Hiermit beginnt meine Reise...
... mit einer "kleinen"[1] Einleitung.
Noch vor einem Jahr lebte ich in einer "normalen" Welt. Von Intoleranzen und Allergien, Gewichtsproblemen und gesundheitlichen Schwierigkeiten geplagt, aber mein Essverhalten bzw. meine Lebensumstände lassen sich als "normal" umschreiben. Fleisch gehörte genauso auf meinen Speiseplan wie Milchprodukte oder Honig, Fisch oder Eier. Und ich arbeite (nach wie vor) in einem Fast Food-Unternehmen, was im Jahr 2014 27,441 Milliarden US-Dollar weltweiten Umsatz verzeichnen konnte[2]. Bis Februar 2015 war das meine Lebensrealität. Der Drang, mehr zu ändern als nur das Gewicht, der Wunsch mich weiterzuentwickeln, das Verlangen nicht nur körperlich sondern auch mental fitter zu werden, hat mich auf eine Sinnsuche geschickt. Gedanklich wacher zu werden, emotional über mich hinauszuwachsen, eine neue Passion zu entdecken, all das fehlte in meinem eher, tristen, monotonen Alltag.
Butter bei die Fische oder eher Paprika zu Tofu: Als regelmäßige Nutzerin von Yotube entdeckte ich Kochshows und Kanäle, die mein kulinarisches Herz höher schlagen ließen. Gekocht habe ich schon immer gerne; meine bisherige handwerkliche Laufbahn in diesem Metier beschränkte sich allerdings eher auf Miracoli-Nudeln und Fertig-Pizza. Es stellte sich heraus, dass ich viel Begeisterung, viel Liebe zum Details an den Tag legen konnte, wenn es um Gewürze, Gemüse und Co. ging. Meine Küche wurde zum Chemielabor, zur Konditorei (mit eher mäßigem Erfolg, Backen ist etwas, was ich vor allem aus der Ferne liebe... Wenn andere es machen.) und Großküche. Currys aller Art, mediterrane Gerichte, afrikanische Eintöpfe. Kein Gericht und kein Kochbuch waren mehr vor mir gefeit.
Wie kam es dann zur Veränderung, zum "Wechsel" von Omnivor zur Veganerin? Und warum ausgerechnet Veganismus, eine Lebens- und Ernährungshaltung, die ich vor Jahren für "zu extrem", militant, abgehoben, hippiemäßig und eher komisch fand? Youtube verlinkte mir einen Kanal mit dem hübschen Titel "Rohe Energie" und... es machte einfach "Klick". Lars und Alexandra haben einen Nerv bei mir getroffen, vor allem ersterer, als er seine "Low Carb"-Diät-Erfahrungen erwähnt hat. Diät- und Gewichts-geplagt traf es einen Nerv, ein Gedanke wurde los getreten, der nur durch mehr Informationen (nicht zuletzt durch andere Yotube-Videos bzw. Literatur bzw. (Dokumentar-)Filme) vertieft und geschürt wurde.
Es hat noch zwei Monate gedauert, bis die Entscheidung kam: Ich möchte vegan leben. Ich möchte kein Tierleid verursachen, ich möchte nicht die Muttermilch irgendeiner anderen Spezies konsumieren. Ich möchte nicht inhumane bzw. unsoziale Arbeitsbedingungen unterstützen, möchte in Frieden mit mir selbst und der Welt leben. Mit menschlichen und nicht-menschlichen Lebenswesen aller Art.
Dieses Blog wird eine Dokumentation meiner Entwicklung sein, ein ausgelagertes Archiv für Videos, Quellenmaterial, Wissenswertes, Informatives, aber auch Privates, z.B. kann ich einmal schildern, wie es ist mit einem Lebenspartner zusammen zu leben, der beim Anblick von Hafersahne und Seitan eher missgünstig als unterstützend (zunächst!) reagiert (hat), und nach wie vor Fleisch- aber vor allem Milchprodukte konsumiert.
Gehabt euch wohl, auf ins fröhliche Bloggen!
[1] Kurz halten war noch nie meine Stärke... [2] Ich habe mich aus Gründen der Ehrlichkeit und Offenheit dafür entschieden gleich am Anfang klar zu stellen, wo ich (leider und nach wie vor) arbeite. Die Gründe dafür sind vielzählig, haben aber vor allem infrastrukturelle bzw. soziale Ursachen, die ich in einem späteren Artikel beleuchten möchte.













