Unterm Strich alles gut
Der Moment. Surreal aber schön. Zitat aus dem Lieblingsfilm meines Vaters. Der, mit der neuen Familie und dem Schweigeklosterurlaub vor zwei Wochen. Rede mit Menschen, die es nicht gibt. Zumindest nicht mehr. Mich gibt es auch nicht mehr. Nicht dramatisch gemeint. Therapie abgebrochen. Weil doch alles gut geworden ist. Neue Wohnung. Neue Schule. Keine Eltern mehr, die sich kaputt machen. Man sieht sich nur noch einmal in der Woche. Dem schlechten schließlich wenig Raum lassen. Nix Schwester. Doch normal. Jeder geht anders mit der Trennung um. Ich gehe gar nicht um. Die anderen gehen. Mutter doch noch am Leben, trotz Stadium4krebs. Keine Freunde mehr. Ist das Alter. Passiert jedem nach der Schule. Was also erzählen? Das man an die Vergangenheit denkt? Soll man ja nicht. Das ich nicht weis, ob ich ihn Liebe, bis er geht? Den tollsten Mensch auf Erden. Ob Lieben dieses unaussprechliche zerreißende Gefühl ist? Das ich ihn über Alles liebe, ohne hier zu sein? Weg mit den Gedanken. Aber da innen ist ein Loch. Von 4 Jahren Weggucken. Von 4 Jahren Zugucken. Von 10 Jahren Herde versucht. Vom Scheitern. Von Freunden, die keine sind. Welch abgedroschene Phrase. Gefühlsversteck. Loch gedeckelt. Worüber also reden. Depressionen besiegt. Also alles schlechte gestrichen. Tabletten gestrichen. Blöd nur das untern Strich nichts übrig bleibt. Das Loch redet mit dir, hörst du? Ob du weinen würdest. Ob du meinen Namen noch weist. Ob du ihn je wusstest. Es redet nicht mit dem Mädchen, was nach 10 Jahren beschließt keine Schwester mehr zu haben. Spuckt keine Bilder aus, von einer Familie, die es nicht mehr gibt. Von Festivals mit Freunden, die ich nicht mehr anrufen kann. Weil diese Bilder zu hart sind, um sie nach oben zu holen. Sind ja nicht da. Sonst gäbs da ja was zu sagen, zum Sehlenklempner. Wie gut das Steine tief unten vergraben liegen und nicht nach oben schweben. Unterm Strich. Ist da ein Friedhof in mir.









