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Berlin / Wedding
PaRi
//Eigenbedarf
Der Gebäudekomplex der Uferhallen hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Standort der Berliner Kunst- und Kulturszene entwickelt. Es ist ein Produktionsort, welcher von seiner Größe und den daraus resultierenden Kooperationsmöglichkeiten zwischen den Kreativen lebt. Die Hallen und umliegenden Gebäude bieten Platz für Ateliers, Atelierwohnungen, Tanz- und Proberäumen, Tonstudios, eine Ausstellungshalle, Werkstätten sowie für Gastronomie- und Veranstaltungsräume. 2017 ist das Areal von einem Immobilieninvestor aufgekauft worden und die aktuell ansässigen Künstler, Handwerker, Bewohner etc. stehen vor einer ungewissen Zukunft.
“Der Ort, die Uferhallen. Einst Bus Depot, dann Arbeits und Begegnungsstätte für aller Art von Kunstwerktätigen. Immer am Wachsen und Gedeihen.Hat jetzt Samwer.” - aus dem Twitterfeed des Uferhallen e.V.
Diverse Aktionen, Ausstellungen, Diskussionen sind seitdem als Produkte dessen ins Leben gerufen worden, um Aufmerksamkeit und Unterstützung zu erlangen. Es geht dabei häufig um Erhalten und Bewahren, aber auch um Entwicklung und Miteinander. Wie kann man die oftmals schwierige Raumsituation von Kulturschaffenden und die sich verändernden Wohn- und Arbeitsbedingungen innerhalb des Berliner Stadtgefüges vereinbaren? Welche Möglichkeiten gibt es die immer weiter auseinanderdriftende Diskrepanz zwischen dem Image der ‘kreativen’ Stadt Berlin und den sich stetig verschlechternden Rahmenbedingungen für Künstler und Kreative zu überbrücken?
//vor Ort
Momentan bietet sich bei einem Besuch des Außenraums der Uferhallen folgendes Bild: Die Hallen sind an einer ruhigen Seitenstraße mitten im dicht bebauten Wedding gelegen. Das Gelände wird über einen großzügigen, asphaltierten Platz, welcher auf den ersten Blick etwas trist und leer wirkt, betreten. Dieser wird von einigen wild geparkten Autos und Fahrrädern sowie diversen Skulpturen und Installationen bespielt. Ein ansprechend gestaltetes Café, die backsteinernen Uferhallen und der alte Verwaltungstrakt Rahmen den Platz auf drei Seiten ein. Insgesamt ist der Platz doch attraktiver als zu erst gedacht und recht gut angenommen und genutzt.
Ein gelbes Wegeleitsystem führt den interessierten Fußgänger oder Radfahrer durch einen etwas düsteren, schmalen Durchgang rechts an den Hallen vorbei. Nach einigen Metern weitet sich der Hof wieder auf und man gelangt auf den hinteren Teil des Geländes, welcher von den Vor- und Rücksprüngen des kleinteiligen Nebentraktes geprägt ist. Auch hier steht das ein oder andere Auto geparkt. Die geschützten Ecken und Nischen sind von selbstgezimmerten Bänken, Tischen, einer bunten Mischung an bepflanzten Blumentöpfen aller Größen sowie etwas Gerümpel in Beschlag genommen. Eine Ecke weiter endet der Hof relativ abrupt in einer Sackgasse, die offensichtlich als Zwischenlager für alte Werkstücke dient. Alles in allem verteilen sich über das gesamte Gelände lauschige Plätze die zum verweilen und kommunizieren einladen und gut in das Gesamtgefüge der industriellen Anlage einfügen. Trotz dessen wirken viele der Möbel und Gestaltungselemente temporär und z.T. leicht vergänglich.
Ein versteckter Geheimtipp ist übrigens der gemütliche und überraschend grüne Innenhof der unmittelbar angrenzenden alten Kantine.
MiNg
arbeitswelten der uferhallen - hohe produktivität pro m² produktivität geschieht auf engstem raum, flügelbauer, tischler und bühnenbildner arbeiten tür an tür, künstlerischer austausch spielt sich seite an seite ab, produktivität pro m² auf höchststand
exkursion: http://uferhallen-ev.de/ silhouetten: https://www.vexels.com/silhouette-vectors/
CMM - 17.9.2017 - Demonstration. Site Seeing, Leistungsparade