Verleumden vs. Liebe
Johannes 15,12+17: “[12] Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, gleichwie ich euch geliebt habe. [17] Das gebiete ich euch, dass ihr einander liebt.”
Das ist CHRISTI Gebot an uns, Seine Nachfolger. Es ist so einfach! Keine komplizierten Formulierungen und Forderungen, für die man einen Master in Jura braucht, um sie zu verstehen. Keine schwer zu erfüllenden Voraussetzungen, die man erst erreicht haben muss um diesem Gebot nachzukommen. Wir sollen einander einfach lieben! Und obwohl dieses Gebot CHRISTI an uns so einfach ist, haben wir Christen doch so oft ein Problem damit, ihm nachzukommen. Wie oft gehen wir lieblos miteinander um? Und damit sind nicht strenge Worte gemeint. Strenge Worte der Ermahnung können genauso liebevoll sein, wie tröstende Worte bei einem Trauerfall!
Und dieses Problem mit der Lieblosigkeit ist auch nicht neu oder nur eine Erscheinung der Moderne! Schon ganz am Anfang zur Zeit der Apostel hatten die Gemeinden schon damit zu kämpfen.
2. Korinther 12,20-21: “[20] Denn ich fürchte, wenn ich komme, könnte ich euch nicht so finden, wie ich wünsche, und ihr könntet auch mich so finden, wie ihr nicht wünscht; es könnte Streit unter euch sein, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Verleumdung, Verbreitung von Gerüchten, Aufgeblasenheit, Unruhen, [21] so dass mein Gott mich nochmals demütigt bei euch, wenn ich komme, und ich trauern muss über viele, die zuvor schon gesündigt und nicht Buße getan haben wegen der Unreinheit und Unzucht und Ausschweifung, die sie begangen haben.”
Schon als Paulus seinen bereits zweiten Brief an die Gemeinde in Korinth schreibt, hatten sie mit Lieblosigkeit in so vielen Formen zu kämpfen! Und wenn wir ehrlich sind, dann sieht es in der modernen Christenheit doch überhaupt nicht anders aus. Genau das, was Paulus in seinem Brief auflistet, finden wir genauso auch heute in den Gemeinden wieder. Wie stark und leuchtend könnte die Gemeinde CHRISTI doch sein, wenn sie nicht innerlich von genau diesen Dingen zerrissen wäre!
Ich möchte mit euch heute auf zwei der Punkte eingehen, die Paulus in dieser Aufzählung nennt und die man gut zusammenfassen kann: Verleumdung & Verbreiten von Gerüchten Kurz: Heute geht es um das Lästern.
Wenn man nachfragt, dann macht das natürlich niemand! Heißt Verleumden nicht, dass man Lügen über jemanden verbreitet? Das würde uns doch im Traum nicht einfallen! Gut, wir reden vielleicht hin und wieder über Andere, aber das hat doch nichts mit Verleumden zu tun! ... Oder? Wir tauschen uns doch nur über manches und manche aus. Aber das ist doch kein Verleumden! ... Oder? Wir müssen doch darüber reden, wo die Hindernisse für das Gemeindewachstum herkommen! Vor allem bei... Oder?
Aber ist das tatsächlich so? Funktioniert diese Argumentation zur Rechtfertigung unseres Verhaltens tatsächlich? Oder anders gefragt: Würde JESUS uns bei dieser Argumentation auch zustimmen?
Was meint die Bibel eigentlich, wenn sie über das “Verleumden” spricht?
Jakobus 4,11: “[11] Verleumdet einander nicht, ihr Brüder! Wer seinen Bruder verleumdet und seinen Bruder richtet, der verleumdet das Gesetz und richtet das Gesetz; wenn du aber das Gesetz richtest, so bist du nicht ein Täter, sondern ein Richter des Gesetzes.”
Eine ganz klare und unmissverständliche Ermahnung, die uns Jakobus hier gibt! Wir sollen einander nicht verleumden!
Die ESV übersetzt hier: “Do not speak evil against one another” Zu Deutsch: “Ihr sollt gegeneinander nicht böse sprechen”
Dahinter steckt das griechische Wort “katalaleo”, das bedeutet “gegen jemanden schwatzen”, “gedankenlos daherreden gegen jemanden” oder “übel nachreden”.
Hier ist zu beachten, dass dieses Wort erstmal nichts mit einer Lüge zu tun hat! Dafür wird in der Bibel das griechische Wort “diaballo” verwendet, das soviel bedeutet wie “fälschlich anklagen”. Daher kommt auch das Wort “Diabolos”, eine Bezeichnung für den Teufel.
Das “katalaleo”, das wir in Jakobus 4,11 und auch in 2. Korinther 12,20 finden, ist in seinem Stamm tatsächlich der Ursprung des heutigen Wortes “Katalog”, das uns allen ein Begriff ist.
Wenn die Bibel also über Verleumden spricht, dann geht es in den allermeisten Fällen nicht um das Verbreiten von Unwahrheiten und Lügen, sondern es geht um das schlechte (negative) Reden über Andere, meistens in deren Abwesenheit, ganz egal, ob es wahr ist oder nicht!
Ganz deutlich wird das auch in den Sprüchen:
Sprüche 11,13: “Ein umhergehender Verleumder plaudert Geheimnisse aus, aber eine treue Seele hält geheim, was man ihr sagt.”
Verleumder plappern tatsächliche Geheimnisse aus. Also sagen sie ja eigentlich die Wahrheit! Trotzdem richten sie damit einen gewaltigen Schaden an!
Ist uns eigentlich bewusst, wie viel Schaden wir mit einem verleumderischen Verhalten anrichten? Nicht nur für die Leute, über die geredet wird, sondern für die gesamte Gemeinde?
Sprüche 18,8: “Die Worte des Verleumders sind wie Leckerbissen; sie dringen in die verborgenen Kammern des Inneren.”
Oft vergessen wir ja, wie viel Macht unsere Worte eigentlich haben! Hier mal ein ganz banales Beispiel dazu: Denkt jetzt bitte auf keinen Fall an ein pinkes Kamel! Nochmal: Jetzt bitte nicht an ein pinkes Kamel denken! ...Und? Wer hat soviel Selbstbeherrschung aufbringen können um wirklich noch nicht einmal für den Bruchteil einer Sekunde das Bild eines pinken Höckertieres im Kopf zu haben?
Selbst wenn wir versuchen uns zu wehren, gelangen die Worte, die wir hören, doch in unser Unterbewusstsein und fangen dort an zu keimen. Die Worte des Verleumders dringen in die verborgenen Kammern des Inneren!
Und was bewirken sie dort?
Sprüche 25,23: “Nordwind erzeugt Regen und Verleumdung verdrießliche Gesichter.”
Verleumdung erzeugt unvermeidbar verdireßliche Gesichter. Unfrieden, Streit, Zank... All die Dinge, die Apostel Paulus in 2. Korinther 12,20 aufzält.
Es ist immer sehr interessant zu beobachten, wenn es auf einmal ruhiger in einer Gruppe wird. Das kann eine Abteilung in einer Firma, eine Gruppe von Freunden oder auch eine christliche Gemeinde sein. Keiner scheint zu wissen, warum es auf einmal so friedlich geworden ist.
Die Bibel nennt uns einen möglichen Grund dafür:
Sprüche 26,20: “Wo kein Holz mehr ist, erlischt das Feuer, und wenn der Verleumder fort ist, hört der Streit auf.“
Im besten Fall hat der- oder diejenige die Sünde eingesehen und mit den Verleumdungen aufgehört. Leider ist es jedoch auch in der Christenheit oft so, dass jemand die Gemeinde verlässt und auf einmal viele Streitigkeiten einfach aufhören.
Liebe Geschwister, mit Lästern, Verleumden und dem Verbreiten von Gerüchten machen wir als Christen uns unsere eigenen Gemeinden kaputt!
Verleumdungen sind nämlich das genaue Gegenteil der Liebe, die JESUS uns gebietet!
1. Petrus 4,8: “Vor allem aber habt innige Liebe untereinander; denn die Liebe wird eine Menge von Sünden zudecken.”
Sprüche 17,9: “Wer Liebe sucht, deckt die Verfehlung zu, wer aber eine Sache weitererzählt, trennt vertraute Freunde.“
Wir sollen einander lieben! Nicht übereinander lästern!
Ganz am Anfang haben wir gelesen, dass JESUS sich selbst als Vorbild gibt und uns gebietet einander zu lieben, wie ER uns geliebt hat!
Wie wäre uns zumute, wenn JESUS jede unserer Sünden mit den Engeln bereden würde und die uns alle schief anschauen, wenn wir in den Himmel kommen?
Das macht ER natürlich nicht, sondern ER zeigt uns, wie wahre Liebe geht:
Jesaja 43,25: “Ich, ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen, und an deine Sünden will ich nie mehr gedenken!”
Sobald wir durch das kostbare Blut JESU gereinigt wurden, gedenkt GOTT unserer Sünden nie wieder! Durch JESUS als unseren Fürsprecher sieht der VATER uns so, als ob wir noch nie auch nur eine einzige Sünde getan hätten! Da wird nicht unser Fehltritt von vor 10 Jahren nochmal aufgewärmt und heimlich im Himmel diskutiert. Da wird sich auch nicht brühwarm über unsere neuste Verfehlung das Maul zerrissen. GOTT vergibt vollkommen, weil JESUS vollkommen für unsere Sünden am Kreuz bezahlt hat und zu unserer Rechtfertigung wieder auferstanden ist!
Wir sollen einander lieben, wie JESUS selbst uns geliebt hat und nicht einander verleumden!
Zum Abschluss möchte ich euch noch einen Tipp wärmstens ans Herz legen, den uns Apostel Petrus in seinem ersten Brief gibt:
1. Petrus 2,1-3: “[1] So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle Verleumdungen, [2] und seid als neugeborene Kindlein begierig nach der unverfälschten Milch des Wortes, damit ihr durch sie heranwachst, [3] wenn ihr wirklich geschmeckt habt, dass der HERR freundlich ist.”
Anders formuliert: “Ihr habt GOTTES Liebe erfahren? Dann hört auf einander zu verleumden und beschäftigt euch lieber gemeinsam mit dem Wort GOTTES!”
Gebet: Unser GOTT und Vater, im Namen Deines Sohnes JESUS CHRISTUS danken wir dir von Herzen, dass du uns in deiner grenzenlosen Liebe errettet hast! Danke, dass Du Deinen Sohn nicht verschont hast, sondern Ihn für uns hingegeben hast! Herr JESUS wir danken Dir, dass Du für uns den Himmelsthron verlassen hast, dass Du Fleisch wurdest, das Kreuz erdultet hast und uns von der Macht Satans befreit hast. Danke, dass Du zu unserer Rechfertigung auferstanden bist und uns nun zur Rechten des Vaters vertrittst. Wir danken Dir, dass du uns Deine Liebe in unsere Herzen gegeben hast, aber Du siehst auch, wie oft wir trotzdem lieblos miteinander umgehen. HERR, wir bitten Dich um Vergebung, wo wir Deinem Gebot der Liebe nicht nachgekommen sind. Bitte, erfülle uns immer mehr mit Deiner göttlichen Liebe, mache uns überströmend darin! Hilf uns, diese Liebe in unserem Alltag zu leben, uns nicht gegenseitig zu verleumden, sondern füreinander da zu sein. Hilf uns ein Licht zu sein in dieser Welt und als ein Leuchtfeuer der Liebe in ihr zu leuchten, damit die Menschen Dich in unserem Leben erkennen! Dir, dem allein ewigen GOTT, sei Lob Ehre und Anbetung gebracht! Wir rühmen und preisen deinen hochheiligen Namen!
Amen.
(by R. Foth)













