Wir haben auf unseren Artikel „Warum jeder WKO-Mitarbeiter 120.000 Euro kostet“ viele positive, kritische und auch verwunderte Antworten und Anfragen erhalten. Uns geht es nicht darum die Mitarbeiter der Kammer bloß zu stellen, sondern das System der Zwangsvertretungen zu hinterfragen.
Während viele Unternehmer unter Umsatzeinbußen leiden und daher auch weniger Mitarbeiter beschäftigen, kann die Kammer ein Rekordergebnis nach dem anderen verbuchen. Einige Bürger konnten unsere Berechnungen nicht nachvollziehen. Daher legen wir unsere Berechnung gerne offen.
Grund für den Zeitungsartikel war die folgende Anfrage vom 14.01.2016: https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/J/J_07603/fname_497136.pdf
Zwei Monate später bekamen wir folgende Antwort vom Ministerium, nach Rücksprache mit der Kammer, zurück: https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/AB/AB_07348/imfname_516754.pdf
Auf der zweiten Seite der Anfrage sind folgende Fragen aufgelistet:
7. Wie hoch waren die Mitarbeiterstände der Wirtschaftskammer Österreich? (Auflistung jährlich seit 2004, in Vollzeitäquivalenten)
8. Wie hoch waren die Personalausgaben? (Auflistung jährlich seit 2004 in Absolutbeträgen, als Anteil der Gesamtausgaben, insgesamt und für jede Landeskammer und der WKÖ, ohne Ruhe- bzw. Versorgungsbezüge)
Auf der ersten Seite der Anfragebeantwortung befinden sich die Zahlen dazu. Laut den eigenen Angaben der Wirtschaftskammer Österreich, welche durch das Ministerium an das Parlament übermittelt wurden, hat die WKÖ insgesamt 788 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) bei einem Kostenbetrag von € 94 334 427. (Siehe auch den oben stehenden Screenshot und die gelb markierten Zahlen)
Wenn man die Zahlen der Wirtschaftskammer dann dividiert kommt man auf einen durchschnittlichen jährlichen Wert von € 119 713,74. Das sind die Gesamtkosten für einen Mitarbeiter, d.h. Inkl. aller Abgaben (inkl. Kammerumlage 2) die durch den Arbeitgeber bedient werden müssen.
Mitarbeiter: 788
Personalkosten: € 94 334 427,00
Durchschnitt: € 119 713,74
Quelle: WKÖ
Wir gehen im Artikel davon aus, dass der „Netto-Lohn“ also € 4 000 ausmacht. Das wären dann im gesamten Jahr € 56 000. Das ergibt € 90 017,34 als Brutto-Gehalt und dazu kommen die Dienstgeberbeiträge von € 23 055,03. Das ergibt eine jährliche Gesamtbelastung für den Arbeitgeber von € 113 072,37. Diese Werte wurden mit Hilfe des Brutto-Netto-Rechners des Finanzministeriums ausgerechnet. http://onlinerechner.haude.at/bmf/brutto-netto-rechner.html
Netto monatlich: € 4 000,00
Netto jährlich: € 56 000,00
Brutto jährlich: € 90 017,34
zusätzlich Dienstgeberbeitrag € 23 055,03
Gesamtbelastung brutto: € 113 072,37
Quelle: BMF
Wenn man sich diese Berechnung ansieht gibt es zwei Möglichkeiten:
Das durchschnittliche Gehalt der WKÖ Mitarbeiter beträgt etwas über € 4.000 netto,
oder die Wirtschaftskammer hat dem Parlament falsche Zahlen übermittelt.
Sollten die Zahlen also nicht stimmen, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an Ihre Zwangsvertretung.