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@therealjokichan
Just one more time!
âBuh!â Sie quiekte laut und rannte kichernd hinter dem Sofa hervor. Ich lachte und rannte ihr hinterher. Wir jagten durch das Haus und dann hinaus in den Garten. Da erwischte ich sie am T-Shirt und zog sie ins Gras. Die Sonne wĂ€rmte uns. GenĂŒsslich legten wir uns auf die Wiese und genossen das wunderschöne Wetter. âWeiĂt du waas!â rief meine kleine Schwester und kniete sich neben mich. âIch hab dich sooo lieb.â und mit diesen Worten breitete sie die Arme ganz weit aus und fuchtelte vor meiner Nase herum. Ich musste lĂ€cheln und zog sie an mich. âIch hab dich auch lieb, Becky!â antwortete ich und wuschelte ihr durch die Haare. Von drinnen hörten wir die Stimmen unserer Eltern, die uns zum Mittagessen riefen. Wir rannten ĂŒber die Wiese zur Terrasse.
Ich schreckte aus meinem Bett, als ich ein seltsames GerĂ€usch hörte. Verschlafen rieb ich mir die Augen und lauschte. Nichts ⊠Fast wĂ€re ich wieder eingeschlafen, als ich es wieder hörte. Es schien von der StraĂe zu kommen. Die GerĂ€usche klangen seltsam aber auch irgendwie ⊠anziehend. Als wĂŒrden sie mich zu sich rufen. Langsam stand ich auf und ging stirnrunzelnd zu meinem Fenster. Vorsichtig öffnete ich es und lugte auf die dunkle StraĂe. Es klang wie Fetzen einer Melodie, welche sich stĂ€ndig wiederholten. Die Töne schallten hell durch die verlassenen Gassen. Immer die gleiche Melodie. Immer und immer wieder von vorne! Nur ein paar Takte!
Wie in Trance kletterte ich aus dem Fenster und sprang in den Vorgarten. Ein stechender Schmerz durchfuhr meinen Knöchel, als ich auf der harten Erde landete. Aber ich bemerkte es kaum, so gebannt war ich von dieser Musik. Immer wieder das Gleiche, immer die selben Töne, die selben Takte. Sie wurde immer lauter und zerrten regelrecht an mir und wollte mich in die Dunkelheit der Nacht zerren. Ich rappelte sich mĂŒhsam auf und kĂ€mpfte mich durch die BĂŒsche zur StraĂe. Leichter Nieselregen setzte ein und benetzte mein erstarrtes Gesicht. Unsicher und barfuĂ tapste ich ĂŒber den Asphalt. Irgendwann wurde ich schneller und schneller bis ich schlieĂlich durch die StraĂen rannte. Ich wusste nicht wohin oder warum ich dieser Melodie folgte oder warum niemand sonst diese Musik zu hören schien. Sie war mittlerweile fast unertrĂ€glich geworden. Immer lauter und schriller hallte sie in meinem Kopf. Ihr Echo jagte mit mich durch die dunklen Gassen, verfolgten mich, fĂŒhrten mich immer tiefer in die Finsternis. Mein Kopf schaltete sich ganz aus. Ich spĂŒrte fast gar nichts mehr. Weder den Regen auf meiner ungeschĂŒtzten Haut, noch den kalten Wind, der meine Finger und Zehen taub werden lieĂ, noch den harten, nassen Asphalt oder das Brennen in meiner Lunge. Ich stĂŒrmte immer weiter ohne zu wissen wohin. Ich wusste nur, dass ich zu der Musik musste. So lange bis ich gar nichts mehr fĂŒhlen konnte und erschöpft auf der StraĂe zusammen brach. Schwer atmend lag ich da und langsam glitt ich in einen unruhigen Schlaf. Und dann wachte ich auf âŠ
FĂŒr einen Moment lag ich einfach nur da, hörte das fordernde Klingeln meines Weckers. Wie ein Windzug streifte mich kurz die wage Erinnerung an diesen ⊠Traum. Doch als ich mich aufsetzte und streckte, verschwand dieser Gedanke. Einfach weg. Verschlafen zog ich mich an und lief gĂ€hnend die Treppe nach unten. In der KĂŒche saĂ schon meine kleine Schwester und krakeelte munter herum. âGuten Morgen Bruderherz! Hast du gut geschlafen?â Ich musste unwillkĂŒrlich lĂ€cheln, als ich sie so da sitzen sah - ihre Haare zu zwei Zöpfen gebunden und mit einem Löffel Himbeerjoghurt in den Mund. âIch hab von so einem Pferd getrĂ€umt, dass mich zum Strand gebracht hat. Das war sooo groĂ und wunderschön! Einfach toll! Ich will eins haben!â schwĂ€rmte sie. âWas, einen Strand?â grinste ich und sie schaute mich mit einer Schnute an âNein du Blödmann! Ein Einhorn! Die sind soooo toll und sooo ⊠einfach ...â sie wedelte mit den HĂ€nden herum und suchte nach einem passendes Wort fĂŒr ihr 'soooo tolles Pferd'. Ich sah auf die Uhr und fuhr hoch. Ich war zu spĂ€t dran! Ich schnappte mir meine Tasche, gab Becky noch einen raschen Kuss und lief los.
Ich sah aus dem Fenster und beobachtete eine Katze auf dem Innenhof herumstreunen. Geschickt kletterte sie den groĂen Baum hoch und setze sich majestĂ€tisch auf einen Ast. Das Schnippsen vor meiner Nase riss mich aus meinem Tagtraum und ich sah meinen Deutschlehrer verstĂ€ndnislos an. âWas habe ich gerade gesagt? Kannst du das bitte noch einmal wiederholen?â fragte dieser mit hochgezogener Augenbraue. Ich stotterte und lief rot an, wĂ€hrend ich hilflos meine Freunde ansah. Diese zuckten nur sehr hilfreich mit den Schultern. âOffenbar weiĂt du ja schon alles, wenn du nicht aufpassen musst.â Er schaute mich noch ein paar Sekunden lang an und wand sich dann ab. Ich sackte in mich zusammen. Ich hasste das! Ich starrte ins Leere, wĂ€hrend unser Lehrer weiter von Gesichtsanalysen redete und uns in die Geheimnisse der Lyrik einzuweihen versuchte. Auf einmal hörte ich ganz leise eine Musik, welche mir bekannt vorkam. Ich versuchte mich zu erinnern woher, aber es entglitt mir jedes mal wieder sobald ich es erfasst hatte. Diese Musik! Sie war nur ganz schwach und abgehackt, aber sie war da. Ich schĂŒttelte heftig den Kopf und versuchte mich auf die Stimme des Lehrers zu konzentrieren, aber diese Melodie wurde immer lauter, immer klarer. Verwirrt schaute ich mich in meiner Klasse um, aber niemand schien die Musik zu hören. Wurde ich jetzt schon verrĂŒckt? Ich gab mein Bestes sie zu ignorieren, einfach nicht hinzuhören, aber sie wurde immer lauter, immer aufdringlicher! Plötzlich sah ich sie wieder die endlos langen StraĂen in der Dunkelheit. Der Traum ⊠oder war das ĂŒberhaupt ein Traum? Mittlerweile war ich mir da nicht mehr so sicher. Die Musik benebelte meine Sinne, lieĂ mein Denken erlahmen. Immer tiefer zog sie mich in ihren Bann, rief immer lauter nach mir. Ich konnte mich kaum noch auf dem Stuhl halten. Ungeduldig rutschte ich hin und her und zuckte unruhig mit einem Bein. Nicht hinhören! ermahnte ich mich immer wieder selbst, aber vergeblich. Ich starrte auf die TĂŒr. Meine Hand bebte leicht, als ich sie auf die TĂŒrklinke legte. âWohin willst du bitte?â rief eine Stimme. Ich zuckte erschrocken zusammen und sah mich um. Ohne es zu merken, war ich aufgestanden und zur TĂŒr gelaufen. Alle starrten mich an. Sie tuschelten. Unser Lehrer stand vor mir und sah streng auf mich hinab. Wie durch einen Schleier hindurch sah ich sein Gesicht. Seine Augen. Ich sah wie sich sein Mund bewegte, aber ich hörte ihn nicht. Ich hörte nur noch die Musik, die in meinen Ohren schallte. âHören sie es denn nicht? Diese Musik!â fragte ich mit erstickter Stimme. Alle sahen sich verwundert an. Ich wartete keine Antwort ab sondern drehte mich um und rannte los. Durch die GĂ€nge immer weiter der Musik nach. Ich kannte sie! Ganz sicher! Immer wieder die gleichen Töne immer wieder von vorne. Sie gruben sich in meinen Kopf, in mein Gehirn, lieĂen keinen Platz fĂŒr andere Gedanken oder GefĂŒhle. Lauf! war alles was ich noch denken konnte. Schwer atmend stieĂ ich die EingangstĂŒr der Schule auf und trat hinaus in die Sonne. Ich bemerkte weder die WĂ€rme, noch die starrenden und verwunderten Blicke der Menschen drauĂen. Ich konnte sehen, dass sie etwas sagten, ĂŒber mich sprachen, aber all das schien dumpf und ohne Bedeutung. Nur diese Musik in meinem Kopf, die einfach nicht schweigen wollte! Immer wieder das Selbe, immer die selbe 8-bit Musik, immer das selbe Dröhnen in meinen Ohren. Blindlings hastete ich durch die StraĂen, rempelte Menschen an, hielt aber nicht an. Ich rannte ĂŒber rote Ampeln, vorbei an hupenden Autos, jagte dieser verdammten Musik hinterher! Gott sie soll endlich ruhig sein! Soll endlich aufhören. Ich stieĂ gegen einen Mann und sah verschwommen sein Gesicht. Er brĂŒllte mich an, aber ich verstand nicht was. Ich packte ihn am Kragen und schrie ihn an. âHören sie das nicht! Diese unertrĂ€gliche Musik! Sie ist so laut! Immer wieder und wieder höre ich sie! Sie hört einfach nicht auf!â GroĂe HĂ€nde schlugen die meinen weg und ich stolperte rĂŒckwĂ€rts. Ich wand mich von ihm ab und hatte ihn im nĂ€chsten Moment vergessen. Nur diese Musik zĂ€hlte noch. Ich musste zu ihr, musste ⊠musste weiter. Alle Farben um mich herum verschwammen ineinander und wurden eins. Aber auch das fiel mir nicht auf, denn ich musste weiter laufen. Immer der Musik hinterher. Plötzlich war alles still. Ich blieb stehen und kam langsam wieder zur Besinnung. Die Musik war fort, so aber auch all die Menschen. Um mich herum nur endlose Dunkelheit. Kein Licht, keine GerĂ€usche, nichts. âHallo? Ist ⊠ist da jemand?â rief ich zögernd in die SchwĂ€rze hinein. Sofort ging ein Licht an. Geblendet kniff ich die Augen zusammen und blinzelte zur Quelle. Langsam formte sich das Licht zu Buchstaben. Bunt leuchteten sie in der Dunkelheit. Sie erhellten keine Wand oder einen sonstigen Hintergrund, sie schienen einfach in der Luft zu schweben. Drei Wörter waren zu erkennen: Push Start Button.
TO BE CONTIUED :)
Jeff The Killer - He is my prisoner ... or?
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