Ich will mal versuchen, aus den Pressebeiträgen der letzten Wochen zum Thema Seeanbindung (m)eine Quintessenz zu ziehen:
Alle wollen eine Modernisierung der Bahnanlagen am See.
Alle wollen eine Verlegung des Regionalzughalts an den Bahnhof Starnberg Nord (Denn ohne diese Verlagerung wäre es für mich dort kein “intermodaler Mobilitätsknoten für Pendler und Privatreisende”)
Eine politische Mehrheit will das Wende- und Abstellgleis nicht vor dem Bayerischem Hof.
Eine politische Minderheit nicht “Am Oberfeld”, konkretisiert aber keine Alternative, so dass ich vorerst daraus schließe, dass das Wende- und Abstellgleis vor dem Bayerischen Hof akzeptiert wird.
Das ist bezogen auf die Ziele der Stadt Starnberg in meinen Augen gar nicht so ein großer Unterschied, damit alle an einem Strang ziehen können. Lediglich bei der Lage des Wende- und Abstellgleises besteht aktuell kein Konsens.
Jetzt stellt sich natürlich die Frage, welche die Ziele die Deutschen Bahn hat, die vielleicht mit den Zielen der Stadt Starnberg nicht so richtig zusammenpassen. Der Bahn ist sicher die Barrierefreiheit wichtig und dass alle Gleise von der Stadt und von der Seeseite erreichbar sind. Vielleicht spielt auch eine Rolle, mit welcher Geschwindigkeit die durchfahrenden Züge an der Stadt Starnberg vorbei rauschen sollen.
Was würde wohl die Bahn entscheiden, wenn sie keine Rücksicht auf die Stadt Starnberg zu nehmen bräuchte?
Tempo 80 inkl. Lärmschutzwände am See? Natürlich spekuliere auch ich an dieser Stelle, aber auszuschließen wäre das auf der Basis meiner bisherigen Informationen nicht.
Deshalb ist es um so wichtiger, mit der Deutschen Bahn zusammen eine Lösung zu konzipieren. Dass diese Lösung auf der Grundlage vor langer Zeit geschlossener Verträge aufzubauen ist, gefällt mir persönlich auch nicht. Es nützt aber nichts, diese Ausgangslage einfach zu ignorieren. Sie ist, wie sie ist.
Jetzt schon “die Flinte ins Korn zu werfen”, wie es eine andere Gruppierung in meinen Augen aktuell vorführt, ist für mich und meine Gruppierung keine zielführende Lösung.
Ich gebe meinem Ersten Bürgermeister gerne die Zeit bis Ende des Jahres, um für die noch nicht geklärten Fragen eine Lösung vorzustellen. Und da mir bewusst ist, dass die gerade zu führenden Gespräche mehr als schwierig sind, gedulde ich mich gerne bis Ende des Jahres.
Wir wissen doch alle: Wenn jemand von uns etwas lautstark fordert, kommt uns ein “Nein” viel schneller über die Lippen als wenn wir gemeinsam in Ruhe eine einvernehmliche Lösung suchen.