Letzte Woche war ich auf der IMedia in Mainz, die Messe für LehrerInnen, auf der neue Medien für den Schulunterricht vorgestellt werden. Ich möchte euch an meinen Erfahrungen teilhaben lassen:
Früh morgens gegen 7.30 Uhr sind wird von der Kaiserslauterer Uni losgefahren, sodass wir zur Begrüßungsrede rechtzeitig ankamen. Zu vier verschiedenen Zeiten über den Tag verteilt, wurden unterschiedliche Workshops angeboten, welche aus einem Vortragsteil und einer Praxisphase bestand. Ich selbst habe unter anderem das Seminar der Fachdidaktik Chemie „Individualisierung beim Lernen- Fördern und Fordern mit digitalisierten Hilfeseiten“. Hier wurde ein Tool vorgestellt in welchem man auf einem digitalen Arbeitsblatt (beispielsweise auf dem Tablet aufrufbar), Hilfeseiten öffnen kann, wenn bei einer Aufgabe etwas unklar ist, und der Schüler Unterstützung bei der Bearbeitung braucht. Der Lehrer hat die Option, anzusehen, wann, welcher Schüler auf dieser Hilfeseite war. Was er daraus nicht ersehen kann, ist, ob die Hilfeseite während der Bearbeitung noch offen gelassen wurde, oder, ob der Schüler die ganze Zeit brauchte, um die Information zu verstehen. Der Sinn dieses Tools besteht darin, schwächeren Schülern die Möglichkeit zu geben, schnell noch einmal das passende Wissen einzuholen. Der Nachteil ist dabei, dass ein Klick auf den Button schnell gemacht ist und häufig vielleicht gar nicht nachgedacht wird, und lieber schnell die Antwort eingeholt wird. Hinzu kommt, dass Schüler gerne einen Wettstreit untereinander beginnen, wer schneller fertig wird. Außerdem merkten die anderen LehrerInnen an, dass die schwächeren Schüler eher abgelenkt werden durch die vielen Fenster die neu geöffnet werden und daher noch weiter zurückfallen könnten. Positives wurde leider kaum festgehalten, außer, dass es tatsächlich Hilfestellung bietet, aber diese könnte auch durch extra Arbeitsblätter gegeben werden. Ich persönlich würde auch behaupten, dass es die SchülerInnen eher ablenkt, als ihnen wirklich hilft. Ein anderes Seminar, von welchem ich euch erzählen möchte, hieß „Smart Safari im Botanischen Garten – ein digital gestützter Lernzirkel zum Selbstentdecken“. Hier sind mehrere Stationen im botanischen Garten aufgebaut, welche durch die App zu finden sind. Über diese erhalten die SchülerInnen Anweisungen und Fragen zu Beobachtungen und Auswertungen. Direkt nachdem die Antwort abgeschickt wird, bekommt der Schüler die richtige Antwort angezeigt ( bei Multiple Choice). Gut finde ich bei dieser App, dass an der Praxis nichts verloren geht, weil die SchülerInnen trotzdem experimentieren,wie sie es auch mit Zettel und Stift tun würden. Auf der anderen Seite finde ich das Tablet wesentlich handlicher bei der "Safari", als wenn die SchülerInnen mehrere Blätter dabei hätten. Auch wäre die immerwährende Betreuuung nicht so situationsspezifisch, wie sie durch die App ist. Hier spielt auch die Tatsache mit hinein, dass viele Bilder zur Veranschaulichung eingearbeitet sind (beispielsweise hilfreich bei Abgleich).
Alles in allem muss ich sagen, hat mir die IMedia dieses Jahr wieder sehr gefallen (ja auch das Mittagessen! 😊) und hat mir neue Anregungen für meinen Unterricht verschaffen. Besonders profitiert habe ich von Unterrichtsmaterialien von beispielsweise der Polizei (z.B. über Zivilcourage) oder Planet Schule. Planet Schule ist eine Website, auf welcher Materialien zu verschiedenen Unterrichtsreihen hochgeladen werden. Hier findet man dann hilfreiche Videos oder Arbeitsblätter, etc....
Sagen muss ich, dass die IMedia interessant für Anfänger ist, da all die Veranstaltungen quasi bei 0 anfangen. Für LehrerInnen, die bereits Erfahrungen mit neuen Medien und Apps haben, eher weniger, aber auch die werden einige neue intetessante Dinge finden!Außerdem könnten die Vorträge vor der praktischen Phase noch kürzer sein, sodass mehr Zeit zum ausprobieren ist.