Warum nicht? Ein verträumter Blick in die Kamera, ein waghalsiger Sprung aus dem Fenster, eine Pfote, die sanft über Schnurrhaare streicht: Es genügen oft Kleinigkeiten, die ein Katzenvideo zum YouTube-Hit mit zig Millionen Klicks machen. Am meisten Spaß macht es dabei die Videos gemeinsam mit FreundInnen zu schauen.
UND DAZU GIBT’S EIN FESTIVAL?
Ja. Mit dem Cat Video Festival Vienna will die Vienna Shorts Agentur genau das möglich machen: in der Arena Wien im Sommer unter freiem Himmel einen Abend lang gemeinsam mit euch felinen Filmen frönen. In den vergangenen Jahren waren Kult-Kater Henri, Schachtelfreund Maru, Grumpy Cat oder Local Heroes wie die kostümierten Herren der Band Kreisky auf der großen Leinwand zu sehen. Auch dieses Jahr finden sich im Programm, neben beliebten Internet-Cat-Videos, künstlerisch anspruchsvolle und zugleich verspielte Kurzfilme und Musikvideos rund um das Thema Katze. Mit eurer finanziellen Unterstützung stellt die VIS Agentur die vierte Ausgabe des Cat Video Festivals in der Arena Wien auf die (Katzen-)Beine!
WOFÜR BRAUCHT VIS DEINE UNTERSTÜTZUNG?
Die Organisation des Festivals ist mit mehreren Monaten Arbeit verbunden. Ein Team von zehn Menschen arbeitet an der Kuratierung des Programms, der Klärung der Filmrechte, der Erstellung des Cat-Sujets und den Vorbereitungen und Aufbauten vor Ort. Auch für musikalische Unterhaltung vor und nach dem Programm möchten wir sorgen. Der Einsatz dieser Menschen soll entlohnt werden und damit die Veranstaltung auch weiterhin bei freiem Eintritt stattfinden kann, brauchen wir deine Unterstützung! Als Dankeschön haben wir uns einige tolle und ganz exklusive Belohnungen einfallen lassen.
Mit welchen Beiträgen ihr das Cat Video Festival unterstützen könnt und welche Belohnung ihr dafür bekommt, findet ihr auf: cats.viennashorts.com
Cat Video Festival Vienna
27. August 2016
Arena Wien
Am 31. Mai war es dann endlich soweit: nach 7 Tagen Festival und 6 Wettbewerben wurden am vergangenen Dienstag Abend die Preise der 13. Ausgabe der VIS Vienna Independent Shorts vergeben. Dank der locker-lässigen Moderation von Radiosprecher Stuart Freeman haben bei der feierlichen Zeremonie eigentlich nur noch die Song-Einspielungen gefehlt, um sich wie live on air bei einer Glamour-Version der FM4 Morning Show zu fühlen.
Eines war jedenfalls klar: Angst vor der Zukunft hat man beim Festival keine. Ganz im Gegenteil, das Team strotzt vor Energie und Leidenschaft, die gute Stimmung, die unter den BesucherInnen und internationalen Festivalgästen verbreitet wurde, sucht ihresgleichen. Auch wenn man schon in den letzten Jahren einen merklichen Entwicklungsschub in der inhaltlichen Konzeption und der nationalen wie internationalen Positionierung feststellen konnte, hat die Aufnahme in die Liste der oscar-qualifying Festivals Anfang diesen Jahres dem VIS innerhalb der hiesigen Festivalszene nochmal ein besonderes Renommee eingebracht. Auf Seiten der Organisatoren ist man sichtlich stolz darauf, das darf auch so sein. Immerhin stellt diese Auszeichnung auch eine Würdigung der Arbeit der ganzjährig tätigen VIS-Agentur dar, die es immer mehr schafft, abseits des Festivals dem Medium Kurzfilm eine breitere Öffentlichkeit zu verschaffen.
No time for fear sozusagen, um das diesjährige Festivalmotto “fear is not option” zu variieren. Angst als Option - nicht als pathologisches Leiden - ist also immer auch ein Resultat dessen, was man sich an Möglichkeiten zu schaffen nicht fähig war. Oder, um es selbst- und gesellschaftskritisch zu formulieren: was man sich an Möglichkeiten schlicht nicht schaffen wollte. Mut hat daher weniger mit dem Ausblenden von Angst als vielmehr mit einem Drang nach Kreation und Entwicklung zu tun. In diesem Sinne waren die Macher des Festivals in den 13 Jahren seines Bestehens mehr als mutig. Nicht zuletzt auch uns gegenüber, als sie unserem Projekt VIS NOW den Segen gegeben haben.
Um solch einen Mut als Drang zum Vorwärtsgehen - und somit als Wille zum Zugehen auf die Angst - drehen sich im Grunde auch die Gewinner der großen Preiskategorien des Festivals. Einmal mehr beweist das VIS Vienna Independent Shorts damit, wie konsequent und konzis verdichtend es sein jeweiliges Motto mit der Zusammenstellung der einzelnen Wettbewerbssparten auch abseits der Fokus-Programme reflektiert. Wir haben uns im Anschluss an die Preisverleihung die wichtigsten Preisträgerfilme im Metro Kino angeschaut.
A MAN RETURNED - Best International Fiction & Documentary Film
Über den - leider blinden - Mut, an einer Zukunft ohne Abhängigkeit und betäubte Angst zu arbeiten. Reda, palästinensischer Flüchtling, der nach drei Jahren Obdachlosigkeit in Athen und einem negativen Asylbescheid zu seiner Familie ins palästinensische Flüchtlingslager Ain El-Helweh im Libanon zurückkehren musste, verbringt dort ein Leben zwischen Arbeitslosigkeit, Drogenhandel und -sucht, dem die bevorstehende Hochzeit mit der großen Liebe ein Neuanfang sein soll. Seine Sucht bezeichnet er stets als Fluch, dem er ausgeliefert ist, seine Verlobte stilisiert er zur Erlöserin von seinen Leiden. So liebenswürdig er wirkt, wenn er von seiner zukünftigen Ehefrau spricht und voller Stolz durch seine “renovierte” Bleibe in einer Wohnhausruine führt, so schwer ist es, ihm sein Versprechen einer besseren Zukunft zu glauben, wenn er noch während der Hochzeit in einer engen Seitengasse an Bekannte Drogen verkauft. Eine kleine Geschichte, eingebettet in großen, globalen Zusammenhängen, die so lange als Zwänge beschwört werden, bis man sich ihnen ohnmächtig ausgeliefert fühlt.
WALD DER ECHOS - Bester österreichischer Film
Über den Mut, die Angst vor dem Toten zu überwinden, indem man den Tod als Teil des Lebendigen betrachtet. Die eigentümliche, fast schamanistische Mystik, die die Charaktere der drei kleinen Schwestern auszeichnet, die uns durch diesen wunderbar zwischen naiv verspieltem Road Movie und okkultem Suspense schwebenden Film führen, kennt kein Vergehen, sondern nur einen zeremoniellen Stoff- und Weltenübertritt. Was wirklich passiert, geben dieses Werk und seine Protagonistinnen nie Preis, das allerdings auf so entzückend entrückte Weise, dass es einem den Glauben schenkt, der Planet, auf dem wir leben, sei ein einziges Wunder.
VINTAGE PRINT - ASIFA Austria Award
Über den Mut zum unbedingten Sehen, zum schmerzvollen Standhalten des Blicks einer permanenten Überreizung gegenüber - um schließlich in ihren Details die Schönheit der phantomistischen Visualität unserer Welt zu erkennen. Eine einzelne antike Fotografie, entstanden Ende des 19. Jahrhunderts, ist Grundlage des Films, in dem das Bild in analogen und digitalen Prozessen bearbeitet, verfremdet, verzerrt, unkenntlich gemacht und schließlich vollständig in eine amorphe Unförmigkeit abstrahiert wird. Ein aggressiv pulsierender Kommentar zur geisterhaften Wesenheit des Foto- und Kinematografischen.
SCHICHT - Best Female Director
Über den Mut, anhand des Schicksals und Niedergangs einer deutschen Bergbaustadt eine Familiengeschichte zu ent-decken. Schicht für Schicht, mit archivalischer Analytik und hoch-metaphysischer Bild- und Textsprache entfaltet dieser Film ein in Bezug auf die Erforschung der eigenen familiären und geographischen Wurzeln äußerst affizierendes Beispiel eines essayistischen Corpus an Geschichte(n).
Die beiden Filme, die mit dem erstmals vergebenen oscar-qualifizierenden GRAND JURY PRIZE ausgezeichnet wurden, haben wir leider nicht gesehen. Die Trailer wollen wir euch dennoch nicht vorenthalten:
ENNEMIS INTERIEURS - GRAND JURY PRIZE 2016: Best Fiction Film
QUIET ZONE - GRAND JURY PRIZE 2016: Best Animated Film
TEAM VIS NOW bei der Preisverleihung der VIS Vienna Independent Shorts im METRO Kinokulturhaus.
Wir haben es mehr als genossen, vielen Dank für Applaus und Jubelgeschrei beim Screening unserer Festivaldoku! Und einen großen Dank an das Festival für diese wunderbare Kooperation und die liebevolle Versorgung mit Technik, Infrastruktur, Essen, Bier, Wasser, Süßigkeiten und emotionalem Windelwechseln, wenn wir mal arg durch den Wind waren. Infos zu den GewinnerInnen des Festivals folgen - aufgrund des gestrigen Abends dauert das heute etwas länger.
Die offizielle VIS Vienna Independent Shorts-Festivaldoku ist grad auf ihrem Weg ins METRO Kinokulturhaus, wo sie im Rahmen der Preisverleihung ihre Premiere feiert! Für alle, die heute nicht dort sein können, gibt's das Meisterwerk dann auch auf vimeo zu sehen.