The Red Center/Northern Teritory
Als wir am 25. gegen Mittags ankamen hat uns die Hitze fast erschlagen... Mit dem Taxi fuhren wir dann zu unserem Hostel „Alice’s Secret“. Dort konnten wir leider die ersten Stunden (aufgrund von der Mittagspause des Rezeptionisten) nicht einchecken und wir verbrachten den Nachmittag in der Stadt bzw. versuchten wir die nächsten Tage zu planen. Wir rannten wie Verrückte von einer Autovermietung zur nächsten und zu der Touristeninformation und wieder zurück. Wir entschieden uns für einen Tag bei den West MacDonnell Ranges (eine lange Gebirgskette und von einheimischen „West Macs“ genannt) mit einem Mietauto. Unser erster Stopp am Dienstag war der Simpsons Gap. Dort gab es ein kleines Wasserloch und Rock-Wallabies zu sehen. Zweiter Stopp Stanley Chasm - eine riesige und beeindruckende Schlucht aber nur 30 Minuten wandern. Dritter Stopp Ellery Creek Big Hole – ein braunes Wasserloch mit vielen Einheimischen die dort schwimmen waren. Das war auch unser Plan aber in diese Brühe wollten wir eher nicht. Serpentine Gorge war unser vierter Stopp – hier gabs nur eine Wanderstrecke die bei diesen Temperaturen unmöglich gewesen wäre. Fünfter Stopp waren die Ochre Pits - eine kleine Felsformation wo man die verschiedenen Gesteinsschichten super erkennen kann. Bei Glen Helen legten wir eine kleine Kaffee und Eis Pause ein bevor es zu unseren letzter Stopp Ormiston Gorge ging. Dort legten wir eine kleine Wanderung ein da die Temperaturen endlich auf 34°C gesunken waren. Unser Weg zur Aussichtsplattform war steil aber die Mühe wert – wir hatten einen unvergesslichen Ausblick über die West Macs. Weiter auf unseren Weg fanden wir ein verlassenes Wasserloch wo wir nach einiger Überwindung auch schwimmen gingen. Ca. 2 Stunden saßen wir einfach nur da und starrten in den roten Canyon. Am Abend wurde der australische Nationalfeiertag in der Rock Bar mit Hostel-Homies gefeiert.
Mittwoch war der Tag an dem wir unsere 3-tägige Out Back Tour mit 19 anderen Touristen und unserem Tourguide Mark starteten – Uluru, Kata Tjutas und Kings Canyon HERE WE COME!!! Wake up 4.30 Uhr!! (haben wir erwähnt dass wir erst um 2 Uhr ins Bett kamen??) Als wir in den Bus eingestiegen sind saßen schon 8 Deutsche und 8 Asiaten im Bus. Zu unserer Freude auch ein weiterer Ösi Andi und der Franzose Yuri. Mit letzteren beiden hatten wir unglaublichen Spaß und spielten uns gegenseitig einige Streiche. Nach 7 Stunden Bus fahren erreichten wir unseren ersten Stopp den Kings Canyon. Leider werden alle Wanderwege bei über 36°C ab 11 Uhr geschlossen und somit konnten wir nur einen kleinen Walk zum Canyon machen. Mark erzählte uns einiges über Flora und Fauna im Canyon sowie über die Ureinwohner – die Aborgines. Die Hitze war beim Stehen noch unerträglicher als beim Gehen und wir waren im Schweiß gebadet. Schon nach ca. 1 Stunde setzten wir unsere Reise fort Richtung Bush-Camp. Wir machten auf unserer 2-stündigen Fahrt einen Zwischenstopp beim Mt Conner (350m hoch) und einem Campingplatz mit Swimmingpool wo wir uns erfrischen konnten. Danach gings erstmal ans Brennholz sammeln für das Lagerfeuer und zum Essen kochen. Das Bush-Camp befindet sich auf einer großen Rinderfarm – im Grunde genommen im Nirgendwo weil hier ein Betrieb durchschnittlich 9.000 km2 groß sind. Also von Rindern und Häusern weit und breit nichts zu sehen. Wir hatten nur einen Swag (ein Schlafsack mit integrierter Matratze) einen kleinen Unterstand falls es Regnen sollte (und das hat es auch), das Lagerfeuer und ein Plumpsklo. Mark erzählte uns wie wir uns vor Schlangen und Dingos schützen können. Schlangen – mit einem Stock einen Kreis um den Schlafplatz ziehen; Dingos – bestimmte Dingo-Steine suchen und diese bei Bedarf werfen; Beides war eigentlich nur Verarsche aber so leichtgläubig wie ich bin, machte ich sofort einen Kreis um meinen Swag. Mark kochte Chilli Con Carne für uns und als Nachspeise gab es gegrillte Marshmallows. Beim Zähneputzen rannte ein Skorpion fast über Petra’s Füße... Mark hatte sie vergessen zu erwähnen :) Beim Lagerfeuer fanden wir beim Einschlafen noch ein etwas größeres Exemplar aber Andi nahm sich der Herausforderung an und brachte das Tier behutsam weg vom Camp. Schlafen konnten wir bis Mitternacht sowieso nicht und um 4.30 Uhr hieß es wieder aufstehen – Mark nannte das „Stupid o’clock“.
Früh genug kamen wir bei den Kata Tjutas/the Olgas (546m) an – 36 rote, runde Felsen ragten uns entgegen und wir konnten die Rundwanderung machen. In Australien gibt es generell ein großes Fliegenproblem und ohne Fliegennetz würden wir es dort nicht aushalten. Die Fliegen sind kleiner wie bei uns und so penetrant dass man es sich kaum vorstellen kann. Die schrecken vor nichts zurück, fliegen direkt in die Augen oder in den Mund (aber nur die weiblichen Exemplare da diese zusätzliche Proteine für die Brut benötigen). Anschließend fuhren wir zu unserem zweiten Camp – dieses mal zivilisierter und mit Duschen :) Nach dem Mittagessen (es gab Wraps) ging es weiter Richtung Uluru/Ayers Rock und zum Aborigine Information Center wo wir einen kleinen Einblick in die Geschichte der Ureinwohner bekamen. Anschließend fuhren wir endlich zum großen roten Berg, der ganze 3,6km lang und 348m hoch ist. Das wirklich erstaunliche ist, dass Uluru noch 6km tief ist und sich durch eine tektonische Plattenverschiebung um 90° gedreht hat. Dieser riesige Sandberg ist so faszinierend, dass man nicht die Augen abwenden kann und wir hätten uns nie gedacht, dass er so groß ist. Mit Mark sind wir die Hälfte des „Base Walk“ gegangen. Er erzählte uns etwas über die Traditionen und zeigte uns tausend Jahre alte Höhlenmalereien sowie deren Bedeutung. In einigen Bereichen rund um dem Uluru ist es verboten zu fotografieren oder zu filmen da es „sensible“ oder heilige Stellen der Ureinwohner sind. Unter anderem erfuhren wir, dass Aborigines unter einem besonderen Gesetz leben, genannt Tjukurpa. Zum Abschluss fuhren wir zu einem Aussichtspunkt wo wir den Sonnenuntergang und Abendessen (Kokosnuss-Curry-Nudeln) genießen konnten. Am Abend im Camp zeigten wir der gesamten Truppe wir man Flanky Ball spielt und die darauf folgenden Stunden wurden flüssig ;)
4.30 Uhr (Stupid o’clock again) um den Sonnenaufgang beim Uluru zu erleben. Dieser war nicht so beeindruckend wir der Sonnenuntergang aber dennoch ein schöner Frühstücksplatz. Im Bus waren alle bei guter Laune und wir drei Ösis waren die Kasperl und sorgten meistens für den nötigen Spaß. Andi hat uns soweit reingeritten dass wir die Österreichische Nationalhymne singen mussten. Danach musste aber jeder seine Nationalhymne singen was ziemlich lustig war! Zum Abschluss gingen wir die andere Hälfte des Base Walk rund um den roten Berg bevor wir die 5 stündige Heimreise antraten. Bei einem Zwischenstopp auf einer Kamelfarm mussten wir natürlich auch eine Runde reiten... Das Aufstehen und Hinlegen der Kamele, während man auf deren Rücken sitzt, ist etwas gewöhnungsbedürftig aber ansonsten fühlt es sich so ähnlich an wie bei einem Pferd. Wieder in Alice Springs konnten wir uns kurz frisch machen und dann trafen wir uns alle in der Rock Bar zum Abendessen. Natürlich endete es flüssiger als zuerst gedacht und wir können bestätigen, dass australisches Bier auch nicht so schlecht ist ;)
Den letzten Tag in Alice Springs (30.1.) verbrachten wir in der Stadt, shoppten ein paar Souvenirs und besuchten das Reptile Center. Viele einheimische Tierarten leben dort und wir durften mit einer Blauzungen-Echse, einer Art von Bartagamen und einen Python auf Kuschelkurs gehen. Der 8-jährige Python „Tom“ war noch ein Baby aber schon 7kg schwer und ca. 2 Meter lang – trotzdem schon beeindruckend! In Australien gibt es jährlich ca. 3000 Menschen die von Schlangen gebissen werden aber keine Angst, nur durchschnittlich 2 enden tödlich :) Am späten Nachmittag hieß es dann Abschied nehmen und den Flug nach Cairns nehmen...