Transgender Blog
Hey, ich hab schon lange vorgehabt einen Blog zu schreiben und jetzt will ich endlich auch damit anfangen.
Um mich kurz vorzustellen: Mein Name ist Clay, ich bin dieses Jahr 19 geworden und lebe in Berlin. Ich bin Transgender FtM (also weiblich zu männlich) und ich bin schwul.
Hier ein wenig zu meiner bisherigen Geschichte:
Bereits als Kind hab ich mehrfach geäußert, dass ich ein Junge bin, aber mir hat keiner so richtig geglaubt. Ich wurde zwar unterstützt, aber alle dachten es ist nur eine Phase und das Ganze geht wieder vorbei. Irgendwann hab ich dann nur noch gesagt, dass ich lieber ein Junge wäre, bis ich schließlich nichts mehr der gleichen gesagt hab. Ich dachte ich bin als Mädchen geboren geworden und daran kann man auch nichts ändern. Erst viele Jahre später hab ich rausgefunden, dass es doch möglich ist.
In der restlichen Grundschulzeit hab ich versucht mich damit zu arrangieren und irgendwann nicht mehr drüber nachgedacht. Am Gymnasium hab ich versucht mich so zu zeigen, wie ich dachte, dass es von mir erwartet wird. Ich hab mich zwar nie ganz damit wohlgefühlt, kam aber irgendwie damit klar, also mehr oder weniger. Allerdings bin ich immer noch aufgefallen, weil ich nicht wie die anderen Mädchen aussah oder mich so verhalten habe, egal wie ich es versucht hab. Meine damalige beste Freundin hat mir da allerdings irgendwie geholfen da wir vom Wesen her ziemlich gleich waren und ich mich deshalb weniger seltsam gefühlt hab. Irgendwann hab ich nach und nach immer mehr die Klamotten angezogen, die ich wirklich tragen wollte und die mir wirklich gefallen haben. Ich ließ mir die Haare kurz schneiden und nahm einen neutralen Namen an ohne richtig zu wissen warum.
Eines Abends lief eine Doku über einen Transmann im Fernsehen und ich war völlig gebannt und sog jedes Wort auf. Nachdem die Doku vorbei war fing mein Gehirn an zu arbeiten. Und eine Frage wollte meinen Kopf nicht mehr verlassen: bin ich vielleicht auch Trans? Ich ließ die Frage zwei Wochen lang unbeantwortete in meinem Kopf umherwirbeln. Und als ich mit meiner Mutter und ihrem Freund von einem Ausflug im Auto nachhause gefahren bin, da wurde mir dann klar: Ja, ich bin eine Junge. Ich bin Transgender. Die folgenden Wochen dachte ich immer weiter darüber nach und hatte noch große Zweifel, war mir aber trotzdem ziemlich sicher.
Ich fing an mich nach und nach bei ein paar Freunden zu outen und alle nahmen es gut auf, auch wenn manche zu dem Zeitpunkt noch nicht wirklich mit der Thematik vertraut waren und deshalb etwas überfordert waren in manchen Hinsichten. Danach outete ich mich weiter einzeln bei meiner Familie und nach einer Weile wussten es fast alle. Einige Monate später hatte ich sogar mein Outing in der Schule und auch dort lief es wunderbar.
Mit meiner Mutter zusammen ging ich zu einer Beratungsstelle und ich erfragte mir alles zu meinem Zukünftigen Weg. Ich fing an mir eine Therapeutin zu suchen und fing dort meine Therapie an. Ich fing an selbstsicherer zu werden und fing an auch im Alltag als Junge zu leben.
Monate später hatte ich meinen Termin beim Endokrinologen und fing meine Hormonbehandlung mit Testosteron an. Schnell traten die ersten Veränderungen auf und mit meiner dann viel tieferen Stimme fühlte ich mich um einiges wohler und sicherer. Ich begann mich mit Kliniken auseinanderzusetzten und suchte mir schließlich eine in Berlin aus, die mir von einem Bekannten empfohlen wurde. Ich machte auch dort Termine und hatte nach wenigen Wochen auch schon meinen Beratungsgespräch mit dem Operateur. Ich machte danach den Antrag für die Krankenkasse fertig und nachdem ich den Bescheid hatte machte ich neue Termine. Etwas mehr als einen Monat später hatte ich dann auch schon meine Brustoperation.
Damit kommen wir zu heute. Die Operation ist jetzt fast fünf Monate her und ich fühle mich viel wohler. So viel erstmal zu meiner Geschichte. Zu einigen der Punkte werde ich auch noch extra Posts machen.
Vielen Dank fürs lesen :)
- Tao-blue














