"Auf so eine Idee kann man doch nicht kommen", kommentieren kopfschüttelnde Bürger die neueste Posse vom vermeintlich homophoben OB der Landeshauptstadt. Ohne dass sie es vielleicht wissen, liegen sie damit sogar goldrichtig. Ist es denn Zufall, dass Trümper gerade im 10. Jahr der Schirmherrschaftsanfragen auch eine Pauschalablehnung für die Zukunft macht und damit ein Medienecho auslöst, das den Magdeburger CSD erstmalig groß in die Zeitungen bringt, wo sich doch vorher kein Blatt für das bunte Straßenfest im Herzen der Stadt interessierte? Seither dauert der Medienrummel an und führte sogar dazu, dass der Stadtrat aufwachte und sich gezwungen sah, sich klar für den CSD zu bekennen. Eine immer enger werdende Zusammenarbeit mit dem CSD war die Folge, bis das Straßenfest sogar in diesem Jahr auf den Alten Markt umzog. Damit wäre doch alles erreicht, oder? Insbesondere dürfte das Interesse an dem feierlichen Aktionstag zur Einforderung gleicher Rechte für Lesben, Schwule, Bisexuelle und alle weiteren sexuellen Identitäten nachlassen, denn was soll jetzt noch kommen?
Plump, aber dennoch einfallsreich und kühl kalkuliert
Genau das sah auch unser Oberbürgermeister und schätzte vollkommen richtig ein, dass man dem nun entgegen wirken muss. Zugegeben, die Erkenntnis kam relativ spontan, wahrscheinlich bedingt durch seinen Urlaub, aus dem er kurz nach dem Straßenfest zurückkehrte. So ist es auch verständlich, dass seine neueste Aktion etwas plump daher kommt. Aber genial ist der Schachzug schon, wegen einiger Plastikbecher vor dem Rathaus, die noch im laufe des Tages von freiwilligen Helfern händisch weggeräumt wurden, gleich die Lokalpresse anzurufen. Wahrscheinlich war auch knallhart kalkuliert, dass der Alte Markt nach dem bedeutsameren Fußballspiel am Sonntag sowieso noch einmal in Mitleidenschaft gezogen würde. Der Mann weiß, wie man Emotionen anstachelt und aufkochen lässt!
Dank OB nun noch größere Beliebtheitswerte
Im Resultat sollte nun auch der letzte Magdeburger auf der Seite des CSD stehen und dafür sollten wir unserem Stadtoberhaupt unseren ehrlichsten Dank aussprechen. Auf ein weiteres spannendes Jahr des Katz-und-Maus-spielens, mit dem du uns schon in der Vergangenheit viel Spaß bereitet hast. Und wer weiß, vielleicht bleiben sie sich ja noch länger treu: Otto und Lutz, die sich doch so sehr lieben, wie auf dem CSD-Paradewagen stand. Meine Stimme hast du auf jeden Fall!








