Hey, wenn du magst: Julia/Tine mit Prompt Nr. 5 und/oder Nr. 38 :))
Sehr, sehr gern! Das ist tatsächlich das erste Mal, dass ich die beiden so richtig schreibe, deshalb sag mir gern, was du davon hältst. 🤭
Und es sind beide eventuell zu Vielfachdrabblen geworden. Ups. :)
5. “Wait a minute. Are you jealous?”
Tine hat ihre Arme um Julias Schultern geschlungen und verteilt immer intensiver werdende Küsse auf ihrem Hals. Eigentlich eine wunderbare Ausgangslage, wenn da nicht das Handy auf dem Couchtisch wäre, das jetzt schon zum dritten Mal in einer Minute aufleuchtet.
„Tine“, sagt Julia und wird dann erstmal kurz von Zähnen, die sanft über ihre Haut streifen, abgelenkt. Sie versucht es nochmal: „Tine, ich glaube, da will jemand, was von dir.“
„Hm?“ Tine wirft einen schnellen Blick über die Schulter. In dem Moment leuchtet das Handy schon wieder auf. „Ach, das hat keine Eile. Ich schreibe mit so einer auf Bumble, aber da kann ich auch später antworten.“
Sie schmiegt sich wieder an Julia, aber wo eben angenehme Wärme war, zieht es jetzt unangenehm in Julias Bauch. „Bumble?“
„Bumble. Datingapp und so. Ganz nett zum Leute kennenlernen.“
„Ich weiß, was Bumble ist“, sagt Julia und es klingt schärfer als beabsichtigt.
Tine rückt ein Stück von ihr ab, sodass sie Julia in die Augen schauen kann. „Moment Mal, bist du eifersüchtig?“
Julia schluckt. Sie weiß, was sie reflexartig antworten möchte. Sie weiß nicht, ob es die Wahrheit wäre.
Tine drückt ihre Stirn gegen Julias und seufzt. „Du wolltest das doch locker halten.“
38. “You fainted…straight into my arms. You know, if you wanted my attention you didn’t have to go to such extremes.”
Beruht überhaupt nicht auf wahren Ereignissen, die ich hier verarbeitet habe. Mich hat nämlich niemand aufgefangen.
Es ist unheimlich stickig hier unten. Tine kommt das etwas unpassend vor. Sollte nicht gerade die Rechtsmedizin vernünftig belüftet sein? Wie soll das erst werden, wenn gleich noch eine Leiche mit ihnen im Raum ist? Tine versucht tief Luft zu holen, aber so richtig will sich ihre Lunge nicht füllen.
Julia lehnt neben Tine an der silber glänzenden Anrichte. Sie scheint nicht von ähnlichen Problemen geplagt zu werden. Allerdings hat sie das mit Sicherheit auch schon häufiger gemacht. Da ist eine leichte Ungeduld in ihrer Haltung, ihre langen Finger klopfen einen unregelmäßigen Rhythmus gegen ihren Arm. Tine zwingt sich, ihren Blick wieder abzuwenden.
Er bleibt stattdessen an dem Werkzeug hängen, die anscheinend zum Trocknen auf einem Tuch auf der Anrichte liegen. Es sieht aus, als hätte sich jemand wahllos an den Werkzeugen aus einer Zahnarztpraxis, einer Schreinerei und vielleicht noch in einer Küche vergriffen. Nur dass diese Werkzeuge durch Knochen und Haut schneiden sollen. Tines Blickfeld scheint am Rand etwas zu flackern. Sie versucht sich zusammenzureißen. Noch ist doch gar nichts passiert. Erst wenn die Rechtsmedizinerin zurückkehrt, wird sie sehen, wozu diese Werkzeuge benutzt worden sind. Oh je. Mit einer erschreckenden Geschwindigkeit verstärkt sich das Rauschen in Tines Ohren.
„Julia, ich glaube, ich kippe um“, kann sie gerade noch hervorpressen. Dann wird es dunkel.
Tine hat keine Ahnung, wie viel Zeit vergangen ist, als langsam die Welt wieder zurückkommt. Erst ist es ein leises „Tine?“, als würde sie es durch Watte hören. Dann fokussiert sich Tines Blick auf besorgte braune Augen, die sich in ihre bohren.
„Du bist in Ohnmacht gefallen. Direkt in meine Arme.“ Da ist irgendwas in Julias Stimme, was Tine in diesem Zustand nicht einordnen kann.
„Ja“, bestätigt Tine schwach. Daran gibt es wohl nichts zu rütteln.
Julias rechter Mundwinkel zuckt. Sie wirkt erleichtert. „Weißt du, du hättest es nicht so übertreiben müssen, wenn es dir darum ging, meine Aufmerksamkeit zu bekommen.“
Wenn es Tine etwas besser ginge, hätte sie jetzt hoffentlich irgendeine schlaue Antwort parat, auch wenn sie dann bestimmt genauso rot im Gesicht geworden wäre. Jetzt kann sie nur hilflos mit den Schultern zucken.
Vielleicht ist das aber gar nicht so schlimm, weil Julia ihr trotzdem in einer überraschend liebevollen Geste ein paar verschwitzte Strähnen aus der Stirn streicht, als sie versucht Tine gegen sich aufzusetzen. „Komm, lass uns mal probieren, an die frische Luft zu gehen. Der ausführliche Bericht kommt ja nachher eh noch.“
Conversation Drabble Prompts