Auch die Medizin liefert Mittel gegen Haarausfall
In der Apotheke finden sich viele rezeptpflichtige aber auch frei verkäufliche Mittel gegen Haarausfall. Ergebnisse der 2016 veröffentlichten Analyse der Stiftung Warentest, zeigen allerdings, dass nur die beiden Wirkstoffe Minoxidil (rezeptfrei in der Apotheke) und Finasterid (verschreibungspflichtig) den Haarausfall tatsächlich reduzieren und neuen Haarwuchs anregen konnten. Das Problem: Die Mittel haben häufig starke Nebenwirkungen die auch nach Absetzen (bei etwa einem Prozent) bestehen bleiben!
Finasterid etwa hat starke Auswirkungen auf hormonelle Vorgänge im Körper und wird daher nur Männern Finasterid verschrieben. Als Nebenwirkung können Impotenz, Depressionen und Sehstörungen auftreten. Auch ist noch unklar, ob nicht ein Zusammenhang zwischen männlichem Brustkrebs und der Einnahme von Finasterid besteht.
Minoxidil ist zwar rezeptfrei, kann sich aber negativ auf das Herz-Kreislauf-System auswirken. Schwangere oder stillende Frauen dürfen diesen Wirkstoff daher nicht einnehmen. Eine neue Studie weist nun darauf hin, dass ein noch relativ unbekannter Wirkstoff namens Thiocyanat Anlass zur Hoffnung geben könnte.
Körpereigener Wirkstoff: Ein medizinisches Mittel gegen Haarausfall ganz ohne Nebenwirkungen?
Laut einer 2017 veröffentlichten Studie soll der körpereigene Wirkstoff Thiocyanat ebenfalls ein effektives Mittel gegen Haarausfall sein. Bei diesem handelt es sich um ein natürliches Molekül unseres Körpers, das für die Aktivierung und Regulierung von Zelltätigkeit verantwortlich ist.
In der 36-wöchigen Studie konnte bei den Teilnehmern die Haardichte um bis zu 36 Prozent verbessert werden. Die Anzahl der gesunden Haare in der Wachstumsphase nahm zu (um bis zu 72 Prozent) und der Haarausfall ging insgesamt um bis zu 86 Prozent zurück. Dabei scheint das körpereigene Molekül keine Neben- oder Wechselwirkungen zu verursachen. Auch greift es nicht in den Hormonhaushalt ein und kann ebenfalls in Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden.













