VINZENZ KIEFER
“Liebe. Hass.”
Produktion: Production-World.de Creative Direction/ Artwork: Kuni Photo/Film: Olaf Kroenke
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VINZENZ KIEFER
“Liebe. Hass.”
Produktion: Production-World.de Creative Direction/ Artwork: Kuni Photo/Film: Olaf Kroenke
TORBEN LIEBRECHT
... feiert Feste wie sie fallen. Wenn der da ist, ist die Party richtig.
Fotos & Film. Olaf Kroenke Creative Direction & Artwork: Kuni Produktion: Britta Naumann/Production-World.de
EVA MATTES
Wenn du glücklich sein willst, sei glücklich.
Production: Production-World.de
Creative Direction: Kuni aka Kunhild Haberkern
Photo/Film: Olaf Kroenke
“Near Myth: The Oskar Knight Story”
A Scott Fivelson Picture
by Rudolf Martin
Photography: Olaf Kroenke
Creative Direction. Kuni aka Kunhild Haberkern
Vor einigen Jahren rief Scott Fivelson mich an, um über den legendären Regisseur Oskar Knight zu reden:
Er meinte, es gäbe schon soviel an Film- und Buchmaterial über grosse Hollywood Regisseure wie Orson Welles, Alfred Hitchcock, Billy Wilder, David Lean, John Huston, Fellini, usw zu finden aber nichts über Oskar Knight, der immer ganz nah an diesem Ikonen Level dran war, es aber nie ganz geschafft hat. Daher "Near Myth!"
“Und was kann ich dazu beitragen, Scott?"
“Aber Rudolf, als deutscher Schauspieler, der hauptsächlich in Hollywood arbeitet, wirst Du doch sicherlich oft auf Oskar Knight angesprochen?”
“Nee, bis jetzt noch nie!”
“Aber als Du ‘Password Swordfish’ mit John Travolta gedreht hast, wollte Travolta doch sicher mit Dir über Oskar Knight reden, er wusste, dass Du ihn kanntest und ist als Oskar Knight Fanatiker bekannt.”
“Ja, stimmt”
“Und bist Du nicht extra mit ihm in seiner Privat Boeing nach Braunschweig geflogen?”
“Ach ja, ich sollte ihm Oskar Knights Geburtshaus zeigen aber leider steht dort jetzt ein Burger King. Travolta fand es trotzdem super”
“War das nicht eher ein Kentucky Fried Chicken?”
“Ja, genau."
“Ich sehe wir verstehen uns, ich komme mal mit meiner Film Crew vorbei und wir reden weiter darüber”
Als wir dann irgendwann in einem alten Charlie Chaplin Bungalow schräg gegenüber vom alten Mary Pickford/ Douglas Fairbanks Studio gedreht haben, in dem heute Oprah Winfrey und die Coen Brothers arbeiten sind mir dann doch noch einige Einzelheiten eingefallen und ein paar davon sind auch im Film gelandet. “Near Myth: The Oskar Knight Story" ist mit viel Liebe über 5 Jahre gedreht und fertiggestellt worden. Ich glaube Scott Fivelson hat sein letztes Hemd dafür verpfändet, das respektiere ich sehr. Wenn er jetzt bei Festivals gefragt wird, ob Oskar Knight überhaupt echt ist, antwortet er ganz entrüstet: “Go home and google him, kids!” Er weiss wohl nicht, dass man heutzutage zum googeln nicht mehr erst nachhause gehen muss und in dem Sinn agiert auch dieser Film, als Homage an den Mythos eines alten Hollywoods, welches es vielleicht nie wirklich gegeben hat.
A few years ago Scott Fivelson called me to talk about his project about the legendary film director Oskar Knight. He said there was an abundance of documentaries and books about great Hollywood directors like Orson Welles, Alfred Hitchcock, Billy Wilder, David Lean, John Huston, etc but there was nothing to find about Oskar Knight, who had often been on the verge of being mentioned in the same breath as those Hollywood icons, but never quite got there. Hence the title of the film: “Near Myth”
“And how can I possibly contribute, Scott?”
“But Rudolf, as a German actor who mainly works here in Hollywood, surely people often ask you about him?”
“Actually, not until just now.”
“But Rudolf, when you were shooting ‘Swordfish’ with John Travolta, didn’t he want to talk about Oskar Knight with you? He knew you had met him and he’s known to be an Oskar Knight fanatic.”
“Yes, sure.”
“And didn’t he fly you on his private Boeing to Braunschweig?”
“That’s right Scott, I was supposed to show him Oskar Knight's birth house but unfortunately there is a Burger King in its place now. But Travolta thought it was ’terrific' anyhow.”
“Rudolf, are you sure it wasn’t a Kentucky Fried Chicken?”
“Exactly”
“I see we’re on the same wavelength, can I come by with my film crew and we’ll talk about it further?”
Sometime later, when we were shooting on the patio of one of the old Charlie Chaplin bungalows across the street from the old Mary Pickford/Douglas Fairbanks Studios that are now used by Oprah Winfrey and the Coen Brothers I kept remembering more and more Oskar Knight stories with Scott’s generous encouragement. Some of them ended up in the final cut of the film. “Near Myth - The Oskar Knight Story” took Scott Fivelson over 5 years to complete, it was a labor of love and he was meticulous about it, just like Oskar Knight himself. Some say he pawned off his last shirt to complete the film, I have great respect for that. When Scott Fivelson got asked at a film festival in LA if Oskar Knight was real or fictional he scoffed: “Go home and google him, kids!” He might be unaware that nowadays you don’t have to go home to google something but that is the spirit in which this film appeals to the viewer, as an homage to the myth of an old Hollywood that possibly never really existed.
Matthias Koeberlin
“Im Grunde ist alles gesagt,nur nicht von jedem.”
produziert von Production-World.de für WHOZOK PHOTO Magazine.
Creative Direction: Kuni
Foto, Film: Olaf Kroenke
Jannis Niewöhner
Jannis Niewöhner Fasanenstrasse. Er ruft an und sagt, dass er sich ein wenig verspätet, da seine Katze weg gelaufen ist ;) Er lebt seit in Berlin. Ist in Krefeld aufgewachsen. Hat keine Schauspielschule besucht. Er lernt die Texte über den Sinn, nicht über das einzelne Wort. “Lieber unordentlich als ungeordnet.”
produziert von Production-World.de für WHOZOK PHOTO Magazine.
Creative Direction: Kuni
Foto, Film: Olaf Kroenke
PHILIPPE BRENNINKMEYER
“Lieber kurz als lang.”
Produktion: PRODUCTION-WORLD.de Creative Direction/ Artwork: Kuni Photo/Film: Olaf Kroenke
VIS-À-VIS MIT CHIARA MARIE
Wenn sich die Wege zweier Kreativen kreuzen, dann kann es dabei bleiben, dass sie genau dieses tun. Möglich ist allerdings auch, dass sie miteinander ins Gespräch kommen. Aus diesem Gespräch wird eine Begegnung. Und aus dieser Begegnung ein Text. Oder auch einmal ein Interview. Dieses Interview.
Chiara Marie besitzt das, was man eine beautiful old soul nennt. Sie ist ein ganzes Jahrzehnt jünger als ich. Und doch fühle ich mich in ihrer Gegenwart nicht nur besonders gut aufgehoben, sondern mehr als oft auch weise beraten. Eine Weile waren wir höchst engagiert als rasende Reporter in unserem Stadtteil unterwegs, verlegten unser ‚Büro‘ zuletzt oft rauchend im Rotweinglas und ins Gespräch vertieft auf meinen Balkon. Inzwischen widmen wir uns anderen Dingen. Chiara Marie malt. Mit einem Deckfarbenkasten von Pelikan, selten einmal mit Öl. Sie malt Gemüse. Mit Brokkoli fing alles an.
Q: Es heisst oft, wer Kunst produziert, sollte sie zumindest in Teilen auch studiert haben. Das trifft auf Dich allerdings nicht zu, oder?
A: Es gibt ein Wort, das mich, wie so viele Kinder dieser antiautoritären Elterngeneration sehr treffend beschreibt – unentschlossen. Kunst, Philosophie, Literatur, Kulturwissenschaften, Psychologie … das klang alles schlau und so weit weg. Vor der Kunst schloss sich aber eine persönliche Schranke, die mehr aus einem Gerücht, als aus einer wahren Begebenheit entstand. Mein Vater erzählt nämlich regelmäßig, wie gern meine Mutter früher Kunst studieren wollte, es sich aber nie getraut hat und deshalb häufig traurig war. Sie erzählt es etwas anders. Fakt ist jedoch, dass sie bis heute tausendmal besser malen und zeichnen kann als ich, aber keine Zeit dafür findet. Sie ist Graphik-Designerin geworden und unterrichtet heute Cantienica. Trotzdem ist und bleibt sie in meinen Augen die einzige Künstlerin der Familie. Meine Wahl fiel zunächst doch auf Philosophie in Bremen, wo ich lernte, mit einem riesigen Fragezeichen in den Augen durchs Leben zu gehen, ohne mich deshalb ständig irgendwo zu stoßen. Heute ist es glücklicherweise die Deutsche Literatur in Hamburg und ich liebe sie, selbst wenn ich einen Bachelor of Slowness verdient hätte.
Q: Aber die Kunst scheint bei Euch jedenfalls in der Familie zu liegen!
A: Nicht nur meine Mutter hat eine irre Begabung, auch mein Vater malt. Wunderschöne Ölbilder. Er hat ein Auge für Details. Sein Garten in der Lüneburger Heide ist voll von unauffälligen Ideen, die dem stadtneurotischen Auge verborgen bleiben, bis man genug heißen Kakao am Kamin getrunken hat und den Wald wieder flüstern hört. Mein Vater ist eher ausversehen ganz modern entschleunigt. Das spiegelt sich auch in seinen Birken-Bildern. Er ist auch derjenige, der meine Kunstwerke am meisten liebt und unterstützt. Denn er mag das Naive und Unaufgeregte. Sein Haus ist voll von meinen Kinderbildern. Das motiviert mich auch heute noch.
Q: Was sind die Malutensilien Deiner Wahl?
A: Wenn ich weiß, dass sich jemand über ein Bild von mir freuen würde, oder es einen anderen Anlass gibt, dann gehe ich los und kaufe mir verschieden große Leinwände. Ich mag die Motivation, das Bild zu verschenken. Dann male ich meistens ganz unprofessionell mit einem Deckfarbkasten von Pelikan und mische mit Deckweiß. Ölfarben kommen seltener zum Einsatz, es kommt aber vor. Das Bild einer bösen jungen Frau mit Edding-Gesicht und einem Blumenstrauß aus Kohlestift habe ich selbst behalten. Sie beschützt mich, wenn ich nach einem Horrorfilm nicht einschlafen kann.
Q: Kommen wir mal zu Deinem eher ungewöhnlichen Modellen. Ich erinnere mich noch gut an ein Telefonat zu Beginn unserer Begegnungen, als Du erzähltest, Du würdest gerade eine Zucchini malen.
Früher waren es undefinierbare Ensembles aus meinen Traumwelten, denen auch die Edding-Frau entstammt. Seit zwei Jahren male ich hauptsächlich Gemüse, am liebsten Brokkoli und zwar auf kleinen Leinwänden. Das liegt daran, dass ich großes Mitleid mit meinem Brokkoli habe. Wenn ich ihn nicht tiefgekühlt und kleingeschnitten kaufe und im Eisfach lagern kann, dann vergammelt er mir wöchentlich. Zum Geburtstag meiner Mutter vor zwei Jahren, zeigte sich ein frischer Bio-Brokkolikopf deshalb sehr dankbar, mir wenigstens irgendeinen Dienst erweisen zu dürfen. Er legte sich nackt auf meinen Schreibtisch und wollte gemalt werden. Daraufhin war ich dem Brokkoli ein paar Mal untreu, denn auch Artischocken und Kohlrabis stehen auf Zweckentfremdung. Schon seit Längerem träume ich davon, eine 2,50 Meter hohe und 1,50 Meter breite Leinwand, die leer in meinem Zimmer steht, nur mit Gemüse zu bemalen.
Q: Führst Du Deine Modelle am Ende wieder ihrem eigentlichen Nutzen zu? Verspeist Du sie?
Das ist schwierig. Da ich ja gerade erzählt habe, was für ein unwürdiges Leben frischer Brokkoli in der Regel bei mir führt, kommt dieses Gemüse wohl nicht in Frage. Ich koche gern, aber nehme mir kaum Zeit dafür. Meine Küchenambitionen beschränken sich in der Regel auf Gemüse schneiden, anbraten und salzen. Eine Artischocke habe ich nach dem Modell stehen allerdings einmal richtig angerichtet. Als ich ihr harmonisches Blätterkleid zuende gemalt hatte, wollte ich nur noch eines – ihr haariges Herz. Ich meine, wer hat schon Haare dort? Das muss man zelebrieren, selbst wenn man zum Schneiden eigentlich zu faul ist.
Q: Ist Gemüse für dich sexy?
A: Tatsächlich könnte ich jetzt auspacken und meine persönliche Geschichte der Gemüse-Erotik erzählen. Aber heute werden keine Namen mehr genannt. Ich sage nur eins, nackte Brokkolis können viel. Und ein bisschen Gammel ist ehrlich. Sexy muss ja auf keinen Fall perfekt sein.
Q: Welcher Künstler interessiert dich persönlich besonders?
A: Ich bin keine große Kunstkennerin und würde aus dem Bauch heraus mit Jackson Pollock oder Anselm Kiefer antworten, weil ich ein paar ihrer Werke vor Kurzem im Peggy Guggenheim Museum in Venedig wiedergesehen habe. Kiefers Bilder saugen mich förmlich ein, mit all ihrer Schwere. Ich darf sie nicht zu oft angucken. Vor allem zwei seiner Gemälde haben eine hypnotische Wirkung auf mich – „Athanor“, das im Louvre hängt und die Traurigkeit der ewigen unverständlichen Wiedergeburt symbolisiert und „Dein aschenes Haar Sulamith“, in Anlehnung an Paul Celans Todesfuge. Sehr düster, ich weiß. Pollocks Bilder mag ich alle, weil sie trotz ihrer Abstraktheit beruhigend auf mich wirken. Ah und ein weiterer kleiner Meister, der auch viel mehr zu meinem Gemüse passt, ist Nils Koppruch. Er war Musiker und freischaffender Künstler aus Hamburg. Unter dem Synonym „Sam“ hat er zahlreiche Kleinode erschaffen, die meine Kindheit fröhlicher gemacht haben. Darunter zum Beispiel ein riesiger, rauchender Salamander in Öl. Oder das Bild einer ebenfalls in Öl gemalten, nackt auf einem Motorrad stehenden Frau, auf deren Kopf ein Mann waagerecht nur mit seinem Penis balanciert. Es heißt ‚Mickey found her dreamman‘. Ich habe es geerbt.
Q: Ein Zitat zur Kunst zum Schluss, bittesehr!
Mein Brokkoli hat einiges mit Vivian Ward aus dem Film Pretty Woman gemeinsam. Sie haben sich beide schon einmal prostituiert und wir lieben sie trotzdem. Dazu sind sie wunderschön. Vivian hat Brokkolis aber als steif und langweilig bezeichnet.[i] Das ist absolut nicht wahr.
[i] Vivian gespielt von Julia Roberts sagt: „Ich habe eine tolle Idee: Wir machen uns eine vegetarische Nacht. Wir sitzen steif wie Brokkoli vor dem Fernseher und sehen uns alte Filme an.“
Produktion: WHOZOK Creative Direction/ Artwork: Kuni Photo/Film: Olaf Kroenke