Das Reiseziel war Bayern, Franken. Schon auf dem letzten Stück Zugstrecke, hatte ich versucht ein Taxi zu rufen- wohl wissend, dass ich nicht unterwegs war in eine Metropole. Leider erreichte ich niemanden und das Internet versagte auf der Strecke. Kein Netz, keine alternative Taxinummer. Die telefonische Hilfe eines Freundes brachte Rettung, dachte ich.
Ich rief die mir durchgegebene Nummer an. Eine Frau nahm ab und erklärte mir in breitem Fränkisch, dass sie zwar ein Taxiunternehmen habe, nur leider zur Zeit kein Taxi. Das Taxi sei kaputt und in der Wekrstatt. Es täte ihr leid. Besonders, dass bei ihrem Kollegen niemand ans Telefon gehe. Denn mehr Taxis gäbe es nicht im Ort- nur sie und der Kollege hätten die zwingend notwendige Taxi-Lizenz. Das war in der Tat bedauerlich für mich. Ich machte mich unter den gegebenen Umständen zu Fuß auf den Weg.
Mittlerweile, wieder in Verbindung mit dem Internet, suchte ich mir mittels digitaler Karte meinen Weg. Der Bahnhof lag außerhalb des Ortes. Nachdem ich mich über eine menschenleere, dunkle Straße den ersten Häusern der Kleinstadt genähert hatte, begrüßte mich immerhin das große Werbeplakat eines ortsansässigen Winzers. Überhaupt sah ich auf dem ganzen Weg, an jeder Ecke, Schilder und Hinweise, die Bier und Wein in jeglicher Form anpriesen. Nur Menschen, die das trinken sollten, sah ich nicht. Die Straßen waren leergefegt und ich stapfte, meinen Koffer hinter mir her schleifend, meinem Ziel entgegen.
Aus Ermangelung eines Gehwegs, wanderte ich eine Weile mitten auf der Straße. Das machte aber nichts, denn ein Auto war weit und breit nicht zu sehen. Licht spendeten mir der Mond und meine Handytaschenlampe. Nach einer Dreiviertelstunde Fußmarsch und einem steilen Anstieg am Ende, hatte ich schließlich mein Ziel erreicht. Der Portier der mich in Empfang nahm, zeigte sich wenig beeindruckt von meiner kleinen Odyssee. Er zog nur einmal kurz die Augenbrauen hoch und zeigte mir den Weg zu meinem Zimmer.