon brennenden Flamme. Er stärkte ihren Wahnsinn durch fantasiehafte Bilder und Vorstellungen, bis sie ihre Träume nicht mehr von der Realität trennen konnte. (In ihrem Werk ,,Der Mann im Jasmin” beschreibt sie Traumfiguren, die sie verfolgen, Stimmen, die ihr Befehle erteilen und Visionen, die sie als Prophezeiung annimmt)
Ein starker Trigger war außerdem Hans Bellmer. Er brachte immer wieder Machtymmetrien sowie Erotisierung von Frauen in Zusammenhang mit seiner Kunst und schuf ein Zusammenspiel aus Sexualität und Gewalt.
Ein Ausschnitt aus ihren Schriften:
Sie weiß nicht, dass die Ehe der Eltern ein Versagen ist, sie ahnt es jedoch, als der Vater eine fremde, schöne und elegante Dame ins Haus bringt, die ihr eine große, kostbare Puppe schenkt. Rachsüchtig und verzweifelt wegen der unglucklichen Zustände im Hause nimmt sie ein Messer und bohrt damit der Puppe die Augen aus.
Sie schneidet ihr den Bauch auf und zerfetzt ihre kostbaren Kleider.
Keiner der Erwachsenen verliert ein Wort über diese Zerstörung.
Kunst des 20. Jahrhunderts: Ein Jahrhundert der Innovation und des Wandels
🌌 Surrealismus – wenn Realität träumt
Es gibt Ausdrucksformen in der Kunst, die weit über das hinausgehen, was wir gewöhnlich als „wirklich“ oder „logisch“ empfinden. Eine davon ist der Surrealismus. Das Wort „surreal“ bedeutet „überwirklich“ und beschreibt etwas, das vertraut wirkt und doch unmöglich erscheint, etwas Traumhaftes, das wie ein Echo unserer inneren Bilder in die äußere Welt tritt.
Der Surrealismus entstand in den 1920er-Jahren in Paris, geprägt durch Dichter wie André Breton, der 1924 sein „Manifest des Surrealismus“ veröffentlichte. Sein Ziel war, das Bewusstsein von den Fesseln der Logik zu befreien und den Blick in jene Räume zu lenken, die sonst verborgen bleiben: Träume, Unterbewusstsein, das Irrationale.
In der Malerei fand dieser Impuls vielleicht den stärksten Ausdruck. Salvador Dalí ließ Uhren zerfließen, als wären sie aus Wachs. René Magritte zeigte uns Äpfel, die Gesichter verdecken, oder Liebende, deren Köpfe in Tüchern verschwinden. Max Ernst führte uns in Landschaften, in denen Wesen zwischen Tier, Pflanze und Fantasiegestalt ineinander übergehen. All diese Bilder wirken, als hätten sie die Sprache der Träume auf Leinwand gebannt.
Doch der Surrealismus war mehr als Malerei. In der Literatur finden wir André Bretons Roman Nadja, halb Tagebuch, halb Traumprotokoll. Louis Aragon verwandelte in Le Paysan de Paris die Großstadt in ein poetisches Labyrinth aus Bildern und Begegnungen. Paul Éluards Gedichte lassen überraschende Bildverbindungen entstehen, die jede Logik sprengen – „Die Erde ist blau wie eine Orange“ ist dafür ein berühmtes Beispiel. Selbst Franz Kafka, auch wenn er nicht offiziell surrealistischer Autor war, schuf Werke, die surreal wirken: Die Verwandlung oder Der Prozess tragen eine Traumlogik in sich, die zugleich befremdet und fasziniert.
Ebenso prägte der Surrealismus die Fotografie. Man Ray erfand „Rayographs“ – Fotogramme ohne Kamera, Schattenbilder direkt auf Fotopapier belichtet, geheimnisvoll wie Spuren aus einer anderen Welt. Claude Cahun nutzte Selbstporträts, um Identität, Geschlecht und Rolle in radikal neuer Form darzustellen. Hans Bellmer fotografierte seine surrealen Puppen, die irritieren und fesseln, weil sie zugleich vertraut und fremd erscheinen.
Doch oft stellt sich die Frage: Wie unterscheidet sich Surrealismus eigentlich von Traumdarstellungen oder von reiner Fantasie?
Ein Traum in Literatur oder Film ist meist klar als solcher gekennzeichnet: Eine Figur schläft, träumt etwas, erlebt eine Vision – und wacht wieder auf. Der Traum ist Teil der Handlung, begrenzt in Dauer und Funktion. In Inception etwa sind Traumebenen bewusst markiert, in Shakespeares Macbeth zeigen Visionen Schuldgefühle. Das Traumhafte bleibt hier ein Nebenschauplatz der Geschichte.
Die Fantasie dagegen erschafft eine völlig neue Welt, die in sich geschlossen und logisch ist, auch wenn sie märchenhaft oder magisch erscheint. In Tolkiens Herr der Ringe oder in Harry Potter existieren Magie, Wesen und Landschaften, die selbstverständlich zu dieser Welt gehören – Fantasie gehorcht ihren eigenen Regeln.
Der Surrealismus hingegen verschmilzt Traum und Wirklichkeit. Er zeigt uns eine vertraute Realität, die plötzlich bricht: eine Uhr, die schmilzt; ein Apfel, der ein Gesicht verdeckt; eine Straße, die flüssig wird. Nichts ist als Traum markiert, und doch gehorcht es keiner Logik. Diese Kunstform will bewusst die Grenze verwischen, um das Unterbewusstsein sichtbar zu machen. In der Literatur wie im Film (etwa Buñuels Ein andalusischer Hund) springt die Handlung bruchstückhaft, Szenen folgen nicht logisch aufeinander, sondern wie Fragmente eines kollektiven Traums.
So erkennen wir: Surrealismus ist weder ein Traum im Traum, noch eine geschlossene Fantasiewelt. Er ist eine Haltung. Er bricht mit Logik, verbindet Reales mit Traumhaftem, erlaubt das Unmögliche mitten in der Wirklichkeit. Gerade darin liegt seine Kraft: das Unbewusste ernst zu nehmen und in die Kunst zu holen.
Wenn wir surrealistische Werke betrachten, lesen oder sehen, merken wir schnell, dass etwas in uns berührt wird, das tiefer liegt als Worte. Es ist die Erfahrung, dass Kunst nicht nur die Welt abbildet, sondern sie erweitert – wie ein Traum, den wir mit offenen Augen erleben.
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Text am 24.08.2025 von ©️®️CWG verfasst und von KI formatiert für Insta und Tumblr. Teilen, Folgen und Herzen verteilen sind willkommen – Spam & Bots werden blockiert.
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