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IG Metall: Kreuzfahrt als Chance für Werften
Deutsche Werften können optimistisch in die Zukunft schauen: Zu diesem Ergebnis kommt die IG Metall – bezogen auf den Bau von Kreuzfahrtschiffen. Darin lägen große Chancen für den Standort, teilte die Gewerkschaft am Freitag in Hamburg mit. Anlass war die Vorlage einer Studie, die von der Agentur für Struktur- und Personalentwicklung (AgS) im Auftrag der IG Metall durchgeführt wurde.
Seitenhieb gegen die asiatische Konkurrenz
„Wir haben aktuell 55 Schiffe im weltweiten Auftragsbuch“, sagte AgS-Experte Thorsten Ludwig. Das entspreche einer Tonnage von rund sieben Millionen, wobei allein 40 Prozent auf die Meyer-Werften-Gruppe entfielen. Der Markt sei wieder fast ausschließlich in europäischer Hand, sagte auch Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Mit der Meyer Werft und der Lloyd Werft Gruppe würden künftig zwei bedeutende Gruppen mit rund 5.500 Beschäftigten in Deutschland mit der Fertigung und Ausstattung von Kreuzfahrtschiffen für Arbeit sorgen. Hinzu kämen mehrere Tausend Arbeitsplätze bei Zulieferern. „Nach den massiven Problemen beim Bau von zwei Aida-Schiffen bei Mitsubishi in Japan sind die Versuche der asiatischen Konkurrenz, in den stark wachsenden Markt einzusteigen, vorerst gescheitert“, sagte Geiken.
Nur eins von 55 Schiffen entsteht in Asien
Konkret bedeutet das, dass von den derzeit 55 Schiffen in den Auftragsbüchern nur eins in Asien gebaut wird, der Rest in Europa. Von den 54 wiederum werden rund 30 Prozent in Deutschland gefertigt. „Die europäischen und deutschen Werften haben das Know-how in diesem hochspezialisierten Bereich“, sagte Geiken. „Sie verfügen über langjährige Erfahrung, hohe Kompetenz beim Design und vor allem ein dichtes und wettbewerbsfähiges Zulieferernetz, das die geforderten Standards erfüllen kann.“
Steigt Anteil weiter dank Nordic Yards?
Geiken erwartet, dass dieser Anteil weiter steigt. Denn nach der Übernahme von Nordic Yards in Wismar und Stralsund richte sich die Werft auf den Bau von Kreuzfahrtschiffen für den künftigen Mutterkonzern Genting aus. „Die Beschäftigen in Bremerhaven, Rostock-Warnemünde, Stralsund und Wismar erwarten, dass nun möglichst bald die Strukturen geschaffen werden, damit die Konstruktion und der Bau der Schiffe starten können.“
Die „Ovation of the Seas“ macht sich am 11. März 2016 auf ihre Reise über die Ems. Die Passage verläuft reibungslos. Zuvor sind bereits die Schwesterschiffe „Anthem of the Seas“ und „Quantum of the Seas“ bei der Meyer Werft in Papenburg entstanden.
Am 18. September 2015 verlässt die „Norwegian Escape“ die Papenburger Meyer Werft. In Auftrag gegeben hat sie die Reederei Norwegian Cruise Line. Unter den Augen vieler Schaulustiger geht es auf der Ems in Richtung Nordsee.
Im März 2015 wird es an der Dockschleuse der Papenburger Meyer Werft mal wieder richtig eng: Zentimeter für Zentimeter quetscht sich die „Anthem of the Seas“ durch die 45 Meter breite Öffnung in Richtung Ems.
Im August 2014 wird das fast 350 Meter lange Schwesterschiff „Quantum of the Seas“ in der Meyer Werft ausgedockt. Damit haben die Papenburger eigenen Angaben zufolge wieder einen Rekord gebrochen: Denn die „Quantum“ ist mit 347,75 Metern Länge das größte je in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff.
Nicht jede Überführung ist richtig gemütlich: Im kalten November 2013 startet die „Norwegian Getaway“ zu nächtlicher Stunde auf die Ems-Passage.
Zwei Wochen vorher verlässt die „Getaway“ das Baudock der Werft. Wie immer bevölkern zahlreiche Kreuzfahrtfans mit ihren Wohnmobilen den Parkplatz am Hafenbecken, um dem Spektakel beizuwohnen.
Schnee – wie hier beim Ablegen in Papenburg – wird der Kreuzfahrtriese auf seinen Reisen durch die Karibik wohl eher selten zu sehen bekommen.
Bis 2013 baut die Meyer Werft auch Schiffe für AIDA Cruises. Die „AIDAStella“ geht als vorerst letztes Schiff AIDA-Schiff auf die Reise Richtung Nordsee.
Mitte März bricht die „AIDAStella“ im Hafenbecken der Meyer Werft auf – begleitet von einem imposanten Feuerwerk kurz nach Mitternacht.
Im August 2012 verlässt die „Celebrity Reflection“ vor zahlreichen Schaulustigen die Dockhalle der Papenburger Meyer Werft. Das 319 Meter lange Kreuzfahrtschiff hat mit 16 Decks eins mehr als seine vier Schwesternschiffe.
Die „Celebrity Reflection“ bietet Platz für insgesamt 3.030 Passagiere, die es sich in 1.515 Kabinen gemütlich machen können. Zentraler Punkt des Schiffes ist ein großes Theater, in dem jeden Abend ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm angeboten wird.
April 2012: Die „AIDAmar“ läuft aus dem Dock der Meyer Werft. Es ist das sechste Kreuzfahrtschiff, das die Meyer Werft für die Reederei AIDA Cruises aus Rostock gebaut hat. Die „AIDAmar“ hat wie ihre drei baugleichen Schwesterschiffe „AIDAluna“, „AIDAblu“ und „AIDAsol“ den typischen roten Kussmund auf dem Bug.
Bei der Überführung auf der Ems muss die „AIDAmar“ in dunkler Nacht die bekannten Nadelöhre passieren. Hier die Friesenbrücke in Weener.
Die „Disney Fantasy“ läuft im Januar 2012 aus dem Dock. Ebenso wie das Schwesterschiff „Disney Dream“ ist der Luxusliner 340 Meter lang. Highlights an Bord sind eine Wasserrutsche aus Acrylglas und ein Theater mit 1.335 Sitzplätzen.
Die „Silhouette“ ist der vierte Liner der „Celebrity“-Flotte für einen Auftraggeber aus Miami. Der Luxus-Kreuzer wird Ende Juni 2011 überführt.
Auf stattlichen 319 Metern finden hier 2.886 Passagiere Platz.
Die „Disney Dream“ ist das erste von zwei Schiffen, die die Werft für die Reederei Disney Cruise Line gebaut hat. Eines der Aushängeschilder ist die erste Wildwasserbahn auf See. Der transparente „Aqua Duck“ ist 233 Meter lang und ragt über den Schiffskörper hinaus.
Die „Disney Dream“ ist mit 340 Metern Länge und 65 Metern Höhe das zu diesem Zeitpunkt größte jemals in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff. Der im Oktober 2010 vom Stapel gelaufene Luxusliner gehört damit nach Werftangaben auch zu den drei längsten Kreuzfahrtschiffen der Welt. An Bord passen rund 4.000 Passagiere in 1.250 Kabinen und 1.400 Besatzungsmitglieder.
Im April 2010 wurde die „Celebrity Eclipse“ in Betrieb genommen. Die erste Fahrt hat mit Urlaub allerdings nur wenig zu tun: Bei einer Rettungsmission werden 2.000 im Aschechaos gestrandete britische Urlauber zurück nach Hause gebracht, nachdem der Vulkan „Eyjafjallajökulls“ auf Island ausgebrochen ist.
Der 315 Meter lange Luxusliner „Celebrity Eclipse“ hat 540 Millionen Euro gekostet und ist das dritte von fünf Schiffen der „Solstice-Klasse“, die die Meyer Werft bis 2012 an Royal Caribbean ausliefert.
Auf den ersten Blick unterscheidet sich die im Januar 2010 ausgelieferte „AIDAblu“ kaum von ihren Schwestern „AIDAdiva“, „AIDAbella“ und „AIDAluna“. Tatsächlich verfügt die 252 Meter lange „AIDAblu“ aber über ein zusätzliches halbes Deck. Für alle Bierfreunde befindet sich zudem eine eigene Brauerei an Bord.
Anfang Februar wird bei eisigen Temperaturen im Hamburger Hafen die Taufe der „Aidablu“ gefeiert. Taufpatin ist die Designerin Jette Joop.
Im Juni 2009 verlässt die „Celebrity Equinox“ das Baudock der Meyer Werft. Bei ihrer Entwicklung hat das niedersächsische Unternehmen den Fokus auf Umweltfreundlichkeit gelegt. Energieeffizente Systeme wie die optimierte Schiffsform und ein energiesparendes LED-Beleuchtungssystem sollen bis zu 30 Prozent Energie sparen.
Die Überführung der großen Schiffe stößt bei Umweltschützern immer wieder auf Kritik. Für die Auslieferung der „Celebrity Equinox“ muss die Ems um 1,90 Meter über Normallnull aufgestaut werden. Naturschutzorganisationen befürchten, dass durch das Aufstauen Fische, Kleinstlebewesen und Jungvögel am Ufer sterben.
Das 252 Meter lange Clubschiff „AIDAluna“ verlässt im Februar 2009 das Baudock der Meyer Werft in Papenburg in Richtung Palma de Mallorca, wo es im April 2009 feierlich getauft wird. Von dem Hotelführer „Schlummer-Atlas“ wird das schwimmende Luxushotel zum Schiff des Jahres 2010 gekürt.
13 Decks hoch passt die „AIDAbella“ gerade noch unter die Köhlbrandbrücke des Hamburger Hafens. Allein der Rohbau des Schiffes bringt ein Gesamtgewicht von 25.000 Tonnen auf die Waage. Im April 2008 in Rostock-Warnemünde getauft, fährt sie heute wie ihre Schwesterschiffe unter italienischer Flagge.
Maßarbeit der Schlepper: Ende September 2008 wird die „Celebrity Solstice“ durch die Dockschleuse der Meyer Werft bugsiert. Mit der Gesamtlänge von 315 Metern ist sie fast dreimal so lang wie ein Fußballfeld. So wie ihre Schwesterschiffe „Celebrity Equinox“ und „Celebrity Eclipse“ verfügt auch sie über eine umweltfreundliche Ausstattung.
Tausende Schaulustige finden sich ein, um die Reise von Papenburg über die Ems an die Nordseeküste zu beobachten. Hier passiert die „Solstice“ bei Nebel und Regen den Emstunnel bei Leer.
Mit einer imposanten Lichtshow wird die „AIDAdiva“ im April 2007 in Hamburg getauft. Über 300.000 Zuschauer verfolgen die Zeremonie. Wenige Tage später startet das Schiff, das erste einer neuen Kreuzfahrer-Familie des AIDA-Unternehmens, seine Jungfernfahrt von Hamburg nach Palma de Mallorca.
Auch als „Schwimmender Konzertsaal“ macht sich das Clubschiff einen Namen. Auf einer Kreuzfahrt mit den Wiener Philharmonikern erleben die rund 1.800 Gäste Konzerte im Theatersaal in der Mitte des Schiffes. Mit einer Grundfläche von 3.000 Quadratmetern erstreckt sich das „Theatrium“ über drei Decks.
Die im Herbst 2007 fertig gestellte „Norwegian Gem“ („Norwegisches Schmuckstück“) gehört zu den größten und schnellsten Kreuzfahrtschiffen der Panamax-Klasse weltweit. Trotz seiner Größe ist das Schiff mit einer Reisegeschwindigkeit von bis zu 25 Knoten äußerst wendig.
Große Probleme bereitet im November 2007 die Überführung der 294 Meter langen „Norwegian Pearl“. Für die Passage muss eine Hochspannungsleitung abgeschaltet werden. Der Spannungsverlust führt in ganz Europa zu massiven Stromausfällen. Der Vorfall setzt eine Diskussion über die Verlässlichkeit der Stromversorgung in Gang.
Die „Norwegian Jewel“ feiert ihre Taufe im August 2005 in Miami. Patin des Juwels ist Melania Trump, Ehefrau des Immobilien-Millionärs Donald Trump. Entsprechend exklusiv die Inneneinrichtung – sie ist an die ersten großen Kreuzfahrtschiffe Anfang der 30er-Jahre angelehnt.
Die rund 400 Millionen Euro teure „Jewel of the Seas“ wird im Februar 2004 von der niedersächsischen Werft an die Reederei „Royal Caribbean Cruise Line“ übergeben. Mehr als 2.000 Passagiere haben Platz auf dem 300 Meter langem Luxusliner.
Umringt von Zuschauerbooten fährt „Mein Schiff“ zur Taufe in den Hamburger Hafen ein. Der Reisekonzern TUI lässt sie 2009 komplett umbauen. Zuvor war das 1996 von der Meyer Werft ausgelieferte Kreuzfahrtschiff unter dem Namen „Galaxy“ für die Reederei „Celebrity Cruises“ im Einsatz.
Das allererste Kreuzfahrtschiff der Meyer Werft läuft am 6. Mai 1986 vom Stapel. Es ist der einzige Luxusliner, der in Papenburg jemals im Freien gebaut wird. Schon damals ist das Zuschauerinteresse am Hafenbecken ziemlich groß.
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