Schnipp Schnapp
Schon Tage vor meinem letzten Frisörbesuch habe ich darüber nachgedacht, was ich mit meinen Haaren anstellen soll.
Bisher hatte ich einen angedeuteten Undercut. Mal länger, mal etwas kürzer. Immer schön gestylt und gepflegt. Tonnen an Haarspray, damit nix verrutscht. Könnte ja einer sagen ich würde ungepflegt aussehen. Um Gottes Willen. An manchen Tagen mache ich ne regelrechte Sitzung draus.
Besonders meine Fingernägel haben es mir angetan. Sauber und akkurat kurz müssen sie sein. Bitte kein Dreck drunter. Die Augenbrauern, der Bart, Nasenhaare (ja, bei Männern tatsächlich ein Probelm...). Wächst da etwa etwas aus meinem Ohr?
Dieses Spiel betreibe ich seit Jahren. Wenn ich äußerlich akkurat wirke und auftrete, gibt es keine Angriffsfläche. Das Bild , dass meine Mitmenschen von mir haben muss jeden Tag aufs neue hergerichtet, poliert, frisiert und zurecht gemacht werden. Dieses Bild repräsentiert, was Ihr (meiner Meinung nach) sehen wollt. Ein nettes Lächeln dazu. Passt.
Kaum jemand kann sich vorstellen eine falsche, fröhliche, lachende und zuvorkommende Fassade aufrecht zu erhalten. Ein Kraftakt.
Wahrscheinlich kann sich auch keiner Vorstellen, wie oft ich gern jemandem die Bratpfanne durch die Fresse ziehen würde. Aber das gehört sich (noch) nicht. Schön freundliche bleiben.
Kurzum: Die Haare sind ab. Ich habe meiner Friseurin gesagt; schneid es ab. Weg damit. Und sie hats gemacht. Wir haben mit 3mm an der Seite angefangen. Oben sollte es ein klein wenig länger bleiben. Irgendwo muss mein heißgeliebtes Haargel ja noch rein. Aber die langen Haare sind ab.
Ich will etwas ändern. Und fange hier gleich an.
Es sind nur die Haare. Für mich ein erster Schritt.
Kurz und knapp.













