KI speziell für Verbände
Der Einsatz von KI in Verbänden ist längst kein neues Thema mehr, seit der ersten Veranstaltung zu diesem Thema sind sieben Jahre vergangen[1]. Seit der Popularisierung von ChatGPT, seit knapp zwei Jahren sind Veranstaltungen und Beiträge nicht zu übersehen, so dass es wohl keine Verbandsverantwortlichen mehr gibt, die sich nicht mit dem Thema beschäftigt haben. Spätestens im verflixten siebten Jahr drängt die Zeit zum Handeln, um von der bahnbrechend beschleunigten Entwicklung nicht an den Rand (oder aufs Abstellgleis) gedrängt zu werden.
Chatbots mit den dahinterstehenden Large Language Modells (LLMs) wie ChatGPT sind in der Regel der erste Schritt.
Für Verbände geben sich eine Reihe sinnvoller Anwendungsfälle für Chatbots, etwa als Mitgliederservice, der gezielt Fragen beantworten kann und Mitgliedern so den Aufwand für Recherchen in den Online-Angeboten des Verbandes oder von Verbandsmitarbeitenden für das beantworten von per E-Mail eingehen Fragen deutlich reduziert.
Ein weiterer Vorteil: Durch die sich rapide verbessernden Sprachmodelle können Fragen in allen großen Sprachen der Welt in brauchbare Antworten überführt werden, auch wenn die Online-Quellen nur einsprachig sind!
Drei Beispiele für solche Frage-Antwort-Bots, die als künstlich intelligente Assistenzen auch in Verbänden sinnvoll eingesetzt werden können, finden sich im "Bot Cast" unseres kleinen KI für Verbände Lab.
Noch weit mehr Möglichkeiten als reine Chatbots bieten digitale Agenten: Sie können über Chat-Spracheingaben gesteuert werden und auch sprachlich antworten, aber genauso mit sehr vielen anderen digitale Inputs arbeiten. Etwa können sie eingehende E-Mails bearbeiten und beantworten, oder bei bestimmten Datenausgaben anderer Programme Aktionen starten, wie bspw. Buchungen vornehmen, Service Tickets auslösen oder Daten ändern. Bei Verbänden betrifft das verstärkt Mitglieder bezogene Abläufe, wie Informationsdienste, Anfragen, Mitgliedschaftsprozesse u.v.a.m. Dadurch, dass Agenten automatisiert mit fast allen digitalen Anwendungen arbeiten können, sind sie in der Lage komplette Arbeitsabläufe voll- oder mindestens teilautomatisiert durchzuführen.
Statt über mehr oder weniger grafische Benutzer-Oberflächen unterschiedliche Apps, Websites, Anwendungen für unterschiedliche Aufgaben, Arbeits-, Kommunikationsprozesse zu bedienen, interagieren KI-Agenten voll- oder teilautomatisch mit unterschiedlichen Systemen und Daten.
Die im Vergleich zu den riesigen Möglichkeiten noch recht einfach gehaltenen X.0 KI-Agenten aus unserem Bot-Cast basieren auf Microsoft Copilot, der im Hintergrund wiederum mit dem aktuellen Modell von ChatGPT arbeitet. Mehr zu diesem Thema an dieser und anderen Stellen folgt sukzessive in den kommenden Wochen!
Apropos Microsoft: CEO Satya Nadella kündigt an, dass in naher Zukunft AI Agenten jede Form anderer Software ersetzen wird:
Der Microsoft CEO prognostiziert, dass KI Agenten JEGLICHE Art anderer Software, von Apps über Webanwendungen bis zu den altbekannten Desktop-Programmen ersetzen wird.
Dabei steht Microsoft sicher nicht im Verdacht, diese Entwicklung herbeireden zu wollen, ist ihre Marktmacht doch immer noch stark mit den (klassischen) Microsoft Office Programmen - ob nun als Desktop, O365 oder Apps - verbunden. Nur sehen sie bei Microsoft die Entwicklung als unvermeidlich, so haben sie kürzlich die Office 365 Plattform in Copilot umbenannt... Auch die Chefs von Google, Meta und anderen prognostizieren, dass KI die gesamte Art, wie Menschen mit digitalen Systemen arbeiten, revolutionieren wird und stellen die Entwicklungen in ihren Konzernen entsprechend darauf ein. Ob unvermeidlich oder nicht, am Ende wird es wohl so kommen, auch wenn vielleicht doch nur als self-fulfilling-prophecy.
Was das für Verbände bedeutet? KI kann nicht losgelöst von der generellen IT-Infrastruktur, den Arbeitsabläufen, Kommunikationsprozessen, den Mitgliederservices - kurz der grundsätzlichen Digitalisierung des Verbandes betrachtet werden. KI ist der tiefgreifendste Treiber, den die Digitalisierung in den letzten Jahren gesehen hat. Verbände sollten nicht einfach so weiter machen wie bisher, sondern müssen sich so bald wie möglich grundlegende Gedanken über ihre digitale Entwicklung machen, um nicht auf diese Entwicklung einzahlende Fehlinvestitionen und Fehlentscheidungen zu vermeiden.
[1] Vom Autor am 17.08.2018 unter dem Label „Verbände digital - KI/Bots für Verbände“ in der Berliner Factory Community of Innovators organisiert.















