Las Vegas - Die Stadt mit den meisten Glühbirnen der Welt
Je näher wir unserer Festung am südlichen Ende des Strips kamen, desto schillernder wurde unsere Umgebung: überall blitzten Kasinowerbungen auf, und die Blue Man Group schaute auf uns hinunter weil wir sie noch nicht in der Pyramide nebenan besucht hatten.
Doch vorerst ein Ratespiel: Welches der Fotos oben passt nicht ins Gesamtbild? Exakt, der graue Hoover Dam! Nur fernöstliche Touristen können dem Langweiler was abgewinnen,welche auch VERDAMMT schlechte Parkmanieren haben. Viel interessanter fand ich Lake Meads Wasserspiegel, ein Zeuge des American Way of Life. Ein Politiker, der einen Schneeball in den Senat mitbringt als Beweis gegen den Klimawandel? Jim Inhofe for president.
Meine erste Vegasillusion zerplatzte noch bevor wir das Excalibur betreten hatten: Man parkt seinen Wagen selbst? So kenn ich das nicht aus Fear and Loathing in Las Vegas und Hangover - also unseren Sportwagen abgestellt und auf ins Labyrinth. Die Hotels hier, besonders die älteren, sind darauf ausgelegt dass man selbst im nüchternen Zustand vor drei Runden Einarmiger Bandit weder sein Zimmer noch den Ausgang findet. Erstaunlich ist außerdem, dass drinnen Rauchen hier erlaubt ist, genau wie Prostitution. Glücklicherweise wurde mir ein Vegasprofi zur Seite gestellt, sodass ich auf jedes Angebot (Stripclub - do I look like I need that? oder Coke? Nah, I only drink beer) direkt die Retoure auf der Zunge hatte.
Da die Eindrücke sehr intensiv sind, kann es vorkommen dass die Erlebnisse der letzten zwei Tage verschwimmen und ich zwischen den Tagen springe. Eins soll aber gesagt sein: der Strip ist laaaang. Viele Schritte zu zählen, noch mehr zu sehen und am meisten zu machen! Zum Beispiel die Big Apple Achterbahn, die meine Eingeweide durcheinandergewürfelt hat, bis ich mich gefühlt habe wie mein Smoothie morgens wenn ich den Bodensatz vermische, oder der All-you-can-eat Tagespass, der gut getimed viermal zu genießen war. Aber am besten haben mir das Gehen und Staunen gefallen: wenn man auf den Fußgängerbrücken zwischen den Themenhotels der MGM Entertainment Group flaniert und auf den gemeinen Pöbel hinunterblickt, auf die Coupés im sechsstelligen Bereich und auf die Pradaboutique auf dem Weg zu den Fontänen des Bellagios und dem Caesar’s Palace - ja dann fühlt man sich wirklich heimisch im Schloss.
Fakt: Die Empfangsdamen des Caesar’s Palace hören im Durchschnitt mindestens einmal pro Abend die Frage: “Ist das hier der echte Caesar’s Palace?” Klemms dir.
Gastbeitrag: Exilpreuße, demnächst in Ihrer Stadt!










